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Neuer Hörsaal am Uniklinikum in Homburg eröffnet

Uniklinikum : Premiere für die Homburger Studenten

Am Dienstag fand die erste Vorlesung in einem der beiden neuen Hörsäle in der I-Med des Uniklinikums statt.

Von Thorsten Wolf

Die zehnjährige Lehr-Diaspora für die Chirurgie am Homburger Universitätklinikum und an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes hat am Dienstag offiziell ihr Ende gefunden. Pünktlich um 8.15 Uhr am Morgen konnte Professor Michael Menger, der Dekan der Fakultät, die ersten Studierenden in einem der beiden neue Hörsäle im Gebäude des zweiten Bauabschnitts der neuen I-Med begrüßen. Ist der eine der beiden Säle grundsätzlich eben der Chirurgie vorbehalten, steht der andere der Inneren Medizin für die Lehre zur Verfügung. Jeder der beiden Hörsäle umfasst rund 200 Plätze und ist mit moderner Technik ausgestattet.

Die Premieren-Vorleseung ließ sich auch Professor Tim Pohlemann, der geschäftsführende Direktor der Chirurgie, nicht entgehen, aus gutem Grund. „Wir freuen uns sehr über den neuen Hörsaal. Unseren eigenen mussten wir vor zehn Jahren abreißen. Der Neue ist nun größer und schöner, doppelt so groß als früher. Das sind gute Vorraussetzungen für die Lehre.“ Was macht nun einen modernen Hörsaal aus? „Er erlaubt einen guten Kontakt mit den Zuhörern, gute Sicht von allen Plätzen und eine gute Projektionstechnik. Das alles haben wir hier.“ Bis zum Dienstag habe man seitens der Lehre in der Chirurgie eine Nomaden-Leben geführt, „wir sind auf alle verfügbaren Hörsäle ausgewichen“. Die Chirugie benötige aber einen festen Platz für die Lehre, so Pohlemann. Er stellte auch klar, dass der neue Chirurgie-Hörsaal natürlich erstmal dieser Disziplin „gehöre“, stehe er frei, sei er aber auch für anderen Veranstaltungen nutzbar.

Auch Dekan Michael Menger zeigte sich sichtlich angetan von den beiden neuen Lehrorten in der I-Med. „Gerade in einer solchen Einrichtung wie der I-Med, in der fünf internistische und drei, vier chirurgische Kliniken unter einem Dach sind, ist es wichtig, dass auch die Hörsäale unter einem Dach sind. Wir wollen die Anbindung von Forschung, Lehre und Anwendung in einem Haus haben. Und das ist damit erreicht.“ Menger selbst konnte dem neuen Hörsaal der Chirurgie einiges abgewinnen, „er ist sehr steil gebaut, so wie die chirurgischen Hörsäle früher immer gebaut waren.“ Für die Studierenden bedeute der neue Hörsaal einiges, so würden in Zukunft auch Live-Übetragungen aus dem OP zu den Studenten deutlich einfacher möglich sein als bisher. Tim Pohlemann: „Solche Übertragungen haben wir früher auch schon gemacht. Das war aber mit einem großen, technischen Aufwand verbunden. Das wird jetzt hier sehr viel einfacher sein. Und damit kommen wir in allen Fachgebieten deutlich näher an die praktische Darstellung. Das ist für die Lehre ein sehr wichtiger Schritt.“

Bei den Studentinnen und Studenten fiel das Urteil über den neuen Hörsaal nach Ende der „Premieren-Vorlesung“ mit dem Thema „Revolution in der Chirurgie“ durchaus positiv aus. Dass man sehr steil sitze, bringe Vorteile, ebenso die Beinfreiheit in den Sitzreihen. Und auch die sinnvoll großen Tischelemente, „auf denen man auch ein Blatt unterkriegt“, seien sehr gut. Lob gab‘s auch für die an allen Plätzen verfügbaren Steckdosen. Kritischer wurde das Ambiente ohne Fenster gesehen. Diese Lichtlosigkeit ist aber dem Umstand geschuldet, dass die beiden neuen Hörsäle keine Wand nach Außen haben. Mit dem neuen Hörsaalangebot  ist die Geschichte von der neuen Perspektive für die Lehre auf dem Campus aber noch nicht zu Ende. Während die neue I-Med Anfang der vergangenen Woche ihren Dienst samt der neuen Hörsäle nun komplett aufgenommen hat, entsteht quasi auf der anderen Straßenseite ein neues, zentrales Hörsaalgebäude.

Spatenstich war hier im Oktober 2016. Damals wurden auch die Grunddaten genannt: 17 Millionen Euro werden investiert. Das Gebäude hat über 2400 Quadratmeter Nutzfläche und enthält Bibliothek, zwei Hörsäle, die zu einem zusammengelegt werden können, sieben Seminarräume und ein Simulationshospital. Ab dem Wintersemester 2019 soll das Gebäude genutzt werden. Menger: „Es gibt eine ganze Reihe von infrastrukturellen Änderungen. Die betrifft auch alte Hörsäale, die geschlossen werden. Mit dem neuen Hörsaalgebäude bauen wir ein Gebäude, das für alle verfügbar ist. Und wir kompensieren damit den Verlust alter Hörsäle.“