Mit Meiler ins Jubiläumsjahr

Höchen. Die Entzündung des Holzkohle-Meilers auf dem Gelände des TuS Höchen am Samstag war ein Spektakel, das so wohl keiner erwartet hatte

Höchen. Die Entzündung des Holzkohle-Meilers auf dem Gelände des TuS Höchen am Samstag war ein Spektakel, das so wohl keiner erwartet hatte. Dabei machten sich die Höcher das Geschenk selbst: Unzählige hatten es sich nicht nehmen lassen wollen, den Auftakt zu den Feierlichkeiten zur 750-Jahr-Feier Höchens mitzuverfolgen, so viele, dass sich Höchens Ortsvorsteher Karl-Heinz Klein und Heiner Scherer, der Geschäftsführer der Jagdgenossenschaft als Initiator der ungewöhnlichen Idee, sichtlich überrascht zeigten. "Damit habe ich nicht gerechnet", freute sich Scherer angesichts der vielen Gäste. Und die große Resonanz bewies ihm, dass der plastische Blick zurück in die Vor-Steinkohle-Epoche am Höcherberg der richtige Geistesblitz gewesen war. "Das zeigt einfach, dass es sich um eine wirklich interessante Veranstaltung handelt."Mit der Idee, durch den Berufsköhler Giulio Pupo einen großen Meiler bauen zu lassen, sollte an die Zeit vor dem "Bergbaudorf Höchen" erinnert werden. "Höchen ist der waldreichste Stadtteil von Bexbach. Und es gibt hier eine Köhlertradition", verdeutlichte Scherer. "Viele Gemarkungsnamen erinnern noch an diese Zeit. Und da wollten wir einfach an diese Geschichte erinnern."

Der Meiler, der in den nächsten Wochen verkohlen soll, ist eine Gemeinschaftsleistung: Die Jagdgenossenschaft, der TuS, Bürger und natürlich Köhler Giulio Pupo selbst hatten bis in die Mitte der vergangenen Wochen an dem Bauwerk gearbeitet. Scherer: "Es war sehr viel Arbeit, es war sehr viel Stress. Es haben aber viele Leute geholfen. Und damit war und ist es einfach eine schöne Sache."

Dem konnte auch Höchens Ortsvorsteher Karl-Heinz Klein folgen, seit einigen Tagen auch Vorsitzender der Jagdgenossenschaft, ohne Mühe folgen. So konnte er in seiner kurzen Begrüßung der Gäste am Samstag von Bürgern berichten, die mit ihm großer Begeisterung von dem erzählt hätten, "was da oben beim TuS los ist. Und sie sehen ja selbst, was hier los ist: Es ist eine Attraktion. Das Jubiläumsjahr 2012 wird mit einem Höhepunkt eröffnet." Klein dankte in diesem Zusammenhang vor allem bei drei Beteiligten, stellvertretend für die viele engagierten Helfer: Heiner Scherer von der Jagdgenossenschaft, Lothar Wagner als erstem Vorsitzenden des TuS Höchen und natürlich dem Köhler Giulio Pupo. "Ohne dessen Fachwissen hätte das nicht funktioniert."

Die eigentliche Aufgabe, den Holzkohlemeiler zu entzünden, fiel dann Bexbachs Bürgermeister Thomas Leis zu. Und auch der zeigte sich sichtlich beeindruckt: "Das ist heute etwas Einmaliges und ganz Besonderes. Das haben wir in Bexbach schon lange nicht mehr gesehen, dass sich so viele Bürger ehrenamtlich zusammentun." Leis wies darauf hin, dass gerade in der heutigen, hoch technisierten Zeit, Projekte wie die Errichtung des Höcher Holzkohlemeilers zeigen würden, wie schwierig noch vor 200 Jahren gewesen sei, ein recht einfaches Produkt wie Holzkohle zu erschaffen.

Über drei Tonnen "Höcher Holzkohle" soll am Ende, in einigen Wochen, aus dem Meiler gewonnen werden. Damit alles klappt, ist Köhler Giulio Pupo nun dauerhaft vor Ort, um den Prozess zu überwachen. "Es gab in Höchen schon immer eine Köhlertradition."

Heiner Scherer