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Wahlkreis Homburg: Markus Uhl holt den Wahlkreis 299

Wahlkreis Homburg : Markus Uhl holt den Wahlkreis 299

Nach einer langen Zitterpartie setzte sich der CDU-Direktkandidat gegen Esra Limbacher durch, der für die SPD ins Rennen gegangen war. Am Ende gaben etwas mehr als 3000 Stimmen den Ausschlag.

Entspannt war Markus Uhl, Direktkandidat der CDU im Wahlkreis 299, am Sonntag schon um 17.45 Uhr nicht mehr. „Ein Wasserglas kann ich nicht mehr ruhig halten“, sagte er bei der Wahlparty seiner Partei im Hotel Stadt Homburg.

Und er ahnte auch da schon, dass es ein langer Wahlabend werden könnte. Das sollte sich bewahrheiten. Es wurde ein zähes Warten. Bis kurz vor 20 Uhr stand das Ergebnis von gerade  einmal drei Gemeinden im Wahlkreis Homburg fest, und es sollte lange knapp bleiben, zunächst führte Uhl mit hauchdünnem Vorsprung, dann lag sein Kontrahent Esra Limbacher (SPD) vorn. Und es sollte bis weit nach 21 Uhr dauern, bis sich Uhl mit 33,6 Prozent durchsetzte.  Limbacher holte am Ende 31,4 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis.

„Wir haben gebibbert bis zum Schluss“, sagte Uhl dann gegen 21.30 Uhr erleichtert. Es sei von vorneherein klar gewesen, dass es knapp würde. Gegen Ende habe sich der Trend aber dann bereits abgezeichnet. Er werde nun in Homburg wohnen bleiben, sich dazu eine Wohnung in Berlin suchen. Zunächst war am Sonntagabend aber Feiern angesagt, und bevor es dann politisch weitergeht, steht etwas ganz anderes für ihn an: seine kirchliche Hochzeit.

Limbacher wartete im Homburger Rathaus auf die Ergebnisse. Die Stimmung war hier wie dort nicht besonders gut, denn nach den ersten Wahlprognosen und Hochrechnungen für das bundesweite Abschneiden der beiden Parteien gab es viele lange Gesichter. „Jubel sieht anders aus“, war aus den Reihen der Christdemokraten zu hören, als feststand, dass die CDU es bundesweit gerade mal auf ein Ergebnis um die 32/33 Prozent geschafft hatte.

  „Es ist ein ernüchterndes Ergebnis“, kommentierte Uhl dann auch das allgemeine Abschneiden seiner Partei. Und es sei eine „katas­trophale Niederlage für die SPD“. Als „sehr schade“ bezeichnete er das Ergebnis der AfD. Es sei kein „Ergebnis, das die CDU glücklich macht“, sagte Tobias Hans, CDU-Fraktionschef im Saar-Landtag. Das „dramatische Abschneiden“ der AfD wertete er auch als Auftrag an alle Volksparteien, diese Wähler zurückzugewinnen. Alexander Funk (CDU), der bis vor kurzem den Wahlkreis im Bundestag vertrat, bezeichnete die Verluste seiner Partei als enttäuschend, dennoch habe Angela Merkel den Auftrag, eine Regierung zu bilden, „auch wenn’s schwierig wird“.

Michael Forster, Vorsitzender des Homburger CDU-Stadtverbands, war ebenfalls enttäuscht, besonders, wenn man sehe, wie die Prognosen waren, sagte er.

Auch bei der SPD war die Stimmung keinesfalls gut, als die bundesweiten Ergebnisse eintrudelten. Direktkandidat Esra Limbacher hatte sich mit seinen Wahlhelfern in einem Besprechungsraum im Rathaus eingefunden. Dass es ein ebenso langer wie spannender Abend werden würde, hatte er vorausgesehen: „Ich habe alles gegeben und war überall präsent. Mehr als meine Wahlhelfer und ich konnte man nicht machen.“

Dass er am Ende mit nur gut 3000 Stimmen dem CDU-Direktkandidaten Markus Uhl unterliegen würde, sei „einerseits enttäuschend, aber andererseits auch ein Auftrag für die Zukunft“, so Limbacher. Denn angesichts der knappen Niederlage und der Tatsache, dass er erst  30 Jahre alt sei, „da ermutigt mich dieses Ergebnis, nach vorne zu schauen. Es ist eine gute Grundlage, auf der ich weiter aufbauen kann.“

Clemens Lindemann, Landrat a.D und Astrid Klug, die selbst 2002 als Bundestagsabegordnete nach Berlin gegangen und das Mandat 2009 gegen Alex Funk (CDU) verloren hatte, waren ebenfalls anwesend.

„Ich bin enttäuscht“, sagte Klug,  „die SPD hat im Bundestag so viele wichtige soziale Themen durchgebracht, aber es wurde nicht honoriert.“ Auch Elke Eder-Hippler, Landtagsabgeordnete, war nicht zufrieden mit dem Abschneiden ihrer Partei: „Die SPD hat deutliche Verluste hinnehmen müssen. Nun ist es folgerichtig, dass sie in die Opposition geht. Da kann sich die Partei neu formieren. Außerdem finde ich es sehr wichtig, dass die SPD die wichtige Oppositionsarbeit nicht der AfD überlässt“.

Foto: SZ/Müller, Astrid

Landrat a.D Clemens Lindemann, der vor vier Jahren gespannt im Homburger Forum die  Bundestagskandidatur seines Sohnes David verfolgt hatte,  der damals gegen Alexander Funk (CDU)  unterlag, war auch diesmal wieder vor Ort. „Wir haben unser Wahlziel verfehlt“, sagte er enttäuscht, „es wäre strategisch womöglich besser gewesen, wenn Martin Schulz Minister geworden wäre anstatt Bundeskanzler-Kandidat. Da hätte er mit seinem hervorragenden Redetalent richtig punkten können.“