Musikschul-Umbau wird teurer

Mehrere hunderttausend Euro mehr als geplant muss die Stadt Homburg für die neue Bleibe der Homburger Musikschule an der Lappentascherstraße 100 zahlen. Der genaue Eröffnungstermin soll im Dezember bekannt gegeben werden.

Ein Klagelied müssen die Verantwortlichen noch nicht anstimmen, doch was das Finanzielle angeht, muss man beim neuen Gebäude für die Musikschule doch mit ein paar Misstönen zurecht kommen. Nicht beim Bau selbst: Da läuft es gut, im ersten Quartal des kommenden Jahres soll Eröffnung gefeiert werden in der Lappentascherstraße 100, informiert Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff. Der genaue Termin soll in der Stadtratssitzung am 18. Dezember bekannt gegeben werden, Abstimmung beim eigentlichen Umzug und der Gästeliste müssten berücksichtigt werden.

Allerdings sagt er auch: Bei der Musikschule gebe es eine enorme Kostensteigerung - für Bau und Planung sind es mehrere hunderttausend Euro, für die verschiedene Positionen verantwortlich seien. Zum einen sei es teurer geworden, weil die Bausubstanz der Gebäude nicht so gut gewesen sei wie anfangs erwartet. Bekanntlich werden für die Musikschule zwei von vier Gebäuden der ehemaligen Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge saniert. Ein weiterer Grund ist der Wechsel der ursprünglich verantwortlichen Firma. Weil die Stadt mit deren Leistungen nicht zufrieden war, habe man sich von ihr getrennt, ein Vergleich wurde erzielt, allerdings auch Mehrkosten an Honoraren gezahlt. Viele Leistungen hätten erneut vergeben und auch abermals bezahlt werden müssen, erläutert Kruthoff. Zudem seien in der ersten Planung Dinge schlicht vergessen worden, einige Positionen fehlten. Deshalb seien die ursprünglich errechneten 4,7 Millionen Euro für den Umbau der beiden Gebäude plus der verbindenden Aula, die auch vom angrenzenden Kindergarten Du Bonheur genutzt werden kann, auch keine realistische Zahl gewesen, so Kruthoff weiter. Neben Geld kostete der Wechsel der Firma Zeit: etwa sechs Wochen Verzögerung seien entstanden, so Kruthoff. Doch dabei sei es geblieben - mehr Zeitverlust sei nicht zu verzeichnen.

Die Musikschule war in den Planungen für das Gesamtarreal in der Lappentascherstraße zwar immer der zentrale, aber nicht der einzige Punkt. Bereits im Sommer 2011 zog eine Schlagzeugschule ein, und es war auch die Rede von einem Kulturzentrum, das hier entstehen solle. Ursprünglich hatte der damalige Oberbürgermeister Karlheinz Schöner die Idee gehabt, in einem oder beiden anderen Gebäuden Proberäume einzurichten - je nach Zuschnitt 80 bis 100, eher spartanisch ausgestattet.

Später, so Pressesprecher Kruthoff, habe man andere kulturelle Richtungen hinzugenommen, auch Theater und Malgruppen könnten dort untergebracht werden - so die Überlegung.

Auch wenn jetzt vieles in der Schwebe ist, es stehen 2,1 Millionen Euro, verteilt auf die Jahre 2015 und 2016, im Haushalt. Allerdings stamme diese aus früheren Planungen, informiert Kruthoff. So werde es aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr kommen.

Heute - auch angesichts des Sanierungsplans für den städtischen Haushalt - will man das Projekt Kulturzentrum zwar noch nicht sang- und klanglos streichen, allerdings soll es genau auf den Prüfstand gestellt werden. Er halte die Sache nach wie vor für sinnvoll, die Frage sei aber, "ob wir es gestemmt bekommen", hatte Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind bereits vor der Oktober-Stadtratssitzung gesagt. Dabei wurde entschieden, eine vorgesehene Investition zunächst im Haushalt zu belassen.

Nun soll im Stadtrat am 18. Dezember das Ganze noch einmal thematisiert werden. Noch sei man nicht fertig mit der Planung und der Kostenschätzung, sagt Kruthoff. Klar ist aber so viel: Beide Blöcke umzubauen sei vom Tisch. Das sei zu teuer, zudem brauche man nicht so viel Platz, vielmehr seien Stellflächen und Grünanlagen nötig.

"Da wir mit der Sanierung der im Zustand besseren beiden Blöcke bereits Mehrkosten hatten", prüfe das Bauamt nun günstigere Alternativen. Wie die im Detail aussehen könnten, sei noch nicht endgültig durchgeplant. Denkbar sei eine Variante mit einem teilweisen Neubau. Bei vielen offenen Punkten steht eines fest: Abstimmen muss der Rat.