Mehr Geld, mehr Bildung, bessere Teilzeit

Mehr Geld, mehr Bildung, bessere Teilzeit

Streik oder kein Streik? Die IG Metall Homburg-Saarpfalz ist entschlossen, ihre Forderungen auch mit einem Arbeitskampf zu unterstreichen. Doch erst einmal werden die wichtigen Verhandlungen am 23. Februar in Baden-Württemberg abgewartet. Dann sieht man weiter.

. Faasenacht hin oder her, die IG Metall macht Druck. Am Freitag gab es Warnstreiks bei ThyssenKrupp Gerlach in Homburg , bei Terex in Zweibrücken und bei Casar in Limbach. Zuvor hatten Mitarbeiter der Nachtschicht bei Bosch und bei Bosch Rexroth mit einem Warnstreik ihren Forderungen Nachdruck verliehen.

Denn mit einer Gehaltserhöhung von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten geht der Bezirk Mitte für die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen in die Tarifrunde 2015 in der Metall- und Elektroindustrie. Weiter fordern die Tarifkommissionen den Neuabschluss von Tarifverträgen zur Gestaltung flexibler Übergänge in die Rente und zu einer geförderten Bildungsteilzeit.

Gerade bei der Bildungsteilzeit stellten sich die Arbeitgeber quer, berichtet Ralf Reinstädtler, der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Homburg-Saarpfalz: "Die Verhandlungen gestalten sich bisher als schwierig. Wir spüren noch kein Entgegenkommen, im Gegenteil. Bei der Altersteilzeit will man die Arbeitnehmer sogar schlechter stellen als bisher. Und bei der Aus- und Weiterbildung bewegt sich gar nichts."

Der Grund: Bildungsteilzeit bewerten die Unternehmen als "überflüssig". Denn die Betriebe, so Rainer Dulger, Präsident von Gesamtmetall, "investieren schon jährlich acht Milliarden Euro in Aus- und Weiterbildung ." Und bei der Altersteilzeit müsse man ,,hinterfragen, ob es überhaupt einen Anspruch geben sollte." Die Milliarden für Weiterbildung landeten aber weitgehend in Anpassungsqualifizierungen an neue Maschinen und Abläufe, kritisiert die Gewerkschaft, ,,nur zehn Prozent fließen in längerfristige Maßnahmen."

Ausgerechnet die saarländischen Arbeitgeberverbände betätigten sich als "Hardliner", sagte Reinstädtler, "wie wir gehört haben, sind sie diejenigen, die einen Kompromiss bisher abgelehnt haben." Deshalb will die Gewerkschaft im Saarland den Druck erhöhen. Derzeit sieht es so aus, dass am 23. Februar in Baden-Württemberg wichtige Verhandlungen stattfinden, die wegweisend sein können, "es könnte zu einem Pilotabschluss kommen." Sollte dies aber nicht der Fall, sein, "dann haben wir einen Aktionsplan ausgearbeitet".

Es gehe dann in Richtung Urabstimmung. "Egal, in welchem Bundesland zuerst gestreikt werden soll, das Saarland ist auf alle Fälle mit dabei, auch wenn wir kein Pilotbezirk sind. Allein schon, weil sich die Arbeitgeber im Saarland nicht flexibel zeigen." Wenn nach dem 23. Februar also die Zeichen auf Streik stehen sollten, sind Bosch, Schaeffler, ThyssenKrupp Gerlach und John Deere mit von der Partie.

Doch Reinstädtler hofft auf eine Einigung: "Seit dem 31.12. 2014 ist die Metall- und Elektroindustrie ohne gültigen neuen Tarifvertrag. Es wird nun langsam Zeit, dass wir bis Ende Februar etwas Anständiges angeboten bekommen." Die Forderungen der IG-Metall seien breit gefächert, da sei genügend Spielraum für einen Kompromiss drin: "Nun müssen sich die Arbeitgeber bewegen."