Musik mal drinnen, mal draußen

Limbach. Ein Sommerkonzert hätte es werden sollen - einzig der Sommer machte dem Musikverein Limbach am vergangenen Samstag einen dicken Strich durch die Rechnung. Statt strahlendem Sonnenschein gab's strömenden Regen

Limbach. Ein Sommerkonzert hätte es werden sollen - einzig der Sommer machte dem Musikverein Limbach am vergangenen Samstag einen dicken Strich durch die Rechnung. Statt strahlendem Sonnenschein gab's strömenden Regen. Und statt lauschiger Sommerabendatmosphäre im Park hinter der Limbacher Elisabeth-Kirche dominierte zeitweise nüchterne Zweckdienlichkeit im nahe gelegenen Theobald-Hock Haus. Doch musikalisch, und das sei vorweg gesagt, tat Petrus' Eingriff dem Ganzen keinen Abbruch, gewohnt auf hohem Niveau präsentierte der Verein sein Repertoire und seine unterschiedlichen Formationen. So gesehen ging das "Pokerspiel" gegen den Wettergott zwar in Sachen Ambiente verloren, verhagelt wurden den Limbacher ihr Konzert aber nicht. Schon rechtzeitig hatten Harald Theisen, musikalischer Leiter des Musikvereins, und Christian Fried, der erste Vorsitzende, zweigleisig geplant und sowohl den Kirchgarten als auch das Theobald-Hock-Haus für den Konzertabend vorbereitet.Zuerst schien es so, als könnte alles wie gewünscht, also im Freien, stattfinden. Die jüngsten Musikerinnen und Musiker - Mädchen und Jungen, die im ersten oder im zweiten Jahr beim Musikverein aktiv sind - bezauberten unter der Leitung von Stephanie Spengler und Lena Bernhard. Danach hatte das Anfänger-Orchester unter der Leitung von Sarah Schröder seinen großen Auftritt. Für Schröder war dies ein sehr besonderer Moment, war dieser Einsatz doch ihre letzter für den Musikverein Limbach: Sie wird als Lehrerin nach erfolgreichem Referendariat nun in die Pfalz gehen. Für Sarah Schröder gab's aus dem Händen von Christoph Fried einen schönen Blumenstrauß, für das Anfänger-Orchester, das sich schon durch die ersten Regentropfen spielen musste, gehörigen Applaus.

Danach kam es, wie es keiner haben wollte: Der Himmel öffnete seine Schleusen. Und hier zeigte der Musikverein Limbach seine zweite herausragende Eigenschaft, die schnelle Reaktion. Eilig wurde sämtliche Technik im Freien ab- und im Theobald-Hock-Haus wieder aufgebaut. Das bedeutet zwar die eine oder andere Verzögerung. Doch für den folgenden Auftritt der noch recht neuen Bläserklasse der Erweiterten Realschule Kirkel waren vor allem die Eltern gerne bereit, zu warten. Nach diesem, durchaus rockigen Zwischenspiel war es dann den jungen Musikern des Vereins vorbehalten, die Spannung bis zum Höhepunkt des Sommerkonzertes aufzubauen: Dem Auftritt des Hauptorchesters des Musikvereins Limbach und dem Gastspiel des Blasorchesters aus Lemberg in der Pfalz unter der Leitung von Sandra Risch.

Dem angekündigten musikalischen Charakter des Abends blieben alle Musiker in allen Formationen treu: Hochwertig modern, aktuell, poppig, auch mal ein bisschen Flower Power, Oldies oder Deutsch-Rock. Harald Theisen: "Wir spielen keine Rumtata-Blasmusik." Und genau das beurteilte Christoph Fried, neben der musikalischen Güte, als ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal des Musikvereins Limbach.