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Neuanmeldung neue Fünfer: zwei Homburger Gymnasien zufrieden, eines verliert

Kostenpflichtiger Inhalt: Künftige Fünftklässler an Homburger Gymnasien : Gemischtes Bild bei Neuanmeldungen

Spitzenreiter bei den Anmeldezahlen ist das Johanneum mit 133 neuen Fünfern ab dem nächsten Schuljahr. Deutlich zulegen kann das Saarpfalz-Gymnasium (118). Das Mannlich-Gymnasium verliert im Vergleich zum Vorjahr.

Die Gymnasien haben derzeit zwar viele andere Sorgen angesichts der Ausbreitung des Coronavirus’, angefangen von abgesagten Klassenfahrten bis zu Schulschließungen, die ja drohen können. Dennoch liefen wie gewohnt die Anmeldungen der neuen Fünftklässler, denn das Leben geht ja weiter. Und das ist oft für die Schulen auch Zeit, um Bilanz zu ziehen. Nun stehen die Anmeldezahlen fest – mit einem erfreulichen Ergebnis für zwei der drei Homburger Gymnasien. Insgesamt entschieden sich 329 derzeitige Viertklässler für diese Schulform, etwas weniger als vor einem Jahr, als 343 so wählten. Auch für die Gemeinschaftsschulen stehen die Zahlen fest, darüber werden wir noch berichten.

Selbst wenn die meisten neuen Fünftklässler die katholische Privatschule Johanneum besuchen werden, den deutlichsten Zuwachs unter den Homburger Gymnasien verzeichnete das Saarpfalz-Gymnasium. Die Schule hielt sich jahrelang immer bei etwa 100 Neu-Anmeldungen, im vergangenen Frühjahr meldete sie beispielsweise 96 fürs Schuljahr 2019/20, in den Vorjahren waren es 95 (2018) und 99 (2017). Damit konnte man immer gut arbeiten, jetzt schnellte die Zahl deutlich hoch auf 118.

Jürgen Mathieu, Schulleiter am Saarpfalz-Gymnasium, ist mit der Anmeldezahl einerseits hochzufrieden, denn es zeige die Wertschätzung seiner Schule, andererseits kommt er mit dieser Anzahl an Anmeldungen aber an die Kapazitätsgrenzen: „Wir sind bisher immer vierzügig gewesen und werden es auch bleiben. Um fünfzügig zu werden, fehlen uns die Räume und die Lehrkräfte, ein diesbezüglicher Antrag würde mit Sicherheit abgewiesen.“ Somit wird es auch im kommenden Schuljahr „nur“ vier fünfte Klassen geben, davon allerdings zwei mit 30 Schülern. Dies, so Mathieu, sei aber durchaus zu verkraften. Die hohen Schülerzahlen seien auch deshalb fürs Saarpfalz-Gymnasium wichtig, „weil wir in der Mittelstufe ein breit gefächertes Angebot haben, wir bieten verstärkt Fremdsprachen, Naturwissenschaften und den Informatik-Zweig an. Dafür braucht man eine gewisse Masse an Schülern, die diese Zweige mit Leben füllen.“ Der erfolgreiche Informatik-Schwerpunkt der Schule war es auch, der viele Eltern bewogen habe, ihre Kinder „am Saarpfalz“ anzumelden. Auch sei als Argument oft der „gute Ruf der Schule“ gebracht worden. Der Schulleiter freut sich zwar über die Anerkennung, betont aber, dass es wichtig sei, „dass alle drei Homburger Gymnasien an einem Strang ziehen“. Jede Schule habe ihre eigenen Schwerpunkte und Vorzüge, „da bietet es sich an, zusammenzuarbeiten und nicht, in irgendwelche Verdrängungswettbewerbe hineinzulaufen.“ Überhaupt finde er, dass sich aus den Anmeldezahlen nicht allzu viel herleiten lasse, „die sind eher irrational, wenn man sich mal die Schwankungen der letzten Jahre anschaut“. Ihm sei, auch im Interesse aller Homburger Schüler, ein gutes Verhältnis zu den Schulleitern und Fachlehrern der beiden anderen Gymnasien wichtig: „Wir planen gerade die Kurse, in denen wir unsere Oberstufenschüler hin- und herschieben, damit jeder seinen fachlichen Schwerpunkt belegen kann.“

Im Johanneum, in das mit 133 Anmeldungen insgesamt die meisten neuen Schülerinnen und Schüler in Homburg gehen werden, ist Schulleiter Oliver Schales „absolut zufrieden“. Es gebe wieder fünf fünfte Klassen, vier starten mit Französisch als erster Fremdsprache, eine Klasse wird bilingual unterrichtet. Allerdings werden die Klassen nicht ganz so voll wie im aktuellen Jahr, für das sich 145 anmeldeten. Noch mehr wird schwierig. In den vergangenen drei Jahren sei man fünfzügig gefahren, „da wird es dann knapp mit den Räumen“, unterstrich er. Man habe 141 Bewerbungsgespräche gehabt. Auffällig dabei: Es wollen viele ehemalige Schülerinnen und Schüler ihre Kinder ans Johanneum schicken. Diese Anmeldegespräche seien Beratungsgespräche. „Wir haben auch Verantwortung für die Kinder, die hierher kommen, sie sollen nicht am Gymnasium kaputt gehen“. Daher nehme man die Empfehlung der Grundschule sehr ernst, schaue sich das Zeugnis genau an.

Zum Hintergrund: Die Grundschulen sprechen zwar eine Empfehlung aus für die weiterführende Schulform, diese ist aber nicht bindend.

Verluste im Vergleich zu den Anmeldezahlen im Vorjahr musste das Mannlich-Gymnasium hinnehmen. 78 entschieden sich für diese Schule, 102 waren es im vergangenen Frühjahr. Damals war man richtig froh, denn der Einbruch des Jahres 2017 mit nur 56 Anmeldungen schien endgültig überwunden. Denn bereits 2018 hatte man sich mit 77 Neuanmeldungen wieder erholt. Am Ende waren es dann fürs Schuljahr 2018/19 doch drei große Klassen mit 84 neuen Fünftklässlern – ein bisschen Bewegung ist nämlich immer bis zum Start.

Drei Fünfer-Klassen wird es nun auch im August geben, wenn das nächste Schuljahr beginnt. Es sei kein besonderer Grund zur Freude, aber auch keiner zum Trauern. „Es ist gut so“, kommentierte dies Schulleiter Wolfram Peters. Es gebe eben Vorurteile gegen „sein“ Gymnasium. Es gebe Leute, die es sich noch nicht einmal anschauen wollten. „Es ist kein Grund zu jammern, sondern einer dafür, seine Sache gut zu machen.“