Neujahrsempfang am Uniklinikum Homburg

Neujahrsempfang in Homburg : Das grün-weiße Herz des Klinikums

Ende Januar findet der Neujahrsempfang des Uniklinikums in der neuen I-Med statt. Dabei wird auch die offizielle Einweihung begangen.

Der Neujahrsempfang des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg findet traditionell immer etwas später statt. Auch diesmal wird es Ende Januar sein, wenn sich so recht keiner mehr ein gutes neues Jahr wünschen möchte, weil das neue Jahr schon nicht mehr so taufrisch ist. Aber nicht am Uniklinikum. Denn taufrisch ist da auf alle Fälle das Gebäude der I-Med 2 - das ist der zweite Bauabschnitt des großen Komplexes auf dem Campus, der vor ein paar Wochen in Betrieb gegangen ist. Damit schlägt das Herz des Universitätsklinikums des Saarlandes nun unübersehbar in grün-weiß an zentraler Stelle.

Und es ist alles unter einem Dach, ein Wunsch, den der ehemalige Ärztliche Direktor Professor Hans Köhler lange gehegt und mit Hilfe des kaufmännischen Direktors Ulrich Kerle und vor allem mit der finanziellen Hilfe des Landes hatte verwirklichen können. Der erste Spatenstich für den großen Umbau fand im Juni 2009 statt.

Und es war nicht einmal der Spatenstich für die I-Med, sondern für ein so genanntes Verfügungsgebäude, das man brauchte, um diejenigen Kliniken unterzubringen, deren veraltete Bausubstanz  abgerissen wurde. Erst musste dieses Gebäude errichtet werden, bevor mit der eigentlichen I-Med angefangen werden konnte. Und nun ist endgültig alles fertig - und das Verfügungsgebäude hat seinen Zweck erfüllt und steht vorerst leer.

 Die Initiatoren, Professor Hans Köhler, und Gerhard Wack, damals Staatssekretär im Finanzministerium – beide heute im Ruhestand –, hatten damals die grundsätzliche Entscheidung gefällt: Wir bauen nicht um, wir bauen ganz neu. Ulrich Kerle zitierte dazu einen legendären Ausspruch des Autobauers Henry Ford: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie für ihre künftige Fortbewegung wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde“. Und hätte man vor zehn Jahren die Menschen am Uniklinikum gefragt, hätten sie vermutlich gesagt: „Lasst uns renovieren.“

Aber mit einer Renovierung hätte man das grundlegende Problem auf dem Campus des Uniklinikums nicht gelöst – den Krankentransport. Nun sind zu den im ersten Abschnitt der I-Med bereits vorhandenen Inneren Kliniken weitere Kliniken dazu gekommen:  die Innere Medizin 2 (Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie), die Innere Medizin 4 (Nieren- und Hochdruckkrankheiten) sowie die Innere Medizin 5  (Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin). Ebenso die Notaufnahme und Erstversorgung von Unfall-Verletzten. Damit fallen endgültig die langen Wege von einem Ort zum anderen auf dem Campus weg, über die sich so viele Patienten so oft beschwert hatten.

Die offizielle Einweihung des Gesamtkomplexes wird Ende Januar mit dem besagten Neujahrsempfang zusammenfallen. Und somit wird auch diesmal wieder der Empfang im Foyer der neuen I-Med stattfinden. Im Jahr 2016 war der Empfang schon einmal dort, als der erste Bauabschnitt fertig war und man das Gebäude einer breiten Öffentlichkeit vorstellen wollte.

Das Jahr darauf kehrte man aus praktischen Gründen aber wieder ins Kasino zurück. Vermutlich wird auch diesmal der erneute Empfang im I-Med-Foyer nur der Einweihung geschuldet sein, denn die I-Med ist nun mal ein Funktionsgebäude und für offizielle Anlässe nicht wirklich geeignet.

Die Begrüßung wird wie immer der Kaufmännische Direktor Ulrich Kerle vornehmen, danach wird der Ärztliche Direktor Professor Wolfgang Reith sprechen.

Ein Grußwort zur Neueröffnung hatte vor zwei Jahren noch die damalige Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer gesprochen, in diesem Jahr wird Tobias Hans erwartet.

Doch nicht nur die I-Med ist ein neuer Meilenstein im Gefüge des Homburger Campus’, auch weitere Wünsche der Professoren und Studenten werden erfüllt - nach mehr Platz, mehr Seminarräumen und neuen Hörsälen. Das mit moderner Technik ausgestattete zentrale Hörsaalgebäude auf dem Campus wird vermutlich noch in diesem Jahr fertig.

Das Saarland profitiert davon, dass nicht nur die „Landeskinder“ in Homburg Medizin studieren, sondern, dass auch Sudenten, die von der Zentralen Studienplatzvergabe nach Homburg geschickt wurden, im Saarland bleiben. Und das sind, wie man immer wieder bei den Examensfeiern sehen kann, gar nicht mal so wenige. Es sind nicht nur private Gründe, sondern oft auch die Qualität der Forschung, die letztlich den Ausschlag dafür gibt, dass Nachwuchswissenschaftler sich dafür entscheiden, im Saarland  zu bleiben.

Dazu passt, dass in den kommenden Jahren ein weiteres großes Forschungszentrum auf dem Gelände des Uniklinikums entstehen wird. Es ist der Neubau des Präklinischen Zentrums für Molekulare Signalverarbeitung (PZMS). Das PZMS ist neben dem bereits gebauten Center for Integrative Physiology and Molecular Medicine (CIPMM) einer der beiden Grundpfeiler des zukünftigen Forschungscampus’ Homburg. In ihm werden künftig zehn verschiedene Arbeitsgruppen mit Forschungsschwerpunkten aus der vorklinischen Medizin zusammenarbeiten. Die Gesamtbaukosten betragen inklusive der Erstausstattung voraussichtlich rund  44 Millionen Euro. Davon tragen Land und Bund jeweils die Hälfte der Kosten.

Mit I-Med 1 und I-Med 2 stehen nun fast 20 000 Quadratmeter Fläche für alle fünf Inneren Kliniken des Uniklinikums zur Verfügung. Die Kosten für das Gesamtbauprojekt I-Med liegen bei rund 157 Millionen Euro, mit 35 Millionen schlugen allein die modernen Geräte zu Buche.

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