Meisterkonzerte Homburg: Gespräch mit dem künstlerischen Leiter Korselt

Meisterkonzerte in Homburg : Meisterliche Klänge im Saalbau

Schon der dritte „Streich“ steht bei der Reihe der Homburger Meisterkonzerte an: Diesmal kommt das Nash Ensemble, ein Klavierquintett aus London. Und bis zum Saisonende stehen noch viele Glanzpunkte an, etwa mit Perkussionist Simone Rubino und Renaud Capçon.

Sie sind furios gestartet, die Homburger Meisterkonzerte, und genau so soll es auch weiter gehen. Seit Jahren zeichnet Markus Korselt fürs Programm verantwortlich, auch wenn er schon lange nicht mehr im Saarland lebt, er ist seit 2017 geschäftsführender Intendant des Stuttgarter Kammerorchesters – und mit diesem auch in Homburg musikalischer Gast. Zuvor war er Geschäftsführer mit künstlerischer Verantwortung der „Innsbrucker Festwochen der Alten Musik“ sowie der Meister- und Kammerkonzerte Innsbruck.

Die Homburger Meisterreihe sei ihm sehr ans Herz gewachsen, sagte er im Gespräch über die aktuelle Saison. Die Reihe sei ein Kleinod. Und obwohl Homburg keine Millionenstadt sei, könne man sich beim künstlerischen Niveau mit großen Städten messen. Das Budget für die Konzertreihe sei „seit ich da bin, nicht gewachsen“. Es liegt für die neun Konzerte insgesamt und unverändert bei 80 000 Euro. Grundsätzlich, so Korselt, habe sich die Auslastung der Konzerte verbessert. Man habe auch durch die Verpflichtung großer Stars in den Vorjahren mehr Publikum aus anderen Städten, etwa Frankfurt, Kaiserslautern, Mannheim, nach Homburg gelockt. Zudem sei die Durchmischung der Altersstruktur recht gut. Er hoffe, dass diese Entwicklung nachhaltig ist. Nach dem Klavierschwerpunkt in der vergangenen Saison setzt er diesmal mehr auf das Ensemblespiel, die Kammermusik. Das zeigte sich bereits mit dem Fauré-Quartett, das die Saison einleitete – durchaus mit nicht so gängigen Stücken. Nun steht mit dem Nash Ensemble of London am Donnerstag, 28. November, das als Klavierquintett, also Streichquartett mit einem zusätzlichen Pianisten unterwegs ist, der nächste Höhepunkt an. Die exzellenten Kammermusiker von der britischen Insel bringen spannende und gewichtige Werke mit, etwa das Klavierquintett f-Moll von Johannes Brahms, das den Schlusspunkt des Konzertes setzt.

Spannend, aber auch herausfordernd dürfte der reine Beethoven-Abend zum 250. Geburtstag des Komponisten 2020 mit Renaud Capuçon, der zur Crème de la Crème der Geiger gehört, und Guillaume Bellom am Klavier im März, werden. Korselt freut sich über den Coup, denn 2015 fiel das Konzert des Violinvirtuosen in Homburg noch wegen eines Buchungsfehlers von dessen Agentur flach.

 Zu Korselts persönlichen Lieblingen zählt das Top-Trio Nils Mönkemeyer (Viola), Alban Gerhardt (Cello) und William Youn (Klavier), drei Hochkaräter, die im März ein Beethoven-Schumann-Brahms-Programm mitbringen.

 Das Oktober-Konzert der Meisterreihe hat schon gezeigt, dass trotz des anderen Akzents auch diesmal wieder hervorragende Pianisten in Homburg erwartet werden. Nach dem virtuosen Chopinpreisträger Rafal Blechacz und dem Stuttgarter Kammerorchester wird am 12. Dezember Alexander Lonquich in die Tasten greifen, den Korselt als einen der gefragtesten und interessantesten Pianisten seiner Generation charakterisiert, der auch mal ins Risiko gehe.

Gerade am Beginn einer „sehr vielversprechenden Laufbahn“ steht der junge Pianist Robert Neumann, der vor etwa zwei Jahren noch ein Geheimtipp gewesen sei, mittlerweile aber in den ganz großen Konzerthäusern auftritt. In Homburg spielt er in der Nachwuchsecke der Meisterreihe im Konzert „Meister von morgen“ im Februar.

Erneut arbeitet Korselt auch mit dem ARD-Musikwettbewerb zusammen. Das Höchstalter der Teilnehmer richtet sich nach der Kategorie und liegt zumeist zwischen 25 und 28 Jahren, hieß es dazu. Jährlich treten hier etwa 200 Kandidaten aus 35 bis 40 Ländern an. Zu hören sind die Preisträger in Homburg diesmal am 14. Mai und zwar in den Kategorien Sopran, Klarinette und Klaviertrio, in der Regel sei dies ein sehr gut besuchtes Konzert innerhalb der Reihe, sagt Korselt.

Das dürfte auch fürs Finale im Juni gelten, zu dem ein absoluter Publikumsliebling anreist: der bekannte Schlagzeugvirtuose Simone Rubino, der im Saalbau schon einmal begeistert gefeiert wurde. Diesmal kommt das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim dazu, was ein spannendes Programm ermöglicht (Details siehe Infobox).

 Während diese Meistersaison läuft, sind die nächsten schon in Planung oder vermutlich bereits in Teilen fix. Für Korselt wichtig: die Weiterentwicklung der Reihe, denn: „Wer sich nicht wandelt, ist schon tot.“ Behutsam sollen Veränderungen sein, keine Pop- oder Jazzkonzerte, aber eben ein bisschen offener. „Wir wollen kleine Klassiknerds im Elfenbeinturm sein.“ Der Wandel habe ja bereits begonnen, dafür stünden etwa die Zusammenarbeit mit dem ARD-Musikwettbewerb und die „Meister von morgen“-Konzerte. Abgeschlossen sei die Metamorphose der Meisterkonzerte noch nicht .

Der junge Pianist Robert Neumann ist in Homburg als Meister von morgen zu hören. Foto: WILDUNDLEISE.DE
Der Schlagzeugvirtuose Simone Rubino sorgte schon einmal in Homburg für Begeisterung. Nun kommt er wieder in den Saalbau: zum Abschluss der laufenden Saison der Meisterkonzerte. Foto: Marco Borggreve/marcoborggreve
Markus Korselt. Foto: Thomas Schrott

Die Meisterkonzerte finden donnerstags statt, sie beginnen um 19.30 Uhr, um 19 Uhr gibt es eine Konzerteinführung. Die Preise für Einzeltickets variieren bei den einzelnen Konzerten, liegen je nach Kategorie zwischen etwa 23 und 35 Euro. Erhältlich sind die Tickets beim Kulturamt in der Talstraße 57 a am Kreisel, Tel. (0 68 41) 10 18 22 oder auch über www.ticket-regional.de. Infos im Internet: www.homburg.de und den Punkten Kultur und Freizeit, Konzerte.

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