Mathematiktag bei Eulers

Homburg wird für einen Tag ein Zentrum der Mathematik. Zu verdanken ist dies dem Hotel Euler, dessen Name den Ausschlag gab, dass dort der Leonhard-Euler-Preis verliehen wird. Zu diesem Anlass kommen Mathematiker aus der ganzen Welt.

Im Homburger Hotel Euler kommt morgen eine imponierende Größe an mathematischem Sachverstand zusammen. Denn Professor Andreas Ruffing, Mathematiker an der Technischen Universität München, der vor 30 Jahren am Saarpfalz-Gymnasium sein Abitur gemacht hat, suchte das Hotel, das den Namen des großen Mathematikers Leonhard Euler (1707-1783) trägt, als Treffpunkt hochkarätiger Mathematiker aus.

Dort wird am Samstag um 17 Uhr zum 7. Mal der Leonhard-Euler-Preis verliehen. Preisträger ist Professor Allan Peterson aus Nebraska, der mehrere Standardwerke über verschiedene Systeme von Differenzialgleichungen geschrieben hat. Zur Preisverleihung werden auch alle neun vorherigen Preisträger zu Gast sein, darunter berühmte Mathematiker wie Professor Carlos Castillo-Chavez, der zum Beraterstab von US-Präsident Obama gehört. Aus Deutschland kommt Siegfried Großmann, Emeritus der Uni Marburg, nach Homburg , ein Fachmann für nichtlineare und chaotische Dynamik komplexer Systeme.

Professor Marko Robnik aus Slowenien ist Spezialist für Quanten-Chaos und Professor Vesna Zupanovic aus Kroatien hat einen neuen Zugang zur Schrödinger-Gleichung gefunden. Aus Russland kommt Professor Wladimir Manko, aus Polen reisen die Professoren Anatol Odzijewicz und Ewa Schmeidel an, aus den USA der gebürtige Russe Professor Sergej Suslov und aus China Professor Weinian Zhang. Emilie Dell-Euler, die Leiterin des gleichnamigen Hotels, freut sich "dass wir bei uns solche hochkarätigen Wissenschaftler beherbergen".

Natürlich habe ihre Familie über die Herkunft des Namens nachgeforscht: "Die Wurzeln führen tatsächlich in die Schweiz. Es existiert ein Verwandtschaftsgrad mit den Mathematik-Eulers, allerdings geht das bis in die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg zurück". Ihre Kinder seien stolz auf diesen berühmten Namen, "und auch darauf, dass wir es diesem Namen verdanken, solche großartigen Gäste zu haben. Das passiert nicht alle Tage." Eines Tages habe Andreas Ruffing an der Rezeption gestanden und seine Bitte unterbreitet: "So sind wir ganz ohne unser Zutun, nur wegen unseres Namens, für einen Tag in die erste Reihe der Mathematik aufgestiegen", freut sich die Gastgeberin. Einige Mathematiker seien bereits angekommen und blieben bis Montag. Eine gute Gelegenheit, sich ein bisschen bei uns umzusehen.