Mit Geduld zu drei Punkten

Regionalligist FC Homburg hat sein Spiel bei der TSG Hoffenheim II mit 2:1 gewonnen. Dabei überraschte Trainer Jens Kiefer mit einer widersinnig erscheinenden Taktik – und die FCH-Fans schienen nach dem 1:5 in Worms noch stark verstimmt.

Eine Reaktion war gefordert, eine Reaktion wurde geliefert. Beim 2:1-Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim II hat Fußball-Regionalligist FC Homburg am Sonntag bewiesen, dass er es besser kann als bei der peinlichen 1:5-Pleite bei Wormatia Worms zuvor. "Jeder wusste, dass wir so nicht wieder auftreten durften wie in Worms - vor allem defensiv. Das ist uns heute gut gelungen", freute sich Torschütze Tim Stegerer über die Wiedergutmachung. Damit dürfte die Mannschaft auch einige Fans wieder versöhnt haben, die sich den Weg in den Kraichgau lieber gleich erspart hatten. Ganze 37 Homburger bildeten im Gästeblock eine Minuskulisse im mit 316 Zuschauern gefüllten Dietmar-Hopp-Stadion.

"Die Null muss stehen" war der Leitsatz, mit dem die Grün-Weißen in Hoffenheim den Rasen betraten. "Auch wenn es widersinnig klingt: Wir wollten defensiv gut stehen, uns aber nicht auf zu viele Zweikämpfe einlassen", erklärte FCH-Trainer Jens Kiefer.

Die Vorgabe griff, da auch die Hoffenheimer traditionell Fußball eher als Spiel denn als Kampf verstehen. Im Ergebnis standen sich vor allem in der ersten Halbzeit zwei Mannschaften gegenüber, die liga-untypisch fast alle Situationen spielerisch zu lösen versuchten. Die Zuschauer bekamen auf beiden Seiten im Mittelfeld einige schöne Ballstafetten zu sehen, die allerdings meist an der gegnerischen Strafraumgrenze endeten. "Genau wie vorher besprochen haben die Stürmer und die beiden Sechser überragend die Passwege zugestellt", lobte Kiefer die Disziplin seiner Spieler.

Torchancen blieben somit Mangelware. Vor und nach Stegerers Kopfball zum 1:0 in der 26. Minute nach einer Freistoß-Flanke von André Kilian gab es bis zur Pause nichts Nennenswertes in Tornähe zu berichten. "Wir wussten, dass wir über Standards immer was machen können", erklärte FCH-Abwehrspieler Emil Noll die geduldige Spielweise der Gäste.
Hoffenheim tat sich schwer

Die Gastgeber machten in der zweiten Hälfte zwar mehr Druck, fanden aber kaum eine Lücke in der Homburger Deckung. Es dauerte 20 Minuten, bis sich Hoffenheims Jiloan Hamad die größte Chance der Gastgeber bot. Doch er scheiterte mit seinem Schuss an FCH-Schlussmann David Buchholz. Erst eine weitere Standardsituation führte in der 71. Minute zum Ausgleich. Lucas Röser verwandelte einen Foulelfmeter, nachdem Clement Halet Benjamin Trümner im Strafraum zu Fall gebracht hatte. Für die Entscheidung sorgte Kilian, der den letzten Konter des FCH zum 2:1-Sieg abschloss (88.).

Den letzten Aufreger steuerte Kiefer an der Seitenlinie bei. Der Trainer regte sich so lautstark darüber auf, dass Hoffenheim weiterspielte, obwohl ein Homburger Spieler verletzt auf dem Rasen lag, dass er die Nachspielzeit von der Tribüne aus verfolgen musste.