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Nach Großbrand in Homburg
Riesenkran soll Schneise schlagen

 Nach dem Brand in Homburg gehen die Arbeiten an der Unglücksstelle weiter (Archivbild)
Nach dem Brand in Homburg gehen die Arbeiten an der Unglücksstelle weiter (Archivbild) FOTO: dpa / Oliver Dietze
Homburg. Noch ist nicht ausgeschlossen, dass auch giftige Stoffe über der Region niedergegangen sind. Messungen sollen Aufschluss geben. Von Eric Kolling

Die Nachlöscharbeiten des Homburger Lagerhallenbrandes vom Dienstag (19. März) wird die Feuerwehr voraussichtlich noch die komplette nächste Woche beschäftigen. Das erklärte der hiesige Feuerwehrchef Klaus-Peter Nashan bei einer Pressekonferenz am Freitagvormittag. Bereits in der Nacht auf Freitag habe man zwei kleinere Brände löschen müssen.


Halle einsturzgefährdet

Geplant sei nun, dass am Freitag um 14 Uhr ein 50 Tonnen schwerer Spezialkran aus Illingen aufs Gelände transportiert wird und in die ausgebrannte Lagerhalle eine Schneise schlägt. In der Folge sollen dadurch die Überreste der rund 500 Tonnen verbrannten Kunststoffgranulats aus dem Halleninneren nach draußen geschafft und eventuelle Glutnester dann draußen von den Feuerwehrleuten gelöscht werden. Man müsse diesen Weg gehen, weil die Halle einsturzgefährdet und somit nicht betretbar sei, so Nashan.



Giftiges Dioxin: Messungen laufen

Inwiefern durch den aufsehenerregende Wolke Gift wie etwa Dioxine in die Luft geschleudert worden sei, messe man gerade mittels Bodenproben in Kirrberg, beim Homburger Waldstadion und rund um den Brandherd, erklärte Michael Penth vom Landesumweltamt (Lua) des Saarlandes. Ergebnisse lägen noch nicht vor. Vorläufig gelte vorsichtshalber die Empfehlung, Kräuter, Obst oder Gemüse aus dem heimischen Garten vor dem Verzehr gut zu waschen.

Weitere giftige Stoffe möglich

Getestet werde etwa auf Asbest und Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die teilweise als krebserregend gelten. Er gehe bereits jetzt davon aus, dass man eine Asbestbelastung „weitgehend ausschließen“ könne. Gerade im Dach, das in Teilen losgelöst und in kleinen Teilen durch die Stadt geweht wurde, sei kein Asbest, sondern nur Glaswolle gewesen.

Feuerwehrchef Nashan erinnerte daran, dass es zum Standardprozedere bei einem Einsatz mit einer solchen Rauchentwicklung gehöre, der Bevölkerung zum Schließen der Fenster und Aufenthalt in den Gebäuden zu raten.