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Naturschützer kritisieren Baumfäll-Aktionen im Stadtgebiet

Naturschützer kritisieren Baumfäll-Aktionen im Stadtgebiet

Die Ortsgruppe Homburg im Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat scharfe Kriitk an den jüngsten Baumfäll-Aktionen im Stadtgebiet geäußert. "Folgt man der Logik der Stadt, wonach 'Verkehrssicherheit' einziges Kriterium ist, ob ein Baum stehen bleiben kann, wäre an vielen Stellen Homburgs bald alles kahl", erklärte der Homburger Nabu-Vorsitzende Winfried Anslinger.

Die Standsicherheit lasse sich von außen schwer feststellen und Zweifelsfreiheit durch Bohrungen könne niemand bezahlen. Es gebe keine "risikolosen" Bäume . Dass man bei Sturm nicht spazieren geht, dürfte jedem einleuchten, es können ja auch Ziegeln von Dächern fallen. In der Berliner Straße hätte genügt, die offensichtlich gefährdeten Bäume herauszuschneiden. Dort wurden zuletzt über 300 Bäume gefällt (wir berichteten). Durch die "angstgetriebene Radikallösung" hat man, so Anslinger weiter, das Problem bloß verlagert: Der Kahlschlag habe einen neuen, künstlichen Waldrand geschaffen. Dort stünden jetzt Bäume , die bisher windgeschützt waren und kein starkes Wurzelwerk ausbilden konnten. Diese seien bei Sturm künftig stärker gefährdet als die bisherigen Randgewächse. Folgt man der städtischen Logik, müsste der neue Waldsaum ebenfalls weg, denn er gefährde Spaziergänger, die sich dort aufhielten. Der Stadt gehe es nicht allein um Sicherheit, sie lässt sich mehr von haftungsrechtlichen Gesichtspunkten leiten. Deshalb schneide man auch auf Parkplätzen vieles ab, was im Sommer Schatten spendet. Anslinger: "Die wenigen Versicherungsfälle wiegen nicht die hohen Fällkosten auf, von dem Verlust an Sauerstoff, Schatten und Sichtschutz in Wohnbereichen ganz zu schweigen."