Mahnmal Zur Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes in Homburg eingeweiht

Zur Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes : Ein Mahnmal wider das Vergessen

In Homburg wurde am Dienstag (12. November) ein Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes eingeweiht.

Izhak Hirsch und seine Frau Helga stehen neben sieben grauen Stelen, immer wieder bleiben Passanten stehen, stoßen förmlich auf diesen Ort, lesen die Namen, die hier aufgelistet sind. Sie stehen für Menschen, die einst in Homburg lebten, bevor sie von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Viele von ihnen hatten Wohnungen, Häuser, Geschäfte ganz in der Nähe des Mahnmals, das am Homburger Marktplatz, genauer an der Ecke Klosterstraße/Saarbrücker Straße, gegenüber dem alten Storchen steht und gestern, am Dienstag, vor der Gedenkfeier zur Erinnerung an das Grauen der Reichspogromnacht nachmittags offiziell eingeweiht wurde (ausführlicher Bericht folgt).

Auch die Namen von Izhaks Hirschs Großeltern stehen auf den Metalltafeln, die an den Granit­stelen, die einen Halbkreis bilden, angebracht sind: Hirsch, August, 64, Hirsch, Mathilde, 56, geborene Mayer, beide ermordet 1942 im KZ Auschwitz. Es war Hirsch ein großes Anliegen, dass es diesen Gedenkort gibt, um an seine Großeltern, aber auch alle anderen zu erinnern, deren Leben ausgelöscht wurden. Dafür hat er sich jahrelang eingesetzt – mit großer Unterstützung seiner Frau. Deswegen sei er heute auch „erleichtert und sehr zufrieden“. Und es ist ihm auch wichtig, dass es dieser Standort geworden ist, in Sichtweite der ehemaligen Synagoge und zur Karlsbergstraße, die man einst Judengasse nannte.

„Es ist ein schöner Platz mitten in der Stadt.“ Zur Eröffnung, berichtet er, waren auch Nachfahren anderer jüdischer Familien aus Homburg angereist. Gestaltet wurde das Mahnmal vom Künstler Klaus Glutting. Neben den Namen der ermordeten Menschen ist auf der mittleren Stele ein Gedenktext angebracht. Auch dieser hat am Morgen schon seine Leser gefunden.

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