Neue Zählung für A6-Anschluss

Weil bei einer Verkehrszählung im Juni keine belastbaren Zahlen rund um den Ausbau des Autobahnanschlusses Homburg ermittelt werden konnten, hofft man nun mit einer umfassenden Verkehrsbefragung auf aussagekräftigere Ergebnisse.

Während man in Berlin über die Zukunft der B 423-Umgehung berät (wir berichteten), werfen nach wie vor zwei weiterer Großprojekte in Homburg in Sachen Straßenausbau ihre Schatten voraus: der Ausbau des bestehenden A6-Autobahnanschlusses Homburg /Bexbach und der Neubau der Anschlussstelle Homburg-Ost. Zumindest bei Ersterem scheint es wohl signifikante Veränderungen zu geben. So zumindest lassen es Informationen aus dem Kirkeler Rathaus vermuten. Zum Hintergrund: Am Dienstagabend wollte sich der Altstadter Ortsrat mit dem Thema Autobahnanschluss Homburg /Bexbach befassen - räumte diesen Tagesordnungspunkt aber ab, nachdem Kirkels Bürgermeister Frank John mitteilte: "Das Verfahren ist derzeit zurückgestellt. Da sind wohl aktuell Verkehrszählungen gemacht worden, begründet im geplanten 'Abhängen' der Reiskircher Richardstraße im Zuge des Anschlussstellen-Umbaus. Man wollte feststellen, wie die Belastungen für die Ausweichrouten aussehen, wenn man die Richardstraße nicht mehr nutzen kann." Dabei, so John, seien Zahlen ermittelt worden, die mit den ursprünglichen Werten wohl nicht zusammenpassten. "Deswegen hat man die ganze Offenlage vorerst zurückgenommen." Laut seinen Informationen soll nun eine dezidierte Verkehrsbefragung Klarheit bringen.

Diese Informationen wollte unsere Zeitung gestern bei den zuständigen Stellen des Landes überprüfen. Im Detail sollten folgende Frage beantworten werden: "Gibt es diese Erhebung und entsprechende neue Zahlen und, wenn ja, in wie weit unterscheiden sie sich von den Ausgangsdaten? Und, wenn ja, was geschieht nun?" Vom saarländischen Wirtschaftsministerium gab es dazu folgende, bestätigende Information: "Aufgrund der öffentlichen Diskussionen im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens wurde im Juni 2015 eine zusätzliche Verkehrszählung vorgenommen. Ziel war es, die Auswirkungen des geplanten Rückbaus der L 218 zu konkretisieren. Die Ergebnisse liegen nun vor, erscheinen aber nicht aussagekräftig, weil sowohl auf der L 218 als auch im restlichen Straßennetz im Vergleich zu bisherigen Verkehrsuntersuchungen nicht plausible Veränderungen der Verkehrszahlen gemessen wurden." Eine mögliche Erklärung sei die derzeitige Sperrung der Auffahrt der Anschlussstelle Waldmohr in Fahrtrichtung Saarbrücken, die zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen im Umfeld der Anschlussstelle Homburg führe, so Alexander Brehm vom Ministerium.

Und weiter: "Ab Oktober 2015 stehen im Zusammenhang mit den Planungen zur Anschlussstelle Homburg-Ost weitere Verkehrserhebungen mit einer umfassenden Befragung der Verkehrsteilnehmer an." Durch die Methode der Befragung lasse sich anders als bei einer reinen Verkehrszählung der Sondereffekt einer Sperrung der Anschlussstelle Waldmohr beziffern. "Dieses Ergebnis wird abgewartet, nach der Erhebung zeitnah in die Planunterlagen zur Anschlussstelle Homburg eingearbeitet und ein neuer Termin für die Auslegung der Unterlagen bekannt gegeben."

Keine neuen Infos aus Saarbrücken gab es trotz Nachfrage bei einem anderen wichtigen Thema: Schafft die so genannte "Bahnsbrigg" in Höhe des Homburger Hauptbahnhofs die zu erwartende Mehrbelastung, sollte der neue Autobahnanschluss Homburg-Ost tatsächlich über die Erbachumgehung erschlossen werden? Immer wieder hatte es in der Vergangenheit in der Bevölkerung Bedenken gegeben. Denn: Es habe es sich gerade bei baustellenbedingten Veränderungen des Verkehrsflusses gezeigt, dass der schmale Bahnübergang mit dem dann entstehenden Mehr an Verkehr zu den Stoßzeiten kaum fertig werde. So zumindest das Empfinden derer, die in diesen Zeiten rund um die Bahnbrücke von und nach Erbach im Stau standen (wir berichteten).