Nesselberger bleibt Ortsvorsteher im kleinsten Homburger Stadtteil

Ortsratssitzung : Überraschung im kleinen Wörschweiler

Reinhold Nesselberger (SPD) bleibt trotz seines schlechten Ergebnisses bei der Kommunalwahl Ortsvorsteher.

Der alte und neue Ortsvorsteher von Wörschweiler heißt Reinhold Nesselberger. Nesselberger war erst nach dem Mandatsverzicht der in den Rat gewählten Walburga Degenhardt von Platz zehn – bei der Kommunalwahl hatte er als Teil der Freien Liste Wörschweiler nur 7,3 Prozent der Stimmen erhalten – noch auf Platz neun der Reihe der gewählten Ortsratsmitglieder gerutscht. Auf Vorschlag von Ortsratsmitglied Martin Guth wurde Nesselberger dann ohne Gegenkandidat für das Amt des Ortsvorstehers vorgeschlagen. In der Abstimmung erhielt er sechs von neun möglichen Ja-Stimmen. Nesselberger seinerseits schlug Martin Guth als seinen Stellvertreter vor, diesem Vorschlag folgte der neu konstituierte Ortsrat einstimmig.

Die Wahl von Nesselberger führte im Kreis der Gäste der Sitzung auch zu deutlich sichtbarer Verärgerung, zwei Zuhörer verließen unmittelbar nach der Wahl den Sitzungssaal im ehemaligen Rathaus, andere im Rund der Sitzung kommentierten die Entscheidung des Ortsrates mit Sätzen wie „Was hat das mit dem Wählerwillen zu tun?“ oder auch „Egal, was Du in Wörschweiler wählst, Du bekommst Reinhold Nesselberger!“.

Vor der Bestätigung von Nesselberger im Amt des Ortsvorstehers traf Homburgs Bürgermeister Michael Forster als Sitzungsleitender einige grundsätzliche Aussagen zur Tätigkeit im Ortsrat. Forster verband dies mit einem Dank an die anwesenden und nun ausgeschiedenen bisherigen Ortsratsmitglieder Walburga Degenhardt, Moritz Guth und Claudius Bellaire. „Danke für Ihr Engagement, danke für die Zeit, die man für das Ausüben der Ortsratstätigkeit benötigt. Dieses bürgerschaftliche Engagement ist heute, leider muss man das sagen, nicht mehr überall selbstverständlich.“ Danach konstituierte sich der neue Ortsrat mit der formellen Verpflichtung der aktuellen Ortsratsmitglieder Reinhold Nesselberger, Martin Guth, Helmut Guth, Claudia Conrad, Monika Keller, Roland Leiner, Erich Bollinger, Ralf Meisel und Manfred Wolf durch Michael Forster.

Reinhold Nesselberger skizzierte nach seiner Wahl vor allem zwei Themen, die in den neuen Legislatur-Periode in Wörschweiler anstünden. Hier machte er klar, dass er weiterhin daran festhalte, die Hausnummern in Wörschweiler in eine nachvollziehbare Reihenfolge zu bringen. Zum Hintergrund: Dieser Vorstoß des alten und neuen Ortsvorstehers hatte in der Vergangenheit auch für Unmut gesorgt (wir berichteten). Am Montagabend machte Nesselberger klar: „Das werden wir irgendwann einmal anpacken, egal wie es geregelt wird.“

Ein weiteres Thema sei die aktuelle Verkehrslage in den Wörschweiler Ortsdurchfahrten. Hier habe sich die Situation durch die Ansiedlung einer Spedition auf dem ehemaligen Terex-Gelände in Bierbach zum Schlechteren verändert. Schon vor der Wahl habe er, wie Nesselberger erklärte, deswegen und zusammen mit Limbachs Ortsvorsteher Max Victor Limbacher das Gespräch mit Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo gesucht. „Wir müssen uns in den kommenden Sitzungen darauf konzentrieren, dass da was passiert. Da muss einiges geregelt werden, und da wird hoffentlich in den kommenden Monaten etwas geschehen. Der Landrat hat uns versprochen zu helfen. Und nun hoffen wir, dass den Worten Taten folgen.“ Michael Forster sicherte der Wörschweilern dabei seine Unterstützung zu: „An dieser Stelle mache ich das gerne. Was wir von städtischer Seite tun können, das werden wir tun.“ Forster räumte aber ein, dass der Einfluss Homburgs auf die Verkehrs-ausgestaltung von Landesstraße eher begrenzt sei. „Aber, wo es an der politischen Untermalung vielleicht fehlt, werden wir auf jeden Fall helfen.“

Trotz eines schlechten Wahlergebnisses bei der Kommunalwahl wurde Reinhold Nesselberger vom Ortsrat im Amt bestätigt. Foto: Thorsten Wolf

Nach weniger als einer halben Stunde war die konstituierende Sitzung des Wörschweiler Ortsrates damit Geschichte. Allerdings gab es danach vor dem alten Rathaus noch eine inoffizielle Fortsetzung. Und die drehte sich nochmal um das Thema Verkehr, als eine Bürgerin ihrem Ärger über den Lkw-Verkehr im Gespräch mit Bürgermeister Michael Forster und Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger Luft machte und dabei auch an der Rechtmäßigkeit der Speditionsansiedlung in Bierbach Zweifel äußerte. Als Ergebnis dieser „Sitzungsverlängerung“ kündigte Nesselberger eine Sondersitzung des Ortsrates an.

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