Multi-Vokal und Multi-Instrumental

Multi-Vokal und Multi-Instrumental

Von Klassisch-Besinnlichem zu Schwungvoll-Mitreißendem. Navitus sorgten in der Apostelkirche in Einöd für jede Menge Abwechslung. So boten sie einen stetigen Wechsel zwischen großem Chor, Ensemble und Trommel-Variationen.

Zwei Sachen waren am vergangenen Sonntagabend beim Konzert von Navitus in der Einöder Apostelkirche absolute Mangelware: Parkplätze vor der Kirche und Sitzplätze in der Kirche. Und so konnte sich Pfarrerin Heide Salm gut gelaunt diesen beiden Luxusproblemen widmen - zeugten sie doch davon, dass das Angebot dieses vorweihnachtlichen Konzerts mehr als dankbar und mehr als bestens nachgefragt war. "Schön das Sie hierher gefunden haben in unsere kleine, feine und schöne Apostelkirche", zeigte sich Salm in ihrer kurzen Begrüßung dankbar für die große Resonanz. Den folgenden rund zwei Stunden gab Einöds Pfarrerin mit Blick auf das Repertoire von Navitus schon mal einen großen Kredit. "Ich kann Ihnen versichern, da ist Power dahinter, da ist Spaß dahinter, da ist Lust an der Musik und am Singen dahinter. Und ich bin ganz glücklich darüber, dass wir zum Ende der Adventszeit Navitus wieder bei uns haben! Ich wünsche uns nun eine super tolle, stimmungsvolle und temperamentvolle Zeit mit der Energie der Musik."

Und genau das sollte es auch werden. Das Stichwort für das, was Navitus in der Apostelkirche in Noten zauberte, war "Multi". Multi-Vokal, Multi-Instrumental, Multi-Emotional. Und das von der ersten Minute und dem ersten Takt an. Schon gleich zu Beginn ging es mit richtig, richtig viel Energie los, als "Amen" und "Michael row the boat" die Gäste im Kirchenschiff zum mitwippen, mitklatschen und mitsingen brachten. Dafür sorgte der gesamte Chor von Navitus. Nach diesem Auftakt war dann das kleinere Ensemble mit Loretta Hüther (Gesang und Gitarre), Heike Reitnauer (Gesang und Percussion), Sabine Abendroth (Gesang ), Ellen Gehrig (Cajon) und Annika Reitnauer (Bassgitarre und Gesang ) dran. Und hier zeigte sich deutlich, dass Navitus vieles ist, nur nicht schlicht ein Chor. Mit "Dona vobis" und "Down by the Riverside" spannte die "kleine Besetzung" von Navitus gleich mal den musikalischen Bogen von Klassisch-Besinnlichem zu Schwungvoll-Mitreißendem. Und diese Wechsel in den musikalischen Farben und in den unterschiedlichen Besetzungen sollten den gesamten Abend prägen. Personifiziertes Beispiel für diese musikalischen Vielschichtigkeit war die junge Annika Reitnauer. Sie spielte Bassgitarre, sang in Ensemble und im großen Chor und griff auch zu Trommel. Und eben die Trommel gehört zu den Markenzeichen von Navitus - was die Formation bei ihrem dritten "Rhythmus-Wechsel" des Abends eindrucksvoll unter Beweis stellte und alle Navitus-Damen die Apostelkirche mit einem furiosen Trommel-Stück zum Vibrieren brachten.

Im stetigen Wechsel zwischen großem Chor, Ensemble und Trommel-Variationen wurde der Konzertabend in Einöd vor allem eines nie: eintönig. Buchstäblich für jeden war etwas im großen Repertoire zu finden und zu hören, von klassischer Weihnachtsliteratur bis hin zu modernen Stücken, die einen durch den weißen Winterwald, dann auf den Spuren von Boney M bis an die Flüsse von Babylon führten. Wie gesagt: Langweilig wurde es mit Navitus am Sonntagabend nie.