Ministerpräsident Tobias Hans las an der Schillerschule in Bexbach

Vorlesetag an der Schillerschule : Ministerpräsident Hans las Schülern in Frankenholz vor

Zum Bundesvorlesetag hatte Tobias Hans ein Buch mit aktuellem Bezug an die Schillerschule mitgebracht. Danach gab es eine Fragerunde.

Der vergangene Freitag stand deutschlandweit ganz im Zeichen des Vorlesens: Der „Bundesweite Vorlesetag“, seit 2004 gemeinsame ausgerichtet von „Die Zeit“, der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung, hat ein einfaches Konzept, jeder, der Spaß am Vorlesen hat, schnappt sich ein Buch und liest anderen etwas vor. Dabei gibt es grundsätzlich keine Vorgaben, wie und wo vorgelesen wird, tatsächlich finden viele Aktionen in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Buchhandlungen statt.

Was diesen Tag auch ausmacht: Viele Prominente stellen sich in den Dienst der Aktion. So war am Freitag Saar-Ministerpräsident Tobias Hans an der Schillerschule in Frankenholz unterwegs. Mitgebracht hatte Hans das Buch „King kommt noch“ von Andrea Karimé, illustriert mit Arbeiten von Jens Rassmus. Und was Saarlands Ministerpräsident da vorlas, das hatte leider einen sehr aktuellen Bezug. Das Buch handelt von einem Flüchtlingsjungen, der mit seinen Eltern aus einem Bürgerkriegsland geflohen ist. Nun sicher in seiner neuer Heimat angekommen, vermisst er vor allem seinen Hund „King“, der zurückbleiben musste. Doch seine Mutter verspricht ihm „King kommt noch“. Und so erlebt der Junge seine neue und noch so fremde Welt immer im Dialog mit seinem geliebten Hund. Prächtig vorgelesen von Tobias Hans entwickelte sich so ein Zeitbild zwischen Traurigkeit, Hoffnung, dem Erleben von Fremde, der Neugier auf anderes, der Erinnerung an die Kriegsschrecken und die Flucht. Karimé gelingt es dabei, nahezu alle Facetten des Schicksals von Flüchtlingen abzubilden, aus der Sicht eines aufgeweckten Kindes, ohne Effekthascherei, aber mit genau dem direkten Blick auf das, was ist, einem Blick, den nur Kinder entwickeln können. Und Hans gelang es, all das auch mit seinem plastischen Vorlese-Stil zu präsentieren.

Ein knappe halbe Stunde hatte er sich dafür Zeit gelassen, danach konnten die Schülerinnen und Schüler der dritten Klasse ihrem Ministerpräsidenten mit Fragen mal ordentlich auf den Zahn fühlen. Dass sich vordringlich keine der Fragen mit dem befasste, was Hans zuvor vorgelesen hatte, das hatte wohl einen guten Grund: Wann kann man schon mal einen Ministerpräsidenten Löcher in den Bauch fragen. Gleich zu Beginn wollte ein Mädchen wissen, wie Hans‘ Zwillinge heißen. „Die heißen Lena und Paul. Die sind jetzt gerade ein Jahr alt geworden.“ Ziemlich ungewöhnlich die nächste Frage, da mochte einer der Schüler wissen, wie die „Bodyguards“ heißen – sprich die Personenschützer, die Hans mit nach Frankenholz mitgebracht hatte. Diese Antwort blieb er nach einem kurzen Überraschungsmoment nicht schuldig, genau wie er auch alle anderen Fragen beantworte. Typisch saarländisch die Frage nach dem Lieblingsessen. „Ich esse total gerne Nudeln mit Soße, also Italienisches, das liebe ich. Aber ich esse auch gerne Wraps mit Gemüse.“ Und wie alt ist der Saar-Ministerpräsident? „Ich bin 41 Jahre alt. Das ist alt. Aber wenn man Ministerpräsident ist, ist das eigentlich jung.“ Auch nicht unbeantwortet ließ Hans die Frage aus dem Kreis der Klasse, welche Haustiere er hat. „Ich habe eine Katze, ich habe einen Vogel und ich habe vier Pferde.“ Gerade bei Letzterem war das Staunen der Jungen und Mädchen hörbar. „Das ist fast ein Zoo“, freute sich ein Mädchen. Und natürlich wollten alle wissen, wie die vier Pferde heißen.

So drehten sich die Fragen um Hans ganz persönlich. Wie lange er schon Ministerpräsident sei, wie seine Frau heißt und welche Süßigkeiten er am liebsten isst. „Wenn ich Süßigkeiten esse, dann am liebsten ganz dunkle Schokolade.“ Und wie groß ist Tobias Hans? „Ein Meter und 94 Zentimeter, Schuhgröße 45.“ Und wie ist es eigentlich, Ministerpräsident zu sein? „Es ist eigentlich unglaublich cool, mal kommt viel rum, man ist überall unterwegs, auch in Berlin.“ Und ja, er treffe auch oft Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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