Mitgliedsjahre summieren sich auf 30 000

Mitgliedsjahre summieren sich auf 30 000

Insgesamt 886 Mitglieder standen auf der Ehrungsliste der IG Metall Homburg-Saarpfalz. Neben dieser schönen Pflicht standen aber auch noch Rück- und Ausblicke in Tarifpolitik und regionale Arbeitsplätze beim Treffen im Saalbau an.

Die Zukunft der Arbeitsplätze in der Region sowie die Einkommen der Beschäftigten sind die zentralen Themen, welche die IG Metall Homburg-Saarpfalz beschäftigen.

Das betonte der Erste Bevollmächtigte Werner Cappel im Rahmen der diesjährigen Jubilarehrung im Kulturzentrum Saalbau. Insgesamt 886 Mitglieder standen für ihre langjährige Zugehörigkeit bei der IG Metall zur Ehrung an. 39 Mitglieder gehören bereits seit 60 Jahren der Gewerkschaft an, 88 blicken auf 50 Jahre, 285 auf 40 Jahre sowie 474 auf 25 Jahre Mitgliedschaft zurück. "Die Mitgliedsjahre unserer Jubilare summieren sich auf knapp 30 000", stellte Cappel fest.

Er sprach von "einem unglaublichen Schatz an Erfahrung und Engagement, auf den wir auch in Zukunft nicht verzichten können". Gerade die Jubilare machten die Gewerkschaft stark und seien "für uns unentbehrlich", meinte der IG Metall-Bevollmächtigte: "Ihr seid unsere Kraft", dankte der ihnen für die Jahrzehnte lange Treue.

In seiner Rede ging Cappel auch auf die erfolgreiche Tarifpolitik der derzeit annähernd 16 000 Mitglieder zählenden IG Metall ein. So summierten sich die tariflichen Entgelterhöhungen seit 2010 auf insgesamt 12,6 Prozent, was in diesem Vierjahreszeitraum im Durchschnitt ein Plus von über 10 000 Euro pro Arbeitnehmer sei. Zum Vergleich wies er darauf hin, dass in nicht tarifgebundenen und meist betriebsratslosen Betrieben der Region im Schnitt 30 Prozent weniger gezahlt werde, teilte Cappel mit. Aus diesem Grund werde die IG Metall in einem Drei-Jahres-Projekt insbesondere das Thema prekäre Beschäftigung und Werkverträge angehen, kündigte er an. Aktuell setze sich die IG Metall mit der beabsichtigten Schließung des Homburger KSB-Standortes auseinander.

Eine Schließung sei "gegen jegliche wirtschaftliche Vernunft", verwies Cappel auf einen seit Donnerstag vorliegenden Untersuchungsbericht des Info-Institutes, in dem Experten von erheblichen Risiken einer Betriebsschließung sprächen. "Wir kämpfen um den Erhalt aller Arbeitsplätze bei KSB in Homburg ", kündigte er an, denn "eine Schließung wäre wirtschaftlicher Unsinn mit nicht absehbaren negativen Folgen für KSB insgesamt". Einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen auf unter 4000 befürchte man auch bei Bosch, wo derzeit noch 4700 Arbeitnehmer beschäftigt seien. Seit über zwölf Jahren habe Bosch so gut wie keine Festanstellungen vorgenommen, sieht Cappel angesichts eines Durchschnittsalters der Belegschaft von knapp unter 50 Jahren "eine demographische Katastrophe auf uns zurasen".

Zusammen mit dem Betriebsrat und externen Experten wolle die IG Metall Gegenkonzepte entwickeln: "Wir können dieses Ausbluten nicht hinnehmen." Viel Lob für die IG Metall gab es von den beiden Oberbürgermeistern aus Homburg und Zweibrücken, Rüdiger Schneidewind und Kurt Pirmann, sowie vom künftigen Landrat Theophil Gallo .

Mehr von Saarbrücker Zeitung