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Musikschule feiert ihren 50. Geburtstag

 Ein Hingucker am Standort der Musikschule in Erbach ist die farbenfrohe Aula. Fotos: Ulrike Stumm/SZ-Redaktion
Ein Hingucker am Standort der Musikschule in Erbach ist die farbenfrohe Aula. Fotos: Ulrike Stumm/SZ-Redaktion
Homburg. Knapp drei Wochen gibt es im Juni ein Programm zum Jubiläum der Homburger Musikschule. Der Startschuss fällt am Wochenende. Im September geht es weiter, etwa mit einem Ball, einer Festmatinee und einem Jazz-Abend. Ulrike Stumm

Der Anfang dessen, was jetzt groß gefeiert wird, nimmt sich nüchtern aus. Auf einem simplen DIN-A4-Blatt, sorgfältig abgeheftet im grauen Ordner, ist die Eröffnung der Homburger Musikschule notiert. Er liegt auf Carola Ulrichs Schreibtisch, und auch die jetzige Leiterin der Einrichtung entdeckt immer wieder kleine Schätzchen in den Papieren, etwa ein Bild einer Lehrerin, die bis heute hier unterrichtet, oder mit Filzstift von Hand gemalte Diagramme. Das, was hier zu finden ist, aber auch noch weitere Erinnerungen, Fotos und vieles mehr sollen bis September in einer Festschrift und einer kleinen Ausstellung im Foyer aufgearbeitet und ausgebreitet werden. Denn: Die Gründung der Musikschule liegt genau 50 Jahre zurück.


Der echte Geburtstag ist der 1. Oktober 1967, damals war die Schule noch Zweigstelle der Saarbrücker Einrichtung. Geleitet von "Musikoberlehrer Alfred Großklos" wurden 109 Schüler und acht Lehrer aufgelistet, unterrichtet wurde beispielsweise in Klavier, Geige, Blockflöte und Handharmonika. 1970 übernahm dann der Verkehrsverein Homburg als Träger die mittlerweile von Saarbrücken unabhängige Einrichtung.

Ein halbes Jahrhundert später hat sich ziemlich viel getan. Die Musikschule ist eine gemeinnützige GmbH, hat ein neues Zuhause gefunden: Im Frühjahr 2015 zog man vom stark sanierungsbedürftigen Haus in der Gerberstraße nach Erbach. Für die Schule waren Gebäude der ehemaligen Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge umgebaut worden, dazu kam ein Neubau. Grundsätzlich ist die Stadt Homburg 100-prozentige Gesellschafterin der Musikschul-gGmbH. Bei deren Gründung zahlte sie eine Million Euro an Stammkapital ein, zusätzlich wird von der Stadt ein Betriebskostenzuschuss übernommen. Der lag ungefähr bei um die 600 000 Euro pro Jahr, variiert aber, denn: Die Stadt übernehmen alle Kosten, die nach Abzug der Einnahmen, die von der Musikschule generiert werden, verbleiben, hatte die Kämmerei zu einem früheren Zeitpunkt erläutert.



366 Kinder werden, Stand März 2017, im Haus unterrichtet, informiert Carola Ulrich, dazu kommen etliche Kooperationen mit Kindergärten, Schulen, darunter auch die Bläsergruppe am Saarpfalz-Gymnasium. Dies alles mache noch einmal 256 Schüler aus.

Gefeiert wird das 50-jährige Jubiläum übrigens zweigeteilt: im Juni und im September. "Normalerweise machen wir alle zwei Jahre ein Schulfest", dazu komme ein Infotag nach den großen Ferien, erläutert Carola Ulrich. Diesmal nun habe man alles, "was wir so haben", vor den Ferien in drei Wochen hineingepackt, die ein oder andere Aktion noch hinzugefügt, zum Beispiel die Aufführungen am 21. und 22. Juni des Musicals "Schockorange". Hier stehen Kinder der Gemeinschaftsschule Neue Sandrennbahn auf der Bühne, das Projekt läuft in einer Kooperation zwischen Musikschule, Schule und einer Tanzschule (ausführlicher Bericht folgt). Es wird gefördert vom Saarpfalz-Kreis, dem Programm "Trafo - Modelle für Kultur im Wandel" der Kulturstiftung des Bundes und von Saar Pfalz Kultur.

Außerdem werde man an anderen Orten mit verschiedenen Gruppen auftreten, etwa im Foyer der Universitäts-Kinderklinik oder auf dem Christian-Weber-Platz, sagt Ulrich. Eines ist ihr grundlegend wichtig: Es stehe ja öfter mal im Raum, dass die Musikschule ein Prestigeobjekt sei, zudem weit weg. "Wir wollen den Leuten zeigen, dass da mehr ist", dass die Schule wichtig sei für Homburg, "dass wir nicht nur im Haus in Erbach sind", sondern rausgehen. Man wolle demonstrieren: "Hallo, wir sind hier".

Erster Termin der erweiterten Geburtstagsparty ist übrigens bereits an diesem Samstag, wenn die Kinder der Luitpoldschule um 11.30 und um 13 Uhr in ihrer Aula Musiktheater zeigen. Im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags in der Homburger Innenstadt am 11. Juni gibt es gleich mehrere Konzerte: Das Akkordeonensemble ist um 14 Uhr im Saarpfalz-Center zu hören, das Streicherensemble "Solo e Tutti" in einer Innenstadt-Buchhandlung um 15 Uhr und die Stomp-Performance, bei der Alltagsgegenstände als Schlaginstrumente dienen, um 13.30 Uhr auf dem Christian-Weber-Platz.

Nach diversen anderen Auftritten, unter anderem beim Kinder- und Familienfest am 25. Juni, geht es dann im September weiter mit der großen Feier: Geplant sind eine Festmatinee, ein Ball, ein Familienkonzert und ein Open-Jazz- Abend mit Jam-Session.

Während der Präsentationswochen sind die Türen für Interessierte geöffnete. "Schnupperunterrichte" können mit dem jeweiligen Lehrer vereinbart werden. Man kann sich im Sekretariat über das "Musikschulleben" informieren: Tel. (0 68 41) 6 42 04; E-Mail: musikschule@homburg.de. Einzelheiten zum Juni-Programm findet man in bunten Flyern, die an vielen Stellen in der Stadt und in der Schule zu bekommen sind.