Nichts für schwache Nerven

Erst mit 40 Jahren kam er zum Schreiben, seitdem hat der gebürtige Saarländer Arno Strobel schon etliche Bücher veröffentlicht. Nun liest er im Rahmen der Homburger Lesezeit aus seinem neuen Thriller „Die Flut“, der gestern erschienen ist.

Wenn Arno Strobel seine Fantasie spielen lässt, um sich Geschichten auszudenken, wird es gruselig. Düstere Machenschaften, Intrigen, wahnsinnige Mordfantasien: Seine Leser brauchen auf jeden Fall starke Nerven. Das wird auch bei seinem neuen Psychothriller "Die Flut" so sein, den es seit gestern (21. Januar) zu kaufen gibt. In dem Buch geht es um zwei Pärchen, die Urlaub auf Amrum machen. In dieser Zeit geschehen grausame Morde. Ein Superintelligenter ist am Werk, um nicht nur den perfekten Mord, sondern die "perfekte Mordserie" zu begehen.

Er entführt Paare und vergräbt nachts bei Ebbe die Frau bis zum Hals im Sand. Den Mann bindet er an einen Pfahl in der Nähe fest, so dass er dabei zusehen muss, wenn seine Frau bei Flut langsam ertrinkt - so viel verrät Strobel schon mal auf seiner Internetseite. Nichts für Menschen, die zart besaitet sind also.

Im Rahmen der Homburger Lesezeit kommt Strobel nun heute um 19 Uhr in die Aula der Homburger Musikschule, Schongauer Straße 1 in Erbach - und wird aus seinem Thriller vorlesen. Dazu lädt die Stadt Homburg in Zusammenarbeit mit der Akademie für Ältere, dem Frauenkulturstammtisch, der Hom-Buch, der Stadtbibliothek und der städtischen Musikschule ein, teilt die Verwaltung mit. Die Lesung wird von einem Akkordeonensemble der Musikschule begleitet.

Geboren wurde Strobel 1962 in Saarlouis, der "heimlichen Hauptstadt des Saarlandes", wie er selbst schreibt. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Zusammen leben sie in eine Häuschen in der Nähe von Trier. Die ,normalen' Stationen habe er nicht in der "normalen" Reihenfolge absolviert, charakterisiert er selbst seinen Werdegang. Erst kam (Haupt-)Schule und Ausbildung in einem handwerklichen Beruf, Bundeswehr und zwei Jahre Berufserfahrung und dann erst Mittlere Reife, Abi und schließlich ein Studium in Versorgungstechnik . Weil er danach gemerkt habe, dass er einen Faible für den IT-Bereich habe, studierte er IT, Programmieren und Netzwerktechnik , machte sich selbstständig im Bereich IT-Unternehmensberatung. Der letzte Schritt seines beruflichen Werdeganges in Richtung IT war schließlich der zu einer großen Bank in Luxemburg, wo er bis Anfang Februar 2014 tätig war. Dann hängte er seinen Bankjob an den Nagel. "Das Arbeitspensum für meine Berufe in der Bank und als Autor lag bei durchschnittlich zirka zwölf Stunden am Tag, an Wochenenden bei zirka sechs bis acht Stunden. Rechnet man noch zwei bis drei Stunden täglich für die Familie hinzu, kann man sich denken, dass für absolut nichts anderes mehr Raum war", erklärt er seine Entscheidung. Seitdem arbeitet er als hauptberuflicher Autor.

Dabei hat er erst mit Anfang 40 begonnen zu schreiben - und zwar Kurzgeschichten in Internetforen. Als schließlich immer mehr davon für Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien genommen wurden, reifte langsam der Entschluss, sich an einen ersten Roman zu wagen. Nach fast drei Jahren, einer Recherchereise nach Rom und vielen Hochs und Tiefs war er tatsächlich fertig. Allerdings wurde "Magus - Die Bruderschaft" von den Verlagen zunächst abgelehnt, berichtet Strobel. Nach einer kurzen Frust-Phase habe er sich dann entschlossen gemeinsam mit zwei Freunden einen Verlag zu gründen und die Sache selbst in die Hand zu nehmen. "Magus - Die Bruderschaft" erschien schließlich in einer Startauflage von 1000 Exemplaren, die nach drei Wochen durch Mund-zu-Mund-Propaganda in der Region Trier zur Hälfte und nach weiteren vier Wochen komplett verkauft gewesen seien. Eine zweite Auflage erschien. Und schließlich kam er über Empfehlungen doch noch zu einem Verlag. Seinen Durchbruch schaffte Strobel 2010 mit dem Psychothriller "Der Trakt", der ihn in die Bestsellerliste brachte. Strobel erzählt darin eine irre Geschichte: Eine Frau erwacht aus dem Koma - und keiner erinnert sich an sie. Auch hier also gilt: Gänsehaut und flaues Gefühl im Magen gehören dazu. Wer mehr davon möchte, kann heute Abend reinhören.

Für die Premierenlesung mit Arno Strobel gibt es Karten zum Preis von 7,50 Euro im Vorverkauf zum Beispiel beim Kulturamt der Stadt und in der Stadtbibliothek. Die restlichen Tickets gibt es auch an der Abendkasse.

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