Manfred Spitzer hält Vortrag an der Hochschule Zweibrücken über Digitalisierung

Abendvortrag : Digitalisierungskritiker hält Vortrag in der Region

Am kommenden Freitag, 10. Mai, 19 Uhr, spricht der bekannte Hirnforscher Manfred Spitzer im Audimax der Zweibrücker Hochschule.

Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft, durchdringt unsere Lebensbereiche, vor allem Bildung, Forschung und Wissenschaft. Wo die einen immense Chancen für Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität sehen, hegen die anderen Zweifel. Zu der Fraktion der Letztgenannten zählt Professor Manfred Spitzer, der Direktor der psychiatrischen Uniklinik Ulm, Hirnforscher und als bekannter Sachbuchautor häufiger Gast bei Podiumsdiskussionen und in Talkshows. Auf Einladung des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Zweibrücken (Nawi) präsentiert er seine ganz andere Sichtweise und Interpretation der Thematik am Freitag, 10. Mai, 19 Uhr, im Audimax des Campus Zweibrücken der Hochschule Kaiserslautern. Er wird sich in seinem öffentlichen Abendvortrag mit den „Risiken und Nebenwirkungen digitaler Informationstechniken“ befassen.

In seinen Büchern und Bestsellern, wie etwa „Digitale Demenz – Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen“, „Cyberkrank“ oder „Die Smartphone Epidemie“, warnt Spitzer vor den Gefahren der digitalen Medienwelt im Hinblick auf die körperliche, geistige, seelische und soziale Entwicklung des Menschen. Nach seiner Ansicht wird beispielsweise die Digitalisierung der Schulen den Nachwuchs nicht etwa schlauer und fitter für die individuelle und gesellschaftliche Zukunft machen, sondern eher massive Schäden anrichten: Schüler werden passiver, weniger lernfähig und sozial weniger kompetent; Symptome wie Aufmerksamkeitsstörungen und Realitätsverlust, Stress, Depressionen oder zunehmende Gewaltbereitschaft werden ein Ausdruck dieser Entwicklung sein.

Spitzers Thesen, die der Referent und Autor mit wissenschaftlichen Studien aus Psychologie, Soziologie und Hirnforschung untermauert, lösten häufig leidenschaftliche und kontrovers geführte Diskussionen aus. Auch am Campus Zweibrücken, an dem Studiengänge angesiedelt sind, die ganz bewusst die Anwendung und den Nutzen digitaler Informationstechnik in den Vordergrund stellen, wird eine lebhafte Beteiligung des Publikums bei dem Vortrag sicherlich nicht ausbleiben, teilen die Veranstalter mit. Behindern oder zerstören Internet und digitale Medien nun unser Leben oder bereichern sie es und machen uns im Gegenteil sozusagen glücklicher? Um diese spannenden Fragen werden sich Präsentation und Diskussion drehen.

Dank Unterstützung der Hochschule und des Zweibrücker Freundeskreises wird der Vortrag für alle Alters- und Berufsgruppen kostenfrei angeboten. Angesichts der Thematik und des Forschungsschwerpunktes des Referenten sei der Vortrag für die Jugend, das heißt die „Smartphone-Generation“, ganz besonders interessant. Schüler, Auszubildende und Studierende aber auch Erzieher, Lehrer, Professoren und Eltern sind deshalb explizit eingeladen.

Wer nicht persönlich vorbeischauen kann: Unter www.hs-kl.de/studium-generale wird der Vortrag auch live ins Internet gestreamt.

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