Meister Adebar trägt jetzt Ring

Beeden. Ein Jungstorch am Beeder Brünnchen, acht Jungstörche auf den beiden Horsten im Beeder Biotop, ein Jungstorch in Einöd-Ingweiler sowie drei Jungstörche in Webenheim bekamen gestern vom Neunkircher Zoodirektor Norbert Fritsch ihre Erkennungsringe angelegt. Bei zwei Jungstörchen in Ingweiler kam der Beringer zu spät

Beeden. Ein Jungstorch am Beeder Brünnchen, acht Jungstörche auf den beiden Horsten im Beeder Biotop, ein Jungstorch in Einöd-Ingweiler sowie drei Jungstörche in Webenheim bekamen gestern vom Neunkircher Zoodirektor Norbert Fritsch ihre Erkennungsringe angelegt. Bei zwei Jungstörchen in Ingweiler kam der Beringer zu spät. Sie verpassten ihre Ausweispapiere, da beide schon ausgeflogen waren und sich in der Umgebung ihres Nestes in den saftigen Wiesen auf hielten.Mit einer Hebebühne eines Spezialfahrzeuges der Homburger Stadtwerke fuhr Storchen-Experte Fritsch in luftige Höhe zu den Jungtieren an die Nester heran und brachte dort im Auftrag der staatlichen Vogelwarte Radolfzell fachmännisch die persönliche Zahlenkombination für die Jungstörche an deren Beinen an. Als Fritsch gut zwölf Meter über dem Beeder Fischweiler von der Hebebühne nach dem Beeder Jungstorch greifen will, bekommt er zunächst noch das aufgeregte Klappern des "Alten" zu spüren. Doch Vater Storch beruhigt sich schnell und macht es sich in sicherer Entfernung auf dem umliegenden feuchten Wiesengelände gemütlich. Der Jungstorch dagegen liegt ganz ruhig im Nest, macht keinen Mucks und stellt sich tot. Und so kann Norbert Fritsch in aller Ruhe einen schwarzen Kunststoffring am Bein befestigen.

Der Ring mit der aufgedruckten Zahlenkombination "AJ957 DER" kann man mit einem guten Fernrohr noch aus großer Entfernung erkennen. An ihren Nummern könne man sofort erkennen, aus welchen Gegenden die Störche kommen. Beringt wurden von Fritsch bereits am Montag die drei Storchenjungen in Webenheim, während gestern die Jungstörche in Ingweiler und Beeden ihre "Ausweise" bekamen. Mit den sieben Storchenpaaren und insgesamt 15 Jungstörchen in Beeden, Ingweiler und Webenheim verzeichne man in diesem Jahr "einen neuen Rekord", freute sich der Ornithologe Christoph Braunberger, welcher sich seit Jahren schon ehrenamtlich um die Störche in der Umgebung um Homburg kümmert.

"Mit einer so großen Anzahl haben wir überhaupt nicht gerechnet und es auch nie für möglich gehalten", fügte er hinzu. Als bemerkenswert bezeichnete er auch das unterschiedliche Alter der Jungstörche in den einzelnen Horsten, welches von zwei Wochen bis hin zu mehreren Wochen betrage. Im Gegensatz zu Beeden, Ingweiler und Webenheim habe es in Limbach dieses Mal keine Jungstörche gegeben, teilte Christoph Braunberger mit. Die Leute vor allem in Beeden, Ingweiler und Webenheim seien immer noch sehr interessiert an den Störchen und erkundigten sich immer schon recht früh nach den Storchenpaaren und ihrem Nachwuchs. "Die Störche sind unser absolutes Leuchtprojekt im Saarpfalz-Kreis", so der Ornithologe.

Noch haben Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer Gelegenheit, die Störche im Saarpfalz-Kreis zu beobachten, bevor sie den Winter im wärmeren Spanien verbringen und hoffentlich wieder in heimatlichen Gefilden im Saarpfalz-Kreis auftauchen. "Mit einer so großen Anzahl haben wir nicht gerechnet."

Christoph Braunberger

Auf einen Blick

Insgesamt 15 Jungstörche von sieben Storchenpaaren in Beeden, Ingweiler und Webenheim sind in diesem Jahr geboren worden. Am Beeder Brünnchen gibt es einen Jungstorch, im Beeder Biotop sind es acht Jungstörche, in Ingweiler und Webenheim jeweils drei Jungtiere. Seit der Ansiedlung der Störche im Saarpfalz-Kreis ist dies ein neuer Rekord. Beringt wurde die Jungziere vom Neunkircher Zoodirektor Norbert Fritsch. re