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Musikschule Homburg hat auch nach Corona-Schließung Angebote für Schüler

Kostenpflichtiger Inhalt: Musikschule Homburg und die Corona-Krise : Wie Musik auch aus der Ferne klingt

An der Musikschule Homburg werden normalerweise 367 Schüler unterrichtet, dazu kommen nochmals 384 Kinder durch Kooperationen mit Kitas und Schulen. Für sie alle ist derzeit Musik-Pause. Die Lehrer versuchen dennoch, den Kontakt zu halten.

Es ist still in der Musikschule Homburg. Sehr still. Dort wo sonst Geigensaiten klingen, Flötentöne geübt, Finger über Klaviertasten jagen, ist es geradezu gespenstische Ruhe. Wie an so vielen Stellen ist das in Zeiten der Corona-Pandemie ja auch so vorgegeben. Dass sich hier bis vor kurzem noch Kinder, Jugendliche, Erwachsene getroffen haben, die zusammen musiziert und gesungen haben: heute unvorstellbar. Die Musikschule ist wie alle anderen Schulen und öffentlichen Einrichtungen geschlossen. Die Lehrerinnen und Lehrer sind zu Hause. Die Leiterin Carola Ulrich ist vor Ort, um die Verwaltung aufrecht zu erhalten. Manchmal ist aber auch sie im Homeoffice, wie so viele dieser Tage. Obwohl es keinen Unterricht gibt, sie hat jede Menge Dinge zu klären. Das fängt dabei an, wie man den Schülerinnen und Schülern auch jetzt doch noch eine musikalische Beschäftigung bieten kann bis zur Frage, wie es mit der Bezahlung für die Honorarkräfte aussieht.

Vieles ist neu, vieles anders. So fand eine Sitzung des Verbands deutscher Musikschulen (VdM) Saarland statt – per Videokonferenz. In dieser Runde wollten sich die Schulen auch darüber abstimmen, wie sie es handhaben mit der neuen Situation und wie wohl die Zeit danach aussehen wird.

Eines ist Carola Ulrich wichtig: Sie und die anderen Lehrerinnen wie Lehrer wollen mit den Schülern in Kontakt bleiben. Die Frage, wie das gehen soll, wird unterschiedlich beantwortet. „Ich kann nicht einfach sagen: Wir bieten Fernunterricht an.“ Das scheitere schon dran, dass manche Lehrer zu Hause gar nicht die technischen Möglichkeiten haben. Und auf der anderen Seite sind auch die Schüler und ihre Eltern nicht immer so ausgestattet, dass eine Geigen-, Cello- oder Klavierstunde einfach mal so per Skype oder WhatsApp-Videoanruf möglich ist. Andere möchten es einfach nicht. Gruppenveranstaltungen wie Ensembles, Früherziehung, fallen sowieso komplett aus.

Verpflichtend läuft also nichts. Jeder soll das tun, was eben geht – auch ohne Technik-Ausstattung. Daher läuft es auch überall etwas anders. Sie selbst habe beispielsweise ein Notenrätsel verschickt oder Spiele fotografiert und verschickt. Zudem habe sie angeboten, dass man ihr Übfrequenzen schicken kann. So kann sie zu dem, was da per Video-Ausschnitten bekommt, auch Tipps geben. Sie wisse zudem von Lehrern, die ihren Schüler über Cloud Dinge vermitteln. Es gebe Angebote zu Musiktheorie, die Möglichkeit, sich mit Komponisten auseinanderzusetzen. Es habe zwar ein bisschen gedauert, bis alles angelaufen sei, aber jetzt „werden wir kreativ“. Manches könne man auch für die Zeit nach der Pandemie überlegen. Ob man etwa etwas erweitert, ergänzt, verändert. Es sei ja auch dann die Frage, ob man zum Beispiel zu jeder Konferenz, die weiter weg sei, wirklich hinfahren müsse, oder ob es nicht auch per Video laufen könnte. Auch über einen Arbeitsplatz in der Musikschule könne man nachdenken, der so ausgestattet sei, dass man hier Online-Unterricht geben könne, eine Lösung auch dann, wenn ein Kind länger krank sei. Alle Lehrer hätten Kontakt zu ihren Schülern aufgenommen. Es sei wichtig, „dass wir die Schüler weiterhin betreuen“. Auch aus der Sorge heraus, dass die Kinder vielleicht nach der langen Pause keine Lust mehr haben, weiterzumachen. Und es gebe jede Menge Pläne für die Zeit danach, etwa ein Ausflug ins Staatstheater. „Da passiert schon einiges.“

Carola Ulrich. Foto: Ulrike Stumm

Jenseits des Künstlerischen steht aber auch das Finanzielle. Zum einen gehe es um die fünf Honorarkräfte unter den insgesamt 20 Lehrkräften der Musikschule. Wer nicht fest angestellt sei, der bekomme normalerweise nur die Stunde bezahlt, die er auch hält. Wie es da weitergeht, ist unklar. Aber es gibt auch ständig neue Entscheidungen. Außerdem fragten einzelne Eltern nach, ob sie denn das Ausgefallene bezahlen müssen beziehungsweise wie es nachgeholt wird. Laut Vertrag müssten Eltern zwei entfallene Unterrichtsstunden pro Schuljahr hinnehmen, was darüber hinausgehe, müsse laut diesem Vertrag am Schuljahresende zurückerstattet werden, zitiert sie. Hier bittet Carola Ulrich alle um Geduld. Mit allen Schulen im VdM werde nach einheitlichen Lösungen gesucht. „Es ist ja schließlich eine nie dagewesene Situation, die für alle neu ist.“