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Markus Uhl, CDU-Bundestagskandidat vom Wahlkreis 299, stellt sich vor

Die Direktkandidaten : Markus Uhl würde gerne weitermachen

Markus Uhl (CDU) vertritt einen Wahlkreis mit sehr unterschiedlichen Lebenswelten: von Peppenkum bis Quierschied, von Neunkirchen bis Blieskastel. Was möchte er in Berlin bewegen?

Markus Uhl ist längst kein Neuling mehr auf dem Berliner Parkett. Das war vor vier Jahren noch anders, als er 2017 erstmals für den Wahlkreis 299 in den Bundestag gewählt wurde. „Ein Wahlkreis, der sehr unterschiedlich ist. Er reicht von Utweiler im Bliesgau bis nach Quierschied in der ehemaligen Bergbauregion.“

Und dann gehört Neunkirchen dazu, die zweitgrößte Stadt des Saarlandes – und auf der anderen Seite Blieskastel, ein beschauliches Kleinstädtchen.  „Die Lebenswirklichkeiten der Menschen liegen weit auseinander. Aber was in meinem Wahlkreis im Kleinen vorliegt, ist nur ein Spiegel dessen, was die  gesamte Bundesrepublik bewegt: Stadt und Land, Mobilität, Digitalisierung, Bildung“, sagt Markus Uhl.

Er tritt bei der Wahl am 26. September wieder als Direktkandidat an und möchte sein Mandat gerne behalten. Aber er weiß auch, dass es knapp werden könnte: „Man kann vor Ort gute Arbeit machen, präsent sein, Millionenbeträge für seine Region locker machen – aber man kann sich nicht komplett vom Bundestrend abkoppeln.“

Und der ist nun mal  für die CDU gerade nicht so  wirklich günstig. Hinzu komme, dass der Wahlkreis 299 „keine klassische CDU-Hochburg ist“. Vor  zwölf Jahren haben die Wähler die Trendwende von der SPD zur CDU vollzogen, der CDU-Politiker Alex Funk löste damals die SPD-Politikerin Astrid Klug ab, wurde 2009 und 2013 in den Bundestag gewählt, danach kam Markus Uhl, auch CDU. Er ist Mitglied im Haushalts- und im Verkehrsausschuss, beides Felder, „in denen ich viel für meine Region tun kann.“

Er sorgte maßgeblich dafür, dass eine neue Außenstelle des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik nach Saarbrücken kam, ebenso konnte er in Berlin für die pharmazeutische Forschung am Saarbrücker Helmholtz-Institut 47 Millionen Euro vom Bund locker machen. Ferner gab es aus Berlin Geld für Sportstätten, Jugendeinrichtungen und Schwimmbäder, „auch für den Denkmalschutz, zum Beispiel für die Hohenburg in Homburg, konnte ich mich erfolgreich einsetzen“. Auch für die Begrünung des Geländes um die Hohenburgschule gab es Bundesmittel aus einem Umweltfonds.

Auch eine Machbarkeitsstudie für eine schnellere Bahnverbindung von Saarbrücken über Homburg nach Frankfurt wurde auf Uhls Betreiben in Auftrag gegeben. „Man muss sich schon sehr bemühen, denn das Geld für die Regionen fällt nicht vom Himmel. Wer in Berlin nicht lautstark „hier“ ruft, kriegt nichts.“ Hinzu komme die Zusammenarbeit vor Ort im Wahlkreis, „denn wer Bundesmittel haben möchte, muss einen entsprechenden Antrag stellen“. Hier sei er immer behilflich, so Uhl: „Die Anträge müssen gut begründet sein und passen“. Und dann brauche man  ein gutes Netzwerk in Berlin, das sich Uhl in den vier Jahren aufgebaut hat.

Er will sich weiterhin für die saarländische Wirtschaft starkmachen, insbesondere für die Industriebetriebe in seinem Wahlkreis, „darunter viele Autozulieferer. Um unser Wohlstandsniveau zu sichern, braucht es auch zukünftig Industrieproduktion“. Insgesamt müssten Strukturen aufgebrochen werden: „Wir sind in Deutschland zu langsam und zu bürokratisch. Das muss anders werden.“ Planungs- und Genehmigungsverfahren dauerten zu lange, „wir hinken im internationalen Vergleich in der Infrastruktur hinterher“. Dies alles, so Uhl, werde er angehen, „ich bin da mit vielen Kollegen innerhalb der CDU einig. Wir müssen nach vorne kommen, auch in der Digitalisierung“.

Mit der Verbannung des Verbrennungsmotors ist Uhl zurückhaltend: „Ich kenne die ländlichen Räume in meinem Wahlkreis gut. Dort wird man noch lange auf ein Auto angewiesen sein, allein schon, wenn man zum Arzt muss“. Und dass alle auf E-Autos umsteigen könnten, „das wird so schnell nicht gehen“.

Er plädiert für mehr Klimaschutz, „aber so, dass es zu keinen sozialen Verwerfungen kommt. Wir können die Industrie im Saarland nicht von heute auf morgen umstellen“. Positiv sei, dass das Saarland gerade in der Wasserstofftechnologie Förderungen bekommen habe, „weil sich in der Stahlproduktion ein Wandel vollziehen kann. Das Saarland könnte Vorreiter werden in Sachen grüner Stahl“.

Was macht Markus Uhl, wenn er am 26. September den Wahlkreis verlieren sollte? „Daran denke ich jetzt noch nicht. Ich setze auf Sieg und habe keinen Plan B. Ich will den Wahlkreis direkt gewinnen.“