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Michael Fauß ist bester Brauer-Geselle im Saarland

Beste Azubis im Kreis : Der Traumberuf ist uralt und topmodern

Wir stellen in loser Reihenfolge die besten Azubis aus dem Saarpfalz-Kreis vor. Diesmal ist es Michael Fauß, der den uralten, ehrbaren Beruf des Brauers und Mälzers ergriffen hat und sich mit dieser Wahl einen Traum erfüllt hat.

Michael Fauß trägt zum Anlass des Gesprächs mit unserer Zeitung einen besonderen Pulli: nämlich den mit dem Zunftzeichen der Brauer. Kein Wunder, der junge Geselle der Karlsberg Brauerei ist stolz auf seine Zunft. Und nun wurde er obendrein landesbester Auszubildender und durch die IHK Saarland ausgezeichnet.

Das allein ist aber nicht der Grund für sein gutes Gefühl, denn er weiß, dass er der einzige Nachwuchsbrauer im Saarland war: „Ich wäre auch mit schlechten Noten Landesbester geworden. Aber ich war in der Berufsschule in Ulm im guten Mittelfeld, wurde von meiner Firma übernommen und gehöre weiterhin zu diesem ehrbaren Beruf – das macht mich stolz“, sagt er - und er liebe seinen Job vom ersten Tag an.

Der 20jährige aus Gries in Rheinland-Pfalz hatte sich nach der Mittleren Reife um einen Ausbildungsplatz bei Karlsberg beworben, weil  die Marke für ihn Kultstatus habe und er zusätzlich auch ganz angetan war von der langen Tradition des Brauens: Seit dem Mittelalter werde nach dem Deutschen Reinheitsgebot Bier gebraut, jeder arbeite mit den gleichen Grundlagen und trotzdem entstünden die unterschiedlichsten Biere.

„Zum Glück hat es bei Karlsberg geklappt“, sagt er und arbeitet inzwischen fest in der Filtration. Dort werde das Bier von den Schwebstoffen befreit, damit es „blank und glanzfein“ sei, wenn man es genieße. Neben der Ausbildung in Homburg sei er zweimal jährlich für je sechs Wochen auf dem Brauerinternat in Ulm gewesen, dort habe er junge Kollegen aus vier Bundesländern kennengelernt.

Karlsberg habe ihm zusätzlich  eine Ausbildungsstation im Schankanlagenbau und im Hopfenanbaugebiet in der Hallertau ermöglicht. Das habe ihm enormes Wissen verschafft. Zuhause braue er inzwischen selbst Bier, 200 Liter dürfe jeder Bundesbürger ohne Genehmigung des Zolls zum Eigenbedarf herstellen.

„Sie können mit normalen Küchenutensilien Bier brauchen. Ich habe mir natürlich eine etwas bessere Anlage zusammengestellt und gebaut. Gerade habe ich ein Märzen gebraut, ich kann aber auch Pils, Export oder Hefeweizen herstellen. Ich verkaufe natürlich nichts davon, ich experimentiere nur für mich und sammele dabei Erfahrung. Daher hat meine Firma auch nichts dagegen“, sagt der junge Mann.

Zum Gesellenbrief sei es früher üblich gewesen, dass man zur „Freisprechung“ mit Bier getauft wurde. Das sei bei Karlsberg nicht mehr Brauch, er sei also ungetauft. Geadelt wurde er durch die IHK, die ihm nun seine Urkunde zusandte - in einem trockenen Briefumschlag. Michael Fauß, der beim TuS Gries Fußball spielt und dafür sorgt, dass nach den Spielen das richtige Bier getrunken wird, möchte gerne auch weiterhin „seinem“ Unternehmen erhalten bleiben, das ihm seinen Berufstraum erfüllt hat.