Mehr Geld fürs Lernen

Über Schulen wird im Saarland heiß diskutiert. Geplante Schul-Schließungen rufen Kritiker auf den Plan. Und jüngst wurde der Vorschlag laut, zurückzukehren zur neunjährigen Gymnasialzeit. SZ-Leserinnen und -Leser haben uns in einer Online-Umfrage ihre Meinung zu Schul-Themen gesagt.

Das Thema Schule ist SZ-Leserinnen und -Lesern wichtig: 917 Menschen haben sich beteiligt an unserer Online-Umfrage. Und sie haben sehr engagiert und genau unsere 28 Fragen beantwortet. Repräsentativ ist die Umfrage freilich nicht; aber sie liefert ein Stimmungsbild.

Der Kampf um die Erhaltung der Grundschulen im Dorf, in dem viele Eltern und Kommunalpolitiker vor gut zehn Jahren leidenschaftlich stritten gegen Schließungs-Pläne der Landesregierung, ist offenbar Vergangenheit. 54 Prozent der Umfrage-Teilnehmer finden es richtig, dass sehr kleine Schulen geschlossen wurden. Und eine überwältigende Mehrheit von 68 Prozent ist der Ansicht, es habe sich bewährt, dass es keine Zwergschulen mehr gibt und Kinder jeweils mit Gleichaltrigen aus derselben Klassenstufe zusammen lernen.

Aber bei den Gemeinschaftsschulen sieht das anders aus. Dass sie geschlossen werden sollen, wenn sie zu wenige Schüler haben, finden nur 46 Prozent der Befragten richtig. 54 Prozent sprechen sich gegen Schließungen aus. 80 Prozent meinen, dass eine Schule im Ort - auch wenn sie sehr klein ist - Vorteile für die Schüler habe. Welche? Die häufigsten Antworten: Kurze Schulwege, die man zu Fuß oder per Fahrrad bewältigen kann; das bedeute mehr Zeit für die Kinder, Freizeit ebenso wie Lern-Zeit. Die Schule am Ort erhalte die Nähe zur vertrauten Nachbarschaft, zu Freunden, zu örtlichen Vereinen, sie sorge für eine bessere Einbindung der Schüler in ihrer Wohngemeinde, erleichtere die Identifikation mit dem Ort: Auch das führen die Verfechter der Schule am Ort ins Feld. Und sie argumentieren, eine kleinere Schule sei "persönlicher", könne die Kinder besser fördern. 57 Prozent der Befragten finden die Schule am Ort auch vorteilhaft für die Gemeinde. Die Schule diene dem Zusammenhalt, mache das Dorfleben interessanter. Und sie sei bei Familien wichtiges Kriterium für die Wohnortwahl: So lauten die häufig sten Argumente.

Dass die Gymnasien seit 2001 in acht Schuljahren zum Abitur führen (G8), stößt immer noch nicht auf Gegenliebe. Nur elf Prozent der Umfrage-Teilnehmer halten das für die beste Lösung. 53 Prozent finden eine neunjährige Gymnasialzeit besser, 36 Prozent können sich mit beiden Varianten anfreunden. Dazu passt, dass 63 Prozent den Weg zur Reifeprüfung über die Gemeinschaftsschule - er dauert neun Schuljahre - ebenso gut finden wie den über das Gymnasium; 14 Prozent halten ihn sogar für überlegen. Nur 23 Prozent geben dem Gymnasium klar den Vorzug.

Investiert das Saarland genug Geld für seine Schulen? Mag unsere Umfrage auch nicht repräsentativ sein, hier lassen die Antworten doch aufhorchen: "Nein", sagen 82 Prozent der Umfrage-Teilnehmer. Und listen auf die Frage, wo mehr getan werden müsse, alles auf, was Schule ausmacht, von den Gebäuden bis hin zum Sprach-, Sport-, Musik- oder Naturwissenschaftsunterricht. Außerdem braucht das Saarland mehr Lehrer: 88 Prozent sagen dazu "Ja". > Weiterer Bericht folgt.

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