Maurice Wunn bleibt im Stadtrat

Bexbach. Es gärt in der Bexbacher FDP, seit vor rund einer Woche die Meldung die Runde machte, Maurice Wunn vertrete künftig nicht mehr die FDP im Bexbacher Stadtrat und werde aufgefordert, sein Stadtratsmandat zurückzugeben (wir berichteten)

Bexbach. Es gärt in der Bexbacher FDP, seit vor rund einer Woche die Meldung die Runde machte, Maurice Wunn vertrete künftig nicht mehr die FDP im Bexbacher Stadtrat und werde aufgefordert, sein Stadtratsmandat zurückzugeben (wir berichteten). Für die Gründe hatte der 28-jährige Büroangestellte am Freitag beim Besuch der Homburger SZ-Redaktion keine Erklärung: "Ich bin genauso überrascht worden. Parteifreunde aus Herbitzheim haben mich angerufen und gefragt , ob ich noch FDP-Mitglied wäre".Das ist er noch und wird er erstmal bleiben. "Es gab schon Unstimmigkeiten mit dem Stadtverbands-Vorstand, etwa, weil ich mich beim KGSt-Spargutachten nicht dem Fraktionszwang unterworfen habe", meinte Wunn. Im Stadtrat hatte der FDP-Fraktionssprecher Heiner Schmoltzi gegen das Spargutachten gestimmt, Wunn dafür. Einige Entwicklungen bei den Bexbacher Liberalen haben dem 28-Jährigen schon seit längerer Zeit nicht gefallen: "Etwa das unmögliche Agieren unserer Ortsratsfraktion mit Norbert Brass in Bexbach-Mitte. Damit möchte ich nicht in Verbindung gebracht werden. Wenn mit Heinz Müller und Thomas Leis zwei Bürgermeister unabhängig voneinander in der Öffentlichkeit rechtliche Schritte ankündigen, sollte man es mir nicht übel nehmen, wenn ich damit nicht in Verbindung gebracht werden will".

Parteischädigendes Verhalten seinerseits weist Wunn von sich: "Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen und sehe die ganze Sache mittlerweile als Klamauck an. Es geht längst nicht mehr darum, was gesagt wird, sondern wer's sagt. Es gibt keine Kollegialität mehr, kein respektvolles, zivilisiertes Verhalten mehr untereinander." Wunn reagiert auf den gesamten Vorgang: "Mit dem Datum vom vergangenen Freitag habe ich schriftlich meinen Rücktritt vom Amt des stellveretretenden Bexbacher FDP-Stadtverbandsvorsitzenden erklärt." Er sehe kein Vertrauensverhältnis mehr zum Stadtverbandsvorsitzenden Wolfgang Krauß, "der mich bis heute noch anzurufen hat". Außerdem, so Wunn, "muss ich mir das einfach nicht mehr geben, mir nach Feierabend stundenlang die Brasssche Weltsicht der Dinge erklären zu lassen."

Wie geht's weiter? "Es gäbe die Möglichkeit, Mitglied in einem anderen FDP-Ortsverband zu werden, aber das wäre politische Fahnenflucht. Eine Woche ist jetzt vorbei und ich habe beschlossen, im Rat zu bleiben. Alles andere werden Gespräche ergeben. Jetzt bleibe ich jedenfalls erst mal weiterhin fraktionslos", meinte Wunn auch mit Blick auf einen möglichen Fraktionsübertritt zur CDU. Er sei völlig offen, habe keine Feindschaften im Rat und auch in Zukunft kein Problem damit, etwa mit Heiner Schmoltzi gegen oder für etwas zu sein. Auf keinen Fall werde es bei ihm in Sachen Fraktiuonsübertritt einen Schnellschuss geben.

Seit 2006 ist Wunn im Stadtrat, "habe das dann drei Jahre gemacht. Bei der Kommunalwahl 2009 haben wir ein zweites Mandat gewonnen. Wenn alles "Blödsinn" gewesen wäre, was er gemacht habe, "wäre uns das sicher nicht gelungen." Der Name FDP Bexbach habe mittlerweile einen ganz bestimmten Klang in der Region, den müsse er sich nicht geben. "Die Kultur, wie man miteinander umgeht, ist mittlerweile einfach unerträglich." Das einzige, was man ihm zur Last legen könne, sei, dass er sich nicht dem Fraktionszwang unterworfen hätte", betonte Wunn erneut. Richtig sei, dass er nicht in der Sitzung des Stadtverbands-Vorstands war, in der sein Rausschmiss beschlossen worden sei. "Diesen Tagesordnungspunkt gab es aber vorher nicht. Hätte ich das gewusst, hätte ich die Gelegenheit wahrgenommen, meine Sicht der Dinge darzulegen." "Ich bin genauso überrrascht worden".

Maurice Wunn