Neuer Zugang für Riesen-Höhlen

Pläne sehen fast eine Verdoppelung der Fläche vor: Stadt und Karlsberg-Brauerei wollen als gemeinsames Projekt die Erweiterung des für Besucher zugänglichen Bereichs der Homburger Schlossberghöhlen.

Kommt da für die Homburger Schlossberghöhlen Licht am Ende des Tunnels? Seit ihrer Wiedereröffnung stagnieren die Besucherzahlen bei 20 000 pro Jahr, vor dem Einsturz des Thronsaals und der damit nötigen Sanierung des Homburger Wahrzeichens waren es 60 000. Nun könnte sich die Chance ergeben, den Höhlen ihren alten und für den Homburger Tourismus prägenden Charakter wiederzugeben - mit einer deutlichen Erweiterung. Möglich machen soll dies eine Kooperation zwischen der Karlsberg-Brauerei und der Stadt Homburg . Der Plan: In den kommenden Jahren bislang für Besucher unzugängliche Teile des weit im Berg verzweigten Tunnel- und Höhlensystems zu öffnen, darunter Teile, die von der Brauerei selbst in der Vergangenheit genutzt wurden sowie weitere Relikte des alten Regierungs-Bunkers von Johannes Hoffmann.

Den Stein für diese Pläne brachte Kirrbergs Ortsvorsteher Manuel Diehl ins Rollen, als er hauptberuflich in den noch für den Besucherverkehr unzugänglichen Höhlenbereichen unterwegs war. Was er sah, ließ ihn staunen. Mit diesem Staunen begeisterte er Homburgs Bürgermeister Klaus Roth. Beide gemeinsam landeten dann mit einer Vision von dem, was nun unter der Ruine der Hohenburg möglich wäre, bei Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind . Und der stellte gestern der Presse ein ambitioniertes Projekt vor: In einem Zeitraum von mehreren Jahren sollen die "neuen" alten Bereiche der Schlossberghöhlen für Besucher erschlossen und zusammen mit den jetzt schon touristisch genutzten Teilen die Fläche der größten Buntsandsteinhöhlen Europas nahezu verdoppeln. Und noch eine wesentliche Änderung als Teil der umfassenden Planungen kündigte Schneidewind an. So soll der Eingangsbereich der Schlossberghöhlen vom bisherigen Ort oben am Berg in den Bereich des zusätzlichen Höhlenareals verlegt werden, ebenerdig auf dem Gelände der Karlsberg-Brauerei in der Karlsbergstraße.

Schneidewind sprach von einer großen Chance für die touristische Weiterentwicklung Homburgs. "Das ist für mich dann ein Dreiklang aus historischem Marktplatz, der Ruine Hohenburg und den dann erweiterten Schlossberghöhlen." Dabei sei es natürlich notwendig, letztere auch attraktiv "zu bespielen". Der Homburger OB verdeutlichte aber auch, dass nicht mit einer schnellen Umsetzung zu rechnen sei. So gehe er im besten Fall von rund einem Jahr Planungszeit aus, alle weiteren Ziele sollten dann Schritt für Schritt erreicht werden. In zwei bis zweieinhalb Jahren könnte so die neue Eingangssituation realisiert sein. Unklar ist derzeit auch, wie es mit der Finanzierung des Mammutprojektes aussieht. Das sieht unter anderem auch den Bau eines Aufzugs innerhalb der Höhlen vor. Immerhin kündigte Schneidewind in Sachen Förderung für heute Gespräche mit der saarländischen Landesregierung in Person von Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke an.

An seiner Seite weiß Schneidewind die Karlsberg-Brauerei. Deren Geschäftsführer Markus Meyer zeigte sich gestern sehr angetan von den Plänen der Stadt. Aber auch er machte klar, dass es sich um eine langfristige Perspektive handele, müsse doch auch sein Unternehmen räumlich in Teilen umstrukturieren, um die neue Zugangsmöglichkeit zu den Höhlen in der Karlsbergstraße zu realisieren.

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Bürgermeister Klaus Roth (links) und Manuel Diehl als „Entdecker“ des ungenutzten Potenzials führten durch den neuen Bereich.

Auf einen Blick In den kommenden Jahren will die Stadt mit der Karlsberg-Brauerei das Angebot der Schlossberghöhlen deutlich erweitern. Geplant ist eine Öffnung von bislang unzugänglichen Teilen des weit verzweigten Tunnel- und Höhlensystems. Auch soll der Zugang zu den dann erweiterten Höhlen ebenerdig auf dem Gelände der Brauerei an der Karlsbergstraße seinen neuen Platz finden. thw