Auftritt des Homburger Sinfonieorchesters : Musiksommer mit Klassik-Open-Air

Die Jazzfrühschoppen und die Pop-Rock-Reihe Querbeat sind von Mai bis September Publikumsmagneten auf Homburgs Marktplatz. Diesmal gibt's unter dem Dach des Musiksommers noch mehr, zum Beispiel klassische Musik.

Die Heftchen riechen noch nach Druckerei, kein Wunder. Raimund Konrad und Norbert Zimmer haben die Musiksommer-Programme gestern Morgen erst kurz vor ihrem Besuch in der Homburger Redaktion abgeholt. Auf dem Weg dorthin sind die beiden gleich einige davon losgeworden. "Wenn man damit durch die Stadt läuft, sagen viele: Gib' mir doch mal eben eins", berichtet Konrad. Er ist Homburgs ehrenamtlicher Kulturbeigeordneter und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Homburger Altstadt. Der 80 Mitglieder starke Verein und die Stadt zeichnen gemeinsam für den Musiksommer verantwortlich - seit 15 Jahren läuft der mittlerweile, inzwischen im zweigeteilten Konzept, das sich bewährt hat: Auf Homburgs historischem Marktplatz wird freitagabends, 19 bis 22 Uhr, die Reihe Querbeat angeboten, die eher die Rock-Pop-Richtung abdeckt und für die Norbert Zimmer die Bands aussucht. Samstags ab 11 Uhr ist dann an gleicher Stelle Jazzfrühschoppen-Zeit.

Das bleibt auch so, doch in diesem Jahr öffnet sich die Reihe, geht über die übliche Doppel-Ausrichtung hinaus. Das hatte sich in der vergangenen Saison bereits angedeutet, als der Musiksommer ein ganzes italienisches Wochenende anbot, auch um den Wegfall der Festa Italiana ein bisschen aufzufangen. Italienisch wird es in diesem Jahr nicht, doch am 19. August wird erstmals das große Klassik-Open-Air des Homburger Sinfonieorchesters unters Musiksommer-Dach aufgenommen. Bis vor zwei Jahren war dieses Konzert unter freiem Himmel Bestandteil der Festa Italiana. Als es diese im vergangenen Jahr dann nicht mehr gab, fiel das Open-Air ebenfalls zunächst flach. Nun spielt man wieder. Daneben trifft der Musiksommer in dieser Saison Homburger Chöre. Es sei ein Wunsch des Kreis-Chorverbandes gewesen, einmal etwas zusammen zu machen, berichtet Konrad. Daraus wird nun am 10. Juni ein Jazz-Frühschoppen, bei dem vier junge Homburger Formationen - "Sing 'n' Swing" sowie die "Rusty Teenspoons", der Jugendchor des Vereins aus Bruchhof-Sanddorf, dazu die "Young Voices" aus Einöd und "Taktlos" aus Beeden - mit jazzigem Repertoire im Wechsel mit der Washboard Jazzband auftreten werden.

Ansonsten setzt sich das Programm gewohnt vielfältig zusammen. Die Uni-Bigband sowie die Bigband des saarländischen Polizeiorchesters werden ebenso zu hören sein wie etwa die Gruppe "Proyecto Juan Gonzalez", die Jazz mitbringt, der auf kolumbianischer Folklore fußt. Neben Nachwuchsbands wie Revival oder Roast Beats spielen alte oder zumindest altbekannte Hasen wie die "Blues Company" oder "Les Scarabees", eine Beatles-Tributeband (ein Bericht zum Programm folgt). Einer der Höhepunkte für Konrad: Joy Fleming, die mit ihrer Band am 12. August auf der Marktplatz-Bühne stehen wird. "Die bringt's wirklich", freut er sich.

Um die 70 000 Euro kostet der gesamte Musiksommer, das Klassik-Open-Air nicht eingerechnet. 60 000 Euro davon übernimmt die Stadt, informiert Konrad, den Rest steuern Sponsoren bei. Das Publikum zahlt keinen Eintritt. Ausnahme ist das Klassik-Open-Air, 700 Karten werden dafür verkauft. So soll ungefähr die Hälfte der Kosten dafür abgedeckt werden, Geld steuern zudem Sponsoren bei. Man werde, schätzt Konrad, dafür sicherlich insgesamt bei mehreren zehntausend Euro liegen, wenn man das Personal, das die Kulturgesellschaft stelle, miteinrechnet. Es muss auch eine Bühne angemietet werden, die auf dem unteren Teil des Marktplatzes aufgebaut werden soll. Sie soll allerdings bescheidener ausfallen als die imposante transparente Konstruktion, die vor zwei Jahren bei der Festa Italiana an gleicher Stelle stand. Überhaupt sorgte diesmal das Thema Musiksommerbühne schon lange vor dem Start der Reihe für Diskussionen. Die jetzige steht bekanntlich am alten Rathaus. Es ging nun darum, dass möglicherweise eine modernere Bühne angeschafft werden soll, die dann auch an einem neuen Standort stehen könnte - und dies bereits in dieser Saison. So kommt's nun nicht, allerdings will man an einigen Terminen mit Hilfe von Leihbühnen experimentieren, wo eine neue Konstruktion stehen könnte und wie diese aussehen soll. Auch da steckt also noch jede Menge Musik drin.

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Kulturbeigeordneter Raimund Konrad (links) und Norbert Zimmer zeigen das neue Musiksommer-Programm in der Redaktion. Foto: Stumm/SZ-Redaktion Foto: Stumm/SZ-Redaktion

Das Programmheft zum Homburger Musiksommer liegt in vielen Geschäften in der Altstadt aus, erhältlich ist es zudem im Kulturamt im Rathaus, Am Forum, sowie in der Stadtbücherei. Auch online kann man es sich in den nächsten Tagen anschauen: www.musiksommer-homburg.de . Eröffnet wird die Marktplatzreihe beim Maifest am Samstag, 27. Mai. Der eigentliche Musiksommer startet am Freitagabend, 2. Juni, mit Querbeat und am 3. Juni, wenn die Bigband des saarländischen Polizeiorchesters beim Jazzfrühschoppen spielt. Letzter Musiksommertermin ist der 9. September. Der Eintritt ist immer frei - bis aufs Klassik-Open-Air.