Neue Sicht auf die Augenklinik

Homburg. Wer in diesen Tagen ans Uniklinikum kommt, wird feststellen, dass überall gebaut wird. Kabel laufen über das Gelände, Baugruben werden ausgeschachtet, Container werden angeliefert. So wie gestern anlässlich des Erweiterungsbaus der Augenklinik. "Wir haben diesen neuen Anbau dringend nötig", betonte der Leiter der Universitätsaugenklinik, Professor Berthold Seitz

Homburg. Wer in diesen Tagen ans Uniklinikum kommt, wird feststellen, dass überall gebaut wird. Kabel laufen über das Gelände, Baugruben werden ausgeschachtet, Container werden angeliefert.So wie gestern anlässlich des Erweiterungsbaus der Augenklinik. "Wir haben diesen neuen Anbau dringend nötig", betonte der Leiter der Universitätsaugenklinik, Professor Berthold Seitz. Wer gestern Morgen nur einen kurzen Blick in die Augen-Ambulanz werfen konnte, wusste, warum: die Patienten saßen dicht an dicht im Raum, es war warm, die Lüftung funktionierte nicht gut.

"Ich habe gleich zu Beginn meiner Tätigkeit vor sechs Jahren hier in Homburg betont, dass ich neue Räumlichkeiten brauche" sagt Berthold Seitz anlässlich des gestrigen Termins, "wir haben hier im Team mit viel Freundlichkeit, Verlässlichkeit und Service dafür gesorgt, dass unsere Patienten nicht abgewandert sind. Sie bleiben uns treu, weil die Versorgung und die medizinische Qualität gut sind. An den veralteten baulichen Verhältnissen hat's bestimmt nicht gelegen."

Um so erleichterter war Seitz, als in dieser Woche der riesige Kran anrückte, um den in Containerbauweise geplanten Anbau aufs Grundstück zu heben. 30 Tonnen kann der große Kran heben.

Begonnen hatte alles, als Josef Hecken noch Gesundheitsminister im Saarland war. Er hat Seitz vor über fünf Jahren einen Erweiterungspavillon für 150 000 Euro zugestanden, "das war sozusagen der Startschuss", sagt Seitz. Zwar ist es nie zu dem Pavillon gekommen, weil sich schnell die Einsicht durchsetzte, dass eher ein größerer Anbau benötigt würde als nur ein bisschen Kosmetik in der Ambulanz. Die Containerbauweise kam bereits im Bereich der Strahlentherapie zum Einsatz und hat sich gut bewährt.

"Diese Bauweise geht schnell und ist sauber", sagt Ralf Jungmann, der Geschäftsführer des zuständigen Bauingenieurbüros. Nach Lothar Eschmann, dem Leiter des Dezernats Wirtschaft, wurde die Augenklinik für 2,5 Millionen Euro renoviert; der Containeranbau kostete 3,5 Millionen Euro.

Aufgrund freundlicher Farben und viel Licht werden die Patienten nach Fertigstellung nicht das Gefühl haben, dass der Bau als schlichter Container angeliefert worden ist, versichert Seitz. Die Bau-Elemente sind 18 mal fünf Meter groß, ein neuer Ambulanzbereich, ein innovativer Operationstrakt und eine Bettenstation werden dort einziehen.

Innerhalb von drei Tagen sollen die Container zu einem modernen dreigeschossigen Anbau mit Aufzug verbunden werden. Jeweils sieben dieser schon teilweise vorinstallierten Module bilden eine spätere Gebäudeebene. Im Anschluss an den Zusammenbau der Module erfolgen der komplette Innenausbau und die Ausstattung der rund 1500 Quadratmeter.

Diese Arbeiten werden noch einige Monate in Anspruch nehmen, so dass die Einweihung im September geplant ist.

Am kommenden Samstag empfängt Berthold Seitz übrigens viele internationale Experten anlässlich seines alle zwei Jahre stattfindenden Hornhauttages. "Das trifft sich gut, dass unser Neubau jetzt zusammenkommt mit diesem Treffen. So sieht man, dass es in Homburg vorangeht", freut sich der Klinikdirektor. Betten, Ambulanz und Geräte bekommen also bald eine neue und moderne Heimat.

Ob er damit zufrieden ist, wird Professor Seitz gefragt. "Ich bin nie zufrieden", lacht der gebürtige Bayer.