Mediziner klären über Herzerkrankungen auf

Mediziner klären über Herzerkrankungen auf

Homburg. Erst unmerklich, dann empfindlich und zuletzt lebensbedrohlich wirken sich Schäden an den Herzklappen des Menschen aus. Mit Herzklappenerkrankungen, mit möglichen Operationen, mit dem Ersatz schadhafter Herzklappen und der Nachsorge befasste sich das Herzseminar im Sitzungssaal des Homburger Rathauses

Homburg. Erst unmerklich, dann empfindlich und zuletzt lebensbedrohlich wirken sich Schäden an den Herzklappen des Menschen aus. Mit Herzklappenerkrankungen, mit möglichen Operationen, mit dem Ersatz schadhafter Herzklappen und der Nachsorge befasste sich das Herzseminar im Sitzungssaal des Homburger Rathauses. Gastgeber war das Universitätsklinikum in Zusammenarbeit mit der Deutschen Herzstiftung. Oberbürgermeister Karlheinz Schöner war Schirmherr des Herzseminars, zu dem mehr als 300 Besucher gekommen waren. Referate namhafter Homburger Spezialisten beleuchteten das Krankheitsbild, stellten aktuellen Behandlungsmethoden dar und gaben Ratschlägen für die Zeit nach einer Operation. Bis zu 10000 Liter Blut pumpt das Herz Tag für Tag durch den menschlichen Organismus, so die knappe Leistungsbeschreibung des wichtigsten Muskels im Körper des Menschen. Herzklappenerkrankungen gehörten zu den Vorgängen, die diesen Muskel in fortschreitendem Maß schädigen und schließlich zum Tod des Patienten führen könnten. Dabei, so Professor Dr. Michael Böhm, seien die ersten Anzeichen scheinbar harmlos. Kurzatmigkeit und gelegentliche Luftnot stünden am Beginn. Bei Fortschreiten der Krankheit komme es zur so genannten Angina pectoris, einem schon deutlichen Warnsignal des Herzens. Klage der Patient dann über Schwindel oder Bewusstseinsausfälle, dann sei es höchste Zeit. Einen im Voraus feststehenden Weg der Behandlung von Herzklappenerkrankungen gebe es nicht, sagte Professor Hans Joachim Schäfers. Für jeden Fall sei individuell zu entscheiden, ob geschädigte Herzklappen ersetzt oder vorhandene wieder hergestellt würden. Generell sei zunächst zu unterscheiden, ob das Problem von einer Verengung (Stenose) oder von einer Undichtigkeit im Bereich der Herzklappe herrühre. Erweise sich ein Ersatz der betroffenen Herzklappe als angezeigt, so müsse zwischen dem Einsatz einer mechanischen Klappe oder einer so genannten Bioklappe, etwa aus einem Schweineherz, entschieden werden. Grundlage dazu sei meist das Lebensalter der Patienten, wie Professor Frank Langer erläuterte. Erwähnt wurde auch die so genannte Ross-Operation, bei der eine Klappe des Patienten an die Stelle der schadhaften umgesetzt werde. Fast alles dürfe der Patient nach einer Operation wieder tun, vorausgesetzt er halte sich an die neuen Regeln seines künftigen Lebens. Dazu zählte Professor Gerd Fröhlig hauptsächlich die Kontrolle der Blutgerinnung. Zu deren Überwachung gibt es heute Messgeräte, die äußerlich denen zur Blutzuckerbestimmung üblichen Geräten ähneln und zuverlässige Kontrolle gewährleisteten. Dies beschrieb Schwester Doris Wagner, Leitende Funktionsschwester der Inneren Medizin III. Über Kathetereinsatz zum Einbringen von Herzklappen sprach schließlich Professor Michael Kindermann. Obwohl erste positive Ergebnisse vorlägen, gelte diese Methode bis heute als nicht ausgereift und werde vorwiegend bei Schwerstkranken angewandt, bei denen die konventionelle Herzklappenoperation auf Grund des Gesamtzustandes der Patienten nicht angewandt werden könne.

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