Neues Park-Konzept am Klinikum

Homburg. Auf dem Gelände des Uniklinikums herrscht seit Tagen helle Aufregung. Denn Mitarbeiterinnen, die normalerweise gegenüber der Chirurgie parken, haben an ihren Autos Hinweise vorgefunden, dass Parkautomaten aufgestellt würden, die das Parken künftig kostenpflichtig machen. Also eine Regelung, wie es sie bereits vor der Universitäts-Frauen- und Kinderklinik gibt

Homburg. Auf dem Gelände des Uniklinikums herrscht seit Tagen helle Aufregung. Denn Mitarbeiterinnen, die normalerweise gegenüber der Chirurgie parken, haben an ihren Autos Hinweise vorgefunden, dass Parkautomaten aufgestellt würden, die das Parken künftig kostenpflichtig machen. Also eine Regelung, wie es sie bereits vor der Universitäts-Frauen- und Kinderklinik gibt. Verhält man sich regelwidrig, gibt es Strafzettel.

Petra Schmalenberger vom Dezernat Recht und Verwaltung des Klinikums ist unter anderem verantwortlich für Verkehrsangelegenheiten auf dem Campus. Die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung wird jedoch von der Stadt Homburg überprüft, das heißt, die Politessen verteilen auf dem Campus ebenso Knöllchen fürs Falschparken wie innerhalb der Stadt, denn auch das Campus-Gelände ist verkehrstechnisch gesehen ein öffentlicher Raum.

Die gesamte Bewirtschaftung des Parkraums sei eigenständig vom Uniklinikum zu klären, unterstrich der städtische Beigeordnete Rüdiger Schneidewind. Basierend auf einem Vertrag kontrolliere die Stadt dort das Falschparken. Doch ob hier Parkplätze kostenpflichtig seien, ob für Mitarbeiter oder für Patienten, sei Sache des Klinikums. Das Geld aus den Knöllchen "bekommen wir", so Schneidewind weiter, doch "wir setzen ja auch Personal dafür ein". Das Klinikum zahle eine kleine Entschädigung.

Petra Schmalenberger bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es in der Tat so sei, "dass wir nach und nach auf dem Gelände des Uniklinikums ein neues Konzept verwirklichen wollen."

Es gehe darum, den inneren Bereich für Besucher und Patienten freizuhalten, "denn die brauchen nach unserer Auffassung eher kliniknahe Parkplätze als unsere Mitarbeiter." Bisher laufe es umgekehrt: Besucher und auch Patienten müssten die weiteren Wege in Kauf nehmen, während die Mitarbeiter quasi acht Stunden vor ihrem Gebäude parken könnten. Das sei nicht wirklich gerechtfertigt, betonte Petra Schmalenberger.

Mit den kostenpflichtigen und zeitlich begrenzten Parkplätzen kehre auf dem Gelände auch mehr Ruhe ein. Die Flächen seien nicht mehr, wie bisher, bis zum Rande - und teilweise noch dazu chaotisch - zugestellt, sondern könnten aufgewertet werden.

Das bedeute nicht, dass die Mitarbeiter künftig sehen müssten, wo sie mit den Autos blieben. "Wir haben das Konzept natürlich so gestaltet, dass für alle wegfallenden Plätze im Inneren des Klinikgeländes neue Parkplätze im äußeren Bereich entstehen. Und diese sind nach wie vor kostenfrei". Dabei handele es sich um drei größere Parkflächen: Hinter der Rettungswache, im Bereich des Neubaus der Physiologie und im Parkhaus. "Dort waren heute Morgen noch jeweils mindestens 50 Plätze frei", sagt Petra Schmalenberger. Sie empfindet es nicht als Zumutung, "die fünf Minuten bis zum Arbeitsplatz zu laufen."

Um einen kleinen Fußweg, so eine betroffene Klinik-Mitarbeiterin, gehe es ihr gar nicht. Sie habe, wie viele andere Kolleginnen auch, sehr häufig Nachtdienste und wolle nicht im Winter bei Dunkelheit übers ausgestorbene und spärlich beleuchtete Klinik-Gelände bis zu ihrem Auto gehen müssen: "Das macht mir Angst." Dafür hat Petra Schmalenberger Verständnis: "Wir haben dafür gesorgt, dass alle Parkplätze voll ausgeleuchtet sind."

Außerdem bestehe nach 18 Uhr die Möglichkeit, sein Auto auf dem Klinikgelände zu parken: "Ab 18 Uhr kann man sich kostenfrei auf die Plätze mit den Parkuhren stellen." Die betroffenen Mitarbeiterinnen wollen mit einer Unterschriften-Liste nun darauf aufmerksam machen, dass sie nachts Angst haben und dass sie sich für ihr Anliegen eine praktikable Lösung wünschen.