Magnolien zum Zehnjährigen

Zehn Jahre ist es her, da wurde das Homburger Amateurtheater gegründet. Seitdem haben die Mitglieder jede Menge Bühnenerfahrung gesammelt. Den Anfang machte einst das „Gespenst von Canterville“.

Sie stecken mitten in der Arbeit, die Mitglieder des Homburger Amateurtheaters. Das ist auch nicht anders als in jedem anderen Jahr. Dabei hätten sie durchaus einen Grund, um zu feiern - nicht die Premiere eines neuen Stückes, was häufiger vorkommt, sondern den eigenen Geburtstag. Vor zehn Jahren nämlich, am 2. August 2006, wurde der Verein gegründet, sagt Christoph Neumann. Er ist einer derjenigen, die damals dabei waren.

46 Mitglieder

Und er ist seinem Theater bis heute treu geblieben - auch als Vorsitzender von Anfang an.

46 Mitglieder habe der Verein mittlerweile, vom Alter vollkommen unterschiedlich. Der Älteste sei über 70 Jahre alt, die jüngsten um die 10 Jahre. Viele sind lange dabei - auch von den sieben Gründungsmitgliedern engagieren sich fünf bis heute, drei in der ersten Reihe. Nicht jeder, aber doch ein Großteil der Vereinsmitglieder stehe auf der Bühne, so Neumann. Dazu kommen die vielen Helfer, die das Publikum in der Regel nicht sieht. "Gute Geister", nennt Neumann diejenigen, die sich etwa um den Bühnenbau kümmern, die Maskenbildner, die Requisiteure und wer hinter den Kulissen noch nötig ist, damit auf der Bühne alles reibungslos verläuft.

Jede Menge zu tun hat das Theater schon allein durch das Programm, das jedes Jahr ge stemmt wird. "Wir versuchen grundsätzlich einmal pro Jahr ein Kinder- und Jugendstück anzubieten", so Neumann. Dazu komme ein abendfüllendes Stück für Erwachsene. Ein drittes Projekt seien musikalische Lyrikabende. Szenisch vorgetragene Texte im Wechsel mit Musik und Gesang. Thematisch werde dies jeweils der Jahreszeit angepasst, in der so ein Abend angesetzt sei, also zum Beispiel Frühlingsgefühle im Mai, Persiflagen und mehr zur Urlaubszeit im Sommer.

Über die Jahre haben sie sich weiter entwickelt. Da ist zum einen die Kooperation mit Wasabi aus Furpach, einer Gruppe, in der sich Kinder und Jugendliche zusammengeschlossen haben, die Lust aufs Theaterspielen haben.

Aber auch in seiner Haltung habe sich der Verein ein wenig verändert. Sie seien anspruchsvoller geworden, zum einen, was das eigene Spiel betreffe, erläutert Neumann, aber auch, wenn es um die Auswahl der Stücke gehe. Früher habe man sich im Verein auch mal für das leichte Boulevardstück entschieden wie "Boeing-Boeing", heute dürfe es schon etwas gehobener sein.

Magnolien aus Stahl

Grundsätzlich fange die Auswahl eines Stückes damit an, dass jeder überlege, was es an interessanten Theaterstücken gebe, was man wo gesehen habe. Haben sie den Text, setze sich der Vorstand zusammen, um zu klären: Was bekommen wir vom Schwierigkeitsgrad hin, was von der Besetzung? Welchen Regisseur habe wir, der es uns auch inszeniert? Grundsätzlich versuche das Theater, seine Premieren in Homburg zu spielen. Mit dem aktuellen Stück "Magnolien aus Stahl " habe das nicht funktioniert, sie sind damit bereits durchs Saarland getingelt, kommen nun aber zurück. Am 8. und 9. Juli ist die Version des Homburger Amateurtheaters jener melodramatische amerikanischen Komödie um starke Südstaaten-Frauen, die in der Verfilmung von 1989 - unter anderem mit Shirley MacLaine und Julia Roberts - Millionen Zuschauer rührte, im Erbacher Thomas-Morus-Haus zu sehen (siehe auch Infobox).

Bei zehn Jahren und entsprechend vielen Produktionen bleiben natürlich Erinnerungen - gute wie schlechte. Die Negativste für Christoph Neumann: 2013, als die Aufführung von "Der nackte Wahnsinn" abgebrochen werden musste, weil sich eine Darstellerin das Handgelenk gebrochen hatte. Und die Schönsten? 2012/13, als man mit "Bei Anruf Cash" erfolgreich war, "eine richtig tolle Geschichte .

Auch das allererste Stück "Das Gespenst von Canterville" ist ihm präsent: "Das bleibt immer haften."

Zum Thema:

Hintergrund Das Homburger Amateurtheater zeigt das Stück "Magnolien aus Stahl " von Robert Harling, Regie: Daniel Both, am Freitag, 8. Juli, und am Samstag, 9. Juli, jeweils um 20 Uhr im Thomas-Morus-Haus, Schleburgstraße 17, in Erbach. Karten kosten zehn, ermäßigt acht Euro. Erhältlich sind sie im Vorverkauf unter Telefon (06 51) 979 07 77, auf www.ticket-regional.de und in allen Vorverkaufsstellen von Ticket Regional, unter anderem in der Touristik-Information im Rathaus Homburg , Am Forum. An der Abendkasse kann man Tickets jeweils ab 19 Uhr kaufen. Es gibt freie Platzwahl - und wichtig für alle Fußballfans: Es stehen keine EM-Spiele an den Aufführungstagen auf dem Plan. Geprobt wird in der Hohenburgschule bereits am nächsten Stück: "Unsere kleine Stadt". Wer mitmachen möchte, erfährt mehr auf der Internetseite des Theaters unter www.hat-ev.de . ust

Mehr von Saarbrücker Zeitung