Chartbreaker Markus Heitz: Mit einem „Fantastical“ zu neuen Ufern

Chartbreaker Markus Heitz : Mit einem „Fantastical“ zu neuen Ufern

Mit dem „Fluch des Drachen“ hat sich der Homburger Fantasy-Autor Markus Heitz an eine Musical-Produktion gewagt.

Man nehme mit dem Homburger Markus Heitz einen renommierten und international erfolgreichen Fantasy-Schriftsteller, bringe ihn zusammen der Band Corvus Corax, in der Szene auch nicht gerade unbekannt – und heraus kommt? Natürlich ein „Fantastical“ mit dem klangvollen Namen „Der Fluch des Drachen“! Story und Liedtexte stammen dabei folgerichtig aus der Feder von Heitz, für die Musik zur Geschichte sorgen Corvus Corax, als Erzähler fungiert der Schauspieler und Sprecher Johannes Steck.

Entstanden ist bis jetzt ein Album, das es in seiner ersten Woche in die Top-30 der deutschen Albumcharts schaffte – es folgt noch eine Live-Umsetzung, auch eine Aufführung in Neunkirchen ist im kommenden Jahr geplant. Doch was genau muss man sich unter einem Fantastical nun vorstellen?

Markus Heitz bringt es im Gespräch mit unserer Zeitung so auf den Punkt: „Fantasy trifft Musical trifft Märchen.“ Mit dem Crossover als Schriftsteller in die Bereiche Musik und Live-Konzerte betritt Heitz selbst dabei kein Neuland, auch die Beteiligten an „Der Fluch des Drachen“ arbeiten nicht zum ersten Mal zusammen.

„Angefangen hatte es vor etlichen Jahren mit ‚Zwerge Live‘, das unter anderem in Neunkirchen zu sehen war. Johannes Steck, der auch dieses Mal wieder der Erzähler ist, holte damals Corvus Corax als Musiker mit ins Boot. Er setzte den ersten Band der Zwerge-Serie als Erzählspektakel um, die Band sorgte begleitende Musik.“

Im Nachgang des erfolgreichen Projektes sei allen klar gewesen, dass da noch mehr gehe. „Jetzt sollte es mit dem ‚Fantastical‘ der nächste Schritt sein: eine eigene märchenhafte Story, speziell zugeschnittene Songs und Liedtexte, die die Handlung vorantragen. Der nächste Level, wenn man so möchte, und zwar für sämtliche Beteiligten.“

Wie ändert sich die Herangehensweise, wenn man statt einem Lese-Text etwas schreibt, das vorgelesen und gesungen wird? Ändert sie sich überhaupt? „Na ja, das Erzählen bleibt gleich und ist der Kern – nur wesentlich verdichteter und kompakter. Bei aller Reduktion darf es aber nicht langweilig oder ohne Atmosphäre sein. Das ist die Herausforderung. So was mag ich.“ Und wie muss man sich die Zusammenarbeit in einem Team, das im Grundsatz aus der Band und Dir als Verantwortlichem für Libretto und Text besteht, ganz praktisch vorstellen? „Die Geschichte stand zuerst, die ersten Liedtexte ebenso. Zwischendurch schickte mir die Band ihre Liedentwürfe, auf die ich die Texte wiederum anpasste. Schritt für Schritt“, erläutert Heitz.

Stichwort Geschichte: Die dreht sich natürlich mit dem Drachen um eine der klassischen Fantasy-Figuren, es gibt Hexen, Magier, magische Wesen, es gibt Liebe, Intrigen – und es gibt den Schmied, der mit besonderen Fähigkeiten ein großes Abenteuer bestehen muss. Solche Geschichten in Bücher zu fassen, ist für Heitz Tagwerk. Doch wie verändert ein solch multimedial angelegtes Projekt das eigene Handwerk? Öffnen sich Türen oder muss man in engeren Vorgaben arbeiten? Markus Heitz: „Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, eingeengt zu sein. Sicherlich, da ist mehr zu tüfteln, aber das macht auf andere Weise erfinderisch, damit alles seinen Platz findet. Das Schlimmste war eigentlich das Warten auf Rückmeldung, bevor ich weitermachen konnte. Aber das gehört bei so einem Mammut-Projekt mit vielen Beteiligten dazu.“

Für Heitz ist der Abschluss der Album-Produktion nun nicht das Ende seiner eigenen Geschichte. „Demnächst setze ich mich an das Skript für die Bühnenfassung von ‚Fluch des Drachen‘. Dazu gehören dann auch Bühnenanweisungen und derlei. Ein bisschen Musicalerfahrung habe ich glücklicherweise. Das zeigt, dass man alles eines Tages gebrauchen kann, was man sich angeeignet hat.“

Das Fantastical „Fluch des Drachen“ bedeute für ihn, das machte Heitz klar, „eine Erweiterung meines Kreativhorizonts. Und Spaß. Neue Impulse, darum geht es mir bei solchen Kooperationen.“

Die Musikerin und Sängerin Ji-In Cho gibt dem "Fantasical" als Hexe Runa Stimme und Gesicht. Foto: Bernadette Buerkle

Wer nun Angst haben könnte, der Erfolgsautor ließe angesichts solcher Projekte seine Feder zu Lasten neuer Romane ruhen, dem gab Heitz Erleichterndes mit auf den Weg: „Keine Sorge, die Romane kommen deswegen nicht zu kurz. Dafür erfinde ich zu gerne neue Welten.“

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