Mit dem Fußball auf die Golfbahn

Mit so wenig Pässen wie möglich einzuschießen, mag beim Fußball vielleicht ein taktisches Modell von dem ein oder anderen Trainer sein, beim Footgolf ist es für einen Sieg Pflicht. Am Wochenende konnte man dies am Websweiler Hof bestaunen.

Ein Fuß statt eines Schlägers, ein großer Ball statt eines kleinen und ... nein, eigentlich ist es nicht viel mehr, was "Footgolf" vom klassischen Golfsport unterscheidet. Gut, das Schuhwerk ist auch ein anderes und eher dem robusten Sportgerät angemessen.

Immerhin gilt es, einen waschechten Fußball über eine waschechte Golfbahn in ein waschechtes Loch zu schießen. Und wie das echte Profis dieser noch recht jungen Sportart machen, das konnte man sich am vergangenen Wochenende auf dem Golfplatz Websweiler Hof anschauen. Dort fanden die ersten "German Open" im Footgolf statt. Spieler aus 15 Nationen kämpften um Siege und damit auch um die Startplätze für den im Januar 2016 in Argentinien stattfindenden zweiten World Cup.

Erfunden wurde Footgolf 2006 in Holland - wobei: Geschichtsbelastbar scheint diese Information selbst unter den Spielern nicht. Doch letztlich ist das auch egal. Denn ganz gleich wo und wann zum ersten Mal ein Fußball auf einem Golfplatz eingelocht wurde: Heute zählt der Sport, der charmant die Welten Golf und Fußball verbindet, zu den absoluten Rennern. Doch so mancher mag sich fragen, ob er es angesichts von (vornehmlich) Männern in kurzen Hosen, lässigen T-Shirts und Sportschuhen wirklich mit einem Sport und nicht mit einer etwas bunt geratenen Freizeitbeschäftigung zu tun hat.

Diese Frage beantwortete uns am Sonntag rund um die finale Turnier-Runde Jochen Möller, Geschäftsführer des Golfclubs Homburg/Websweiler Hof und Mitorganisator des Wettkampfes. Und er tat dies unmissverständlich. "Footgolf ist ein sehr ernstzunehmender Sport. Die körperliche Belastung ist sehr hoch, weil man sehr weite Strecken mit dem geschossenen Ball überbrücken muss."

Möllers Einschätzung ließ sich angesichts des Geschehens auf den eigens für das Turnier ausgewiesenen Bahnen auf dem Gelände des Golfplatzes durchaus positiv überprüfen. So galt es für die Footgolfer, analog wie beim klassischen Golf, beim Abschlag eine maximal nötige Weite zu erzielen. Doch das nicht im Stil eines Bundesliga-Torwarts, sondern mit Blick auf das Gelände und die topografischen Herausforderungen der einzelnen Bahnen. Und wie beim Golf auch gibt es beim Footgolf nur ein Ziel: Mit so wenig Schüssen wie möglich einzulochen. Die Begriffe sind im Golf und im Footgolf vergleichbar. Für jede Spielbahn (auch Loch genannt) gibt es ein "Par" - also die durchschnittliche Zahl an Schüssen, die ein sehr guter Spieler benötigt, um hier einzulochen. Gut ist, wer "unter Par" spielt und damit weniger Schüsse benötigt als definiert.

Dass Footgolf eine echte Perspektive ist, dessen war sich Jochen Möller sicher, gerade mit Blick über den großen Teich und in die USA. "Dort geht jeden Tag ein Golfplatz unter. Und auf diesen brachliegenden Anlagen wird jetzt Footgolf gespielt. Die Entwicklung dieses Sports ist exponentiell." Möller lenkte den Blick auch auf eine weitere Mischung aus Fußball und Golf, das Fußball-Golf. Das sei mit Minigolf zu vergleichen, nur dass eben dort mit Fußbällen gespielt werde. "Eine solche Anlage eröffnen wir hier auf dem Websweiler Hof in sechs Wochen."

Und genau deswegen und um die Mitglieder des Golfclubs Homburg mit der Symbiose aus klassischem Golf und Fußball vertraut zu machen, habe er das Footgolf-Turnier auf den Websweiler Hof geholt. "Und wir sind sehr stolz darauf, dass die ersten ‚German Open' in dieser Sportart hier stattfinden. Es werden in Deutschland noch viele folgen, aber wir waren die ersten."