Aktion der Stadt Homburg : Mit spitzem Humor gegen Falschparker

Seit etwa einer Woche werden in Homburg humorvoll-sarkastische Zeichnungen verteilt, wenn Behindertenparkplätze blockiert werden. Damit will man sensibilisieren, sagt die Stadt, die diese Zettel allerdings nur an Verteiler weitergibt.

Manche sehen es sportlich: So lange mich niemand erwischt, kann ich mein Auto ja ruhig da an der Straße abstellen, auch wenn das eigentlich nicht erlaubt ist. Und falls doch, „dann zahl ich eben“. Dabei ist Falschparken kein Kavaliersdelikt. Wenn Straßen dadurch zu eng werden, etwa für Feuerwehr oder Rettungswagen, kann es weitreichende Folgen haben. Und wenn Kreuzungen durch Parker nicht mehr zu überblicken sind, wird es auch etwa für Fußgänger gefährlich. Ebenso für Radfahrer, wenn Pkw Radwege blockieren.

Immer wieder werden auch ausgewiesene Behindertenparkplätze von Nichtberechtigten, oft ohne Nachdenken, blockiert. Darauf weist die Stadt Homburg hin. Ausreden gebe es viele: Es wird ja nicht gerade jetzt jemand kommen, der hier parken will. Oder auch eine beliebte Entschuldigung: Ich bin ja gleich wieder weg. Dabei drohen gerade fürs Parken auf Behindertenplätzen Bußgelder oder sogar Abschleppkosten. Doch wenn der innere Autopilot signalisiert „freier Parkplatz“, werden Strafen gerne verdrängt.

Was also tun? Verschiedene Sozialverbände haben überlegt, wie diese Falschparker für die Parkplatzproblematik behinderter Menschen sensibilisiert werden können - nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mal auf ganz andere Art und Weise, nämlich mit Humor. „Das unterstützen wir auch in Homburg“, sagte Christine Caster, die kommunale Behindertenbeauftragte. Die Idee wurde aufgegriffen und mit einer Homburger Variante umgesetzt. Einen Verbündeten fand Caster nämlich in Peter Hilzensauer, Homburger Arzt und Maler. Ohne Honorar zeichnete er eine etwas sarkastische Comicfigur mit ebensolcher Formulierung: „Lieber Falschparker! Sobald Sie meine Behinderung übernommen haben, stelle ich Ihnen meinen Parkplatz kostenlos zur Verfügung!“ Überzeichnen, überspitzen sei eben auch beim Humor ein Mittel, um wahrgenommen zu werden, hieß es weiter von der Stadt.

Die so entstandenen Zettel wurden und werden auf Parkplätzen verteilt. Allerdings nicht vom städtischen Ordnungsamt oder den Politessen – „und zwar definitiv nicht“, betont Pressesprecher Jürgen Kruthoff, „das dürfen die gar nicht.“ Es sei vielmehr so, dass die Zettel von Ehrenamtlichen, von Mitgliedern des Behinderten- und Seniorenbeirates und von Betroffenen an engagierte Mitbürger ausgegeben werden, denn diese können die Hinweise dann an Parksünder verteilen.

Angelaufen sei die Aktion am 14. März. Nicht bei jedem stößt sie auf Verständnis. Es hätten sich bereits Autofahrer im Rathaus gemeldet, die verärgert reagiert hätten, als sie den Hinweis fanden. Die Stadt sei zwar an der Produktion und der Abgabe der Zettel beteiligt, bringe diese allerdings nicht an Fahrzeugen an, so die Information.

Wer Interesse an den Zetteln hat, erhält diese, um sie zu verteilen, im Rathaus der Stadt Homburg, Am Forum, in Raum 107.