Lionsclub spendete 4000 Euro aus Benefizveranstaltung

Aus der Vorstellung „Kalender Girls“ : Theaterabend hilft kranken Menschen

Drei Lions-Clubs spendeten 4000 Euro aus einer Benefizvorstellung im Saalbau an das Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Homburg und an die Elterninitiative krebskranker Kinder.

Man schreibt das Jahr 1999. Im englischen Yorkshire machen sich ein paar Damen reiferen Semesters auf, die Welt der Pin-Up-Kalender zu erschüttern und schlicht auf den Kopf zu stellen – und das bei aller charmanten und stilvollen Freizügigkeit mit einem ernsten Hintergrund: Als ihr Ehemann John an Leukämie erkrankte, hatte Angela Baker, eines der späteren „Calendar Girls“, den Wunsch, die Leukämie-Forschung in Großbritannien zu unterstützen. Doch wie? Die Idee zu einem etwas anderen Kalender wurde geboren, einem Kalender, in dem Baker und einige ihrer Freundinnen mit unaufdringlich gezeigter Selbstenthüllung und immer im Zeichen der Sonnenblume, der Lieblingsblume von Bakers Ehemann John, dann wirklich für Furore sorgten: Schon eine Woche nach Verkaufsstart war der Kalender, den man gerne mit „Akt, nicht nackt“ subsummieren konnte, im Königreich komplett vergriffen. Neun Monate später waren über 80 000 Exemplare verkauft. Rund zwei Millionen Pfund soll die Aktion inzwischen zu Gunsten der Leukämie-Forschung zusammen gebracht haben, eine Stiftung wurde gegründet. Für den international endgültigen Durchbruch sorgte im Jahr 2003 dann eine Verfilmung des schier unglaublichen Stoffs – made in Hollywood. 2009 machten sich die „Kalender Girls“ auf, ihren Erfolg zu wiederholen. Zu diesem Zeitpunkt war die elfköpfige Original-Truppe allerdings in Teilen zerstritten – auch wegen des Films.

Abseits des „Originals“ sind es seit dieser Zeit auch immer wieder Theatergruppen, die die Geschichte von Angela Baker und ihren Freundinnen auf die Bühnen bringen und aktuell halten, Anfang des Jahres auch die Schaubühne Neunkirchen im Homburger Saalbau. Und das Ensemble griff dabei natürlich den wohltätigen Hintergrund der Geschichte auf: In Zusammenarbeit mit Lions International sollte der Theaterabend Spenden für das Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Homburg und für die Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland einspielen.

Am Dienstagnachmittag nun konnten die drei beteiligten Lions-Clubs Homburg, Homburg-Saarpfalz und Neunkirchen Saar-Ost den beiden Spendenempfängern jeweils die stattliche Summe von 2000 Euro übergeben.

Wie werden nun das Palliativ-Zentrum und die Elterninitiative die Mittel verwenden? Professor Sven Gottschling, der Leiter des Zentrums für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie: „Zwei Sachen liegen uns total am Herzen: Wir haben ein neues Projekt am Start, ein Nachsorgeprojekt für verwaiste Kinder. Das bedeutet, dass wir Kinder, bei denen ein Elternteil eine lebensbegrenzende Krankheit hat, nach dem Tod von Vater oder Mutter, besser noch präventiv, wenn es also absehbar ist, betreuen.“ Für ein solches Unterfangen, so Gottschling, gebe es in den benachbarten Bundesländen spendenfinanzierte Projekte, im Saarland hingegen gebe es „nichts, aber auch gar nichts“. Deswegen habe man nun einen Startschuss gewagt. „Wir haben über eine Stiftung eine Anschubfinanzierung von 80 000 Euro erhalten, wir stellen gerade zwei Psychologen in Teilzeit ein. Wir treiben dieses Projekt mit Hochdruck nach vorne. Und jeder Euro ist da gerne willkommen.“ Auch das „Wünsche-Erfüllungsteam“ des Zentrums könne mit Mitteln aus der Spende viel Gutes anfangen, so Gottschling.

Für die Elterninitiative krebskranker Kinder verdeutlichte Sigrid Singer aus dem Vorstand der Elterninitiative, dass man ganz viele Projekte am Start habe, die man weiter finanziere. „Das ist unsere Jugendnachsorge, das ist unser Projekt ‚Mut tut gut‘, das sind Kletter- und Nachsorgeprojekte für Kinder nach der Therapie und unser Wohlfühl- und Kreativwochende für Familien und verwaiste Familien. Dort kann man sich in einem geschützten Raum austauschen.“

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