New Orleans Jazz Band of Cologne spielte beim Jazz-Frühschoppen in Homburg

Musiksommer in Homburg : Südstaaten-Flair auf dem Marktplatz

Die New Orleans Jazz Band of Cologne spielte beim Jazz-Frühschoppen in Homburg auf. Das Publikum genoss den Charme dieser Musik, das ein oder andere Paar wagte sogar einen flotten Tanz auf dem Kopfsteinpflaster.

Seine Blütezeit erlebte der New-Orleans-Jazz vor rund 100 Jahren in den Straßen und Clubs der berühmten Jazzmetropole am Mississippi River. Dass diese Jazz-Variante in der langen Zeitspanne kein Stück von ihrem Reiz eingebüßt hat und mit ihrem ganz eigenen Sound weiterhin die Menschen begeistern kann, bewies nun die New Orleans Jazz Band of Cologne am Samstag beim Jazz-Frühschoppen in Homburg.

Auf dem historischen Marktplatz fand die Formation im Rahmen des Homburger Musiksommers ein tolles Ambiente vor, um mit den zahlreichen Besuchern ein echtes Stück Musikgeschichte wiederaufleben zu lassen. Und das ist bei dieser Band durchaus wörtlich zu nehmen, wie Schlagzeuger und Organisator Reinhard Küpper im Gespräch deutlich macht. „Unser Anliegen ist es, das Erbe des ganz traditionellen und authentischen New-Orleans-Jazz zu wahren und zu pflegen. Schließlich hört man diesen heute nicht mehr ganz so oft.“

Dass dies ohne Frage ein lohnendes Unterfangen darstellt, wurde dann im Lauf des Konzerts mehr als deutlich. Mit zahlreichen Klassikern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schafften es die sieben Bandmitglieder aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und dem Vereinigten Königreich waschechtes Südstaaten-Flair auf dem Marktplatz zu verbreiten. Los ging es gleich mit dem Song einer wahren Größe des frühen New-Orleans-Jazz, Paul Barbarin. Der Titel des Stücks, „We‘ll meet again“, könnte dabei durchaus auf die Verbindung der Band mit dem Jazz-Frühschoppen bezogen werden. Denn die New Orleans Jazz Band of Cologne war bereits in den vergangenen Jahren zu Gast und ist somit keine Unbekannte in Homburg. „Dieser wunderschöne Marktplatz hat eine tolle Atmosphäre. Hier sitzt man einfach gerne“, machte Küpper gleich zu Beginn deutlich, dass die Band die Stadt in der Saarpfalz doch ein wenig ins Herz geschlossen hat.

Obwohl der Auftritt der Gruppe im Rahmen des Homburger Musiksommers somit in gewisser Weise als Tradition bezeichnet werden kann, gab es in diesem Jahr darüber hinaus doch noch etwas Besonderes zu feiern: den 60. Geburtstag der Formation. Da liegt es nahe, auch einmal auf die Höhepunkte der bisherigen Bandgeschichte zu sprechen zu kommen. „Eines der größten Highlights war mit Sicherheit die Verleihung der Ehrenbürgerurkunde der Stadt New Orleans“, erzählt Küpper mit Blick auf die Auszeichnung aus dem Jahr 1994. „Aber auch der Auftritt auf dem New Orleans Jazz & Heritage Festival war eine unvergleichliche Erfahrung.“

Mit einem der größten Jazzfestivals überhaupt kann sich die kleine Bühne auf dem Homburger Marktplatz zwar nicht ganz messen, aber das tat der Stimmung natürlich keinen Abbruch. Denn schließlich kann man auch hier den einzigartigen Charme des New-Orleans-Jazz aufsaugen und das Tanzbein schwingen. So zum Beispiel beim stimmungsvollen Song „Ballin‘ the Jack“ aus dem Jahr 1913, bei dem das ein oder andere Paar einen flotten Tanz aufs Kopfsteinpflaster legte. Zu einem gelungenen Konzertnachmittag trugen aber auch eher lässige Stücke, wie „If you‘re a viper“ von Stuff Smith, bei. Mithilfe solcher Konzerte wird der traditionelle New-Orleans-Jazz dann auch in den kommenden Jahrzehnten die Menschen begeistern – ob nun in New Orleans oder Homburg.

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