„Man kommt schnell ins Gespräch“

„Man kommt schnell ins Gespräch“

Heino Klingen, der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für das Saarland, kam 1998 mit seiner Ehefrau und seinen zwei Söhnen von Kiel in den Saarpfalz-Kreis, wo er sich rundum wohlfühlt. Er möchte auf jeden Fall im Saarland bleiben.

Ortstermin Saarbrücken, Franz-Josef-Röder-Straße, zweiter Stock. Helle, freundliche und lichtdurchflutete Büros. Hier arbeitet der Chief Executive Officer oder, etwas schlichter, der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für das Saarland (IHK), Heino Klingen. Der promovierte Volkswirt lenkt seit Januar dieses Jahres die Geschicke der IHK, zuvor war er bereits stellvertretender Geschäftsführer . Zuvor war er seit 2004 stellvertretender Geschäftsführer . Im Rahmen seines Aufgabengebietes war er dabei unter anderem für die Region Homburg, Bexbach, Kirkel mitsamt Blies- und Mandelbachtal zuständig, also den kompletten Saarpfalz-Kreis.

Trotz eines prallvollen Terminkalenders hat sich Klingen Zeit für ein Gespräch mit unserer Zeitung genommen. Schnell merkt man am Tonfall, dass Klingen kein gebürtiger Saarländer ist. Aufgewachsen ist er im Ruhrgebiet, hat in Oberhausen Abitur gemacht ("mehr Ruhrgebiet geht nicht").

Nach Studium und Promotion an der Universität Kiel hat Klingen weiter an der Uni gearbeitet. Als sich dann die Perspektive im Saarland auftat, hat er sich zunächst zusammen mit seiner Familie im Umland von Saarbrücken umgesehen. Und blieb am Ende im Saarpfalz-Kreis, genauer: in Lautzkirchen, hängen.

"Ausschlaggebend war die Tatsache, dass es zum einen landschaftlich passte, aber wichtig war damals auch die schulische Infrastruktur. Und es gab in Lautzkirchen eine Grundschule und in Blieskastel ein Gymnasium", erinnert sich der Geschäftsführer . Das war die schulische Situation, die seine Söhne Roman und Daniel damals benötigten. Und die Verkehrssituation war auch gut, "bis zur Arbeitsstelle habe ich die erste Ampel erst an der Bismarckbrücke". Aber wie war die Umstellung vom hohen Norden in den ländlichen Südwesten? "Ich gebe gern zu, am Anfang hat das Wasser schon gefehlt", erinnert sich Klingen. Aber er und seine Familie haben sehr schnell Anschluss gefunden und Land und Leute schätzen gelernt. "Die Leute hier sind sehr kontaktfreudig und man kommt schnell ins Gespräch", hat Klingen immer wieder gute Erfahrungen gemacht. Er findet es besonders schön in der Blieskasteler Altstadt und will auch nach seinem beruflichen Ausscheiden hier bleiben. Toll finden er und seine Frau das kulturelle Angebot in der Kleinstadt. Und auch die Sportmöglichkeiten nutzt Klingen, oft auch zusammen mit seiner Frau. Eine Zeit lang war er auch Vorsitzender des örtlichen Tennisclubs, aber bedingt durch Rückenprobleme musste er das Tennisspielen aufgeben. Heute schwingt er sich nach einem langen Arbeitstag auf sein Fahrrad und kennt hier jetzt alle Strecken sehr genau. "Wenn ich um sieben oder halb acht Uhr nach Hause komme, bleiben mir jetzt im Sommer noch etwa anderthalb Stunden. Da kenne ich dann genau die Strecke und schaffe meist noch 42 Kilometer", erzählt er. Neben dem Radfahren ist Klingen auch begeisterter Skifahrer.

Für die Barockstadt Blieskastel hofft er, dass es mit der Sanierung der Blieskasteler Altstadt weiter vorangehen möge. Denn vor allem im Viertel Hinnereck sei noch einiges zu tun. Und er hofft zudem auf das Biosphärenhaus: "Vielleicht gibt es ja dann eine gute Alternative zur maroden Bliesgaufesthalle".

Zum Thema:

Zur Person Heino Klingen wurde im Mai 1954 in Wesel geboren. Zunächst machte er eine Lehre als Bankkaufmann, später folgte das Abitur in Oberhausen. Klingen studierte und promovierte in Kiel, seit 1998 ist er bei der IHK im Saarland beschäftigt. Dort wurde er 2004 stellvertretender Geschäftsführer , seit Beginn dieses Jahres ist er Hauptgeschäftsführer. Heino Klingen ist seit 30 Jahren mit seiner Frau Renate verheiratet, einer Lehrerin. Sie haben zwei erwachsene Söhne , Roman und Daniel. ers