Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der Nazis in Homburg steht

Erinnern an die Opfer des NS-Regimes : Einweihung des Mahnmals im Herbst

Die Stelen, die das Mahnmal zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus bilden, stehen bereits. Die Einweihung wird sich aber verzögern. Die Stadt hält einen Termin Richtung Oktober für wahrscheinlich.

Irgendwie geht es beim Mahnmal, das in Homburg an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern soll, nur in kleinen Schritten weiter, und es gibt immer wieder neue Verzögerungen. Aber immerhin geht es voran. Mittlerweile stehen die Stelen am Marktplatz, genauer an der Ecke Klosterstraße/Saarbrücker Straße, gegenüber dem alten Storchen. Noch sieht es aber eher nach Baustelle aus, eine rot-weiße Absperrung ist hier angebracht und sie wird wohl noch eine Weile an dieser Stelle erhalten bleiben, denn der vom bei der Stadt zuständigen Amtsleiter für Kultur und Tourismus, Klaus Kell, angepeilte Termin für die Einweihung, „möglichst bald nach den Sommerferien“, wird so wohl nicht gehalten werden können. Es gehe wohl eher Richtung Oktober, teilt die Stadt am Dienstag auf Anfrage mit. Geplant ist auf jeden Fall ein etwas größerer Rahmen, auch Vertreter aus der Landespolitik sollen eingeladen werden. Zudem sei man in Kontakt mit der Synagogengemeinde Saar, um einen Termin zu koordinieren. Das zunächst vorgeschlagene Datum habe nicht funktioniert. Zudem recherchiere man nach Hinweisen aus Saarbrücken, ob die Namen der jüdischen Homburgerinnen und Homburger, die in den Konzentrationslagern ermordet wurden, auch vollständig seien. Zur Erinnerung: Diese Namen sollen auf sechs Plaketten an den Stelen angebracht werden, auf der mittleren Stele gibt es einen Gedenktext (siehe auch Infokasten).

Eine Auflistung aller Namen war Izhak Hirsch immer besonders wichtig „im Sinne der ewigen jüdischen Grabesruhe“. Hirsch ist auch derjenige, der den Anstoß für diesen Gedenkort gab. Vor Jahren schon. Er will damit an seine Großeltern Mathilde und August Hirsch und an andere erinnern, die in Homburg lebten, bis sie deportiert und von den Nazis umgebracht wurden (wir berichteten mehrfach).

 Immer wieder hatte sich der mittlerweile pensionierte Hirsch, der seit langem in der Schweiz lebt, engagiert und war oft vertröstet worden. Im vergangenen Oktober beschloss dann der Homburger Stadtrat, ein solches Mahnmal zu errichten. Als Hirsch mit seiner Frau im Dezember zu Gesprächen nach Homburg reiste, war er erleichtert, dass sein Ansinnen nun endlich Wirklichkeit werden sollte. Es gehe ihm nicht um Vorwürfe an die heutige Generation oder um Rache: „Ich habe ein offenes Verhältnis mit Deutschland, habe gute Freunde hier.“ Ziel sei es, „dass man daran denkt und weiß, dass es passiert ist. Es soll sich nicht wiederholen“.

 Der ursprünglich anvisierte Termin für die Aufstellung des Mahnmals um Ostern wurde dann weiter nach hinten geschoben: Es ging unter anderem um die Verlegung eines Briefkastens und einer Telefonsäule, aber auch um den Fortschritt der Arbeiten an der Eisenbahnstraße.

Hirsch wird also noch ein weiteres Mal Geduld brauchen. Zur Einweihung will er mit seiner Frau wieder nach Homburg reisen.

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