Leser hängen an der Tradition St. Martin

Leser hängen an der Tradition St. Martin

Das war deutlich: Wir wollten von unseren Lesern in einer Umfrage wissen, ob sie es richtig finden, Martinsumzüge umzubenennen, um keine Migranten auszuschließen. Die Leser sprachen sich überwiegend dagegen aus. Ebenso möchten die meisten deswegen auch nicht auf das Martinslied verzichten und wünschen sich, dass auch in kommunalen Kindergärten die Martinsgeschichte vermittelt wird.

Am Freitag wird wieder St. Martin gefeiert. Mancherorts, oftmals in kommunalen Kindergärten , werden diese Umzüge beispielsweise Lichter- oder Dunkel-Funkel-Fest genannt, um keine Migranten auszuschließen. In einer Online-Umfrage wollten wir wissen, wie die Leser aus dem gesamten Saarpfalz-Kreis das finden - und die Antwort fiel eindeutig aus. 95 Prozent der 220 befragten Leser finden es nicht richtig, die Umzüge aus besagten Gründen umzubenennen. Lediglich drei Prozent sind der Meinung, das sei der richtige Weg, zwei Prozent sind sich unsicher oder haben dazu keine Meinung. Natürlich ist unsere Blitzumfrage nicht repräsentativ, sie gibt aber durchaus den einen oder anderen Fingerzeig.

Auf die Frage, ob es richtig sei, dementsprechend auf das Singen des Martinsliedes zu verzichten, antworteten 98 Prozent der Befragten mit "Nein". Ein Prozent findet es richtig, ein Prozent hat dazu keine Meinung.

Wir wollten außerdem wissen, wie die Leser es finden, dass kommunale Kindergärten aus diesen Gründen eventuell darauf verzichten, den Kindern die Martinsgeschichte zu vermitteln. Auch diese Antwort fiel mehr als eindeutig aus. 99 Prozent sind dagegen, ein Prozent dafür, und niemand hatte dazu keine Meinung.

In der letzten Frage forderten wir die Leser auf, ihre Meinung zu diesem Thema zu äußern. So schreibt beispielsweise Ingrid Benn-Marx aus Kirkel, dass man sich durch solch eine Umbenennung und ihrer Meinung nach Verdrängung nur verbiege. "Das finde ich peinlich", teilt sie mit. Wolfgang Herges , ebenfalls aus Kirkel, ist der Meinung, dass der Verzicht auf eine lieb gewordene Tradition wie das Martinsfest erst den Fremdenhass fördere und damit letztlich der Integration schade. Herges: "In keinem anderen Land auf dieser Welt wird Integration dadurch versucht zu gewährleisten, indem man die eigene Kultur und Geschichte untergehen lässt."

Ortrud Eisele aus Bexbach weist zudem darauf hin, dass die Vermittlung der Geschichte von St. Martin wichtig sei, um den Kindern das Teilen zu lehren. "Es ist unwichtig, welcher Religion sie angehören." Dass genau die Botschaft des Teilens nicht nur den Christen, sondern allen Kindern vermittelt werden sollte, sagt Roland Lupp aus Homburg. Als vorrangig sieht auch Elke Baschab aus Bexbach das Teilen. "Ich denke, der Sinn von St. Martin sollte klar erklärt werden - und alle Kinder werden das verstehen", so teilt es Maria Anna Scheyer aus Homburg mit. Dass die Botschaft mit Armen zu teilen überall gleich sei, schreibt Ursula Klein aus Homburg.

Auch Ulrich Mielke aus Homburg ist der Meinung, dass Brauchtum vermittelt werden sollte. Rudolf Städtler aus Homburg weist darauf hin, dass christliche Werte erhalten werden müssten. "Unsere Feste gehören zu unserer Kultur, dies zu übermitteln ist Integration und nicht das Umbenennen der Feste", da ist sich Karin Legrum aus Homburg sicher.

Klaus Hessenauer aus Homburg schreibt: "Wer die eigene Kultur nicht lebt und achtet, kann auch von anderen keine Achtung erwarten." Es sei unverantwortlich, dass andauernd die eigenen religiösen Wurzeln aufgegeben würden und unsere abendländischen Werte in Frage gestellt würden, so Gerhard Matischka aus Homburg.

"Es geht um das Thema Teilen an einem ganz konkreten Beispiel. Nämlich dem des heiligen Martin. Wen ein kommunaler Träger dies seiner Klientel nicht zumuten möchte, sollte er kein Ersatzfest konstruieren, sondern ganz darauf verzichten", teilt Ansgar Hoffmann aus Homburg mit. "Bei der Integration setze ich voraus, dass die Zuwanderer unsere Kultur tolerieren. Wenn ich im Ausland bin, akzeptiere ich auch die dortigen Sitten", teilt Walter Herzog aus Bexbach mit. Von einem kleinen Beitrag zur Islamisierung der Gesellschaft spricht Johannes Werner aus Homburg. "Das ist gefördert von der Politik und als politisch korrektes Handeln vorgegeben. Dazu gehört dann unter anderem auch die Sondererlaubnis für Kinderehen, Beschneidung und Schächtung."

Zum Thema:

Zur Sache SZ-Umfrage-Center: Es gibt viele Themen, die die Saarländer bewegen und die intensiv diskutiert werden. Damit die Meinung der Leser in Zukunft noch größere Beachtung findet, hat die Saarbrücker Zeitung ihr Umfrage-Center neu gestaltet. Wer da mitmachen möchte, muss sich einmalig registrieren. Und wer schon an Befragungen unter sz-umfrage.de teilgenommen hat, kann seine Login-Daten weiter nutzen. Umfrage-Teilnehmer werden mit Punkten belohnt. Ab 20 Punkten können diese in verschiedene Einkaufsgutscheine umgewandelt werden. klö


Richtigstellung


Homburg/St. Ingbert. Was halten die Bürger von der Umbennung von Martinsumzügen, zum Beispiel in Lichterfeste? Diesem Thema wollte die SZ-Redaktion bei einer nicht repräsentativen Online-Umfrage nachgehen. Allerdings ist ihr bei der Fragestellung ein bedauerlicher Fehler unterlaufen. "Finden Sie es richtig, dass in kommunalen Kindergärten Martinsumzüge meist nicht mehr Martinsumzug heißen…?, lautete die Frage. Das ist falsch. Richtig hätte es "mancherorts" heißen müssen. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. vf

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