Les Scarabées spielten Betales-Songs im Römermuseum Schwarzenacker

Konzert : Gelungene Beatles-Hommage unter Bäumen

Les Scarabées überzeugten auch in kleiner Besetzung bei ihrem Gastspiel im Römermuseum in Schwarzenacker.

„Les scarabées“ – das heißt auf Deutsch „Die Käfer“ oder auf Englisch „The Beetles“. Klar, damit sind die Beatles gemeint, und Les Scarabées aus Lothringen spielen ausschließlich Musik der berühmtesten Band aller Zeiten oder solche, die einzelne Mitglieder danach geschrieben haben.

Der 50. Jahrestag der Auflösung der Beatles steht bald bevor, am Donnerstag im Römermuseum konnte jedoch ein schöneres Jubiläum begangen werden: Vor genau 50 Jahren entstand das berühmte Foto, als die vier Beatles über den Zebrastreifen der Abbey Road gingen. Allerdings: Selbst beim Nachstellen dieses Fotos hätten Les Scarabées an diesem Tag ein Problem gehabt: Denn einer der Vier fehlte aus Urlaubsgründen.

So erlebten die etwa 200 Besucher bei der Reihe Kultur im Museum ein Novum: Die Beatles in einer Trio-Version. Bei den Scarabées ist die Rollenverteilung etwas anders als bei den Originalen. So sang die meisten Songs Gitarrist Eric Eslinger, der dabei der Stimme von Beatles-Bassist Paul McCartney sehr nahe kam. Manche Songs erklangen tiefer als im Original, aber dazu meinte Eslinger: „Besser ein bisschen tiefer, aber dafür gut.“ Außerdem musste er noch alle Solo-Parts von Beatles-Gitarrist George Harrison übernehmen. Das machte er bewundernswert routiniert.

Bassist Alex Hubert wiederum sang ein paar Lennon-Songs ohne irgendeine Ähnlichkeit mit dessen Stimme zu beschwören. Aber er ist ja auch Schlagzeuger, wie er in der Pause erzählte, und habe damals den Bass genommen, weil er mit seinen Freunden Musik machen wollte. Und am Drumset saß ja schon Schlagzeuger Didier Berg, der übrigens gar nicht erst den Versuch machte, wie Ringo zu singen.

Aufgrund der Triobesetzung konzentrierten sich die Lothringer erstmal auf die Titel der Beatles-Anfangszeit: „Eight Days a Week“, „All My Loving“ und „She Loves You“ wurden damals ohne großen Schnickschnack wie etwa Tasteninstrumente eingespielt. Klar, die eine Stimme mehr hätte man sich bisweilen schon gewünscht, denn eines der Beatles-Markenzeichen war ja der überragende Chorgesang. Aber das Ohr gewöhnte sich nach und nach an die reduzierte Beatles-Version, sodass später auch Songs wie „Strawberry Fields“ trotz großer Lücken mit Genuss aufgenommen wurden.

Man hatte die Franzosen da bereits ins Herz geschlossen, wohl, weil sie mit ihrem lustigen Deutsch eine witzige Moderation gestalteten. So wurden die Homburger als Hamburger angesprochen, weil die Beatles ja in Hamburg groß geworden waren. Da ging es auf die „Reeperbahn-Straße“, und zum Schluss sagte Alex Hubert: „Jetzt muss man machen die Hits.“

Das Publikum geriet dabei immer mehr in Bewegung, so lange, bis es einige gar nicht mehr aushielten und sich am Rand zum Tanzen versammelten. Vor allem die Rock ’n’ Roll-lastigen Titel kamen da sehr gut an. Bei „Yellow Submarine“ behalf sich die Band mit einer Blaskapelle von der Festplatte, die zwischendurch im Takt überholt wurde – die routinierten Franzosen ließen dann aber einfach einen Schlag weg und fanden so wieder zusammen.

Der erste Auftritt der Scarabées fand im Januar 1993 statt  dieser war der erste als Trio. Trotzdem erfuhr die Band eine hervorragende Resonanz und wurde zu drei Zugaben gedrängt. „Ich bin sowieso ein großer Beatles-Fan und konnte fast alles mitsingen. Ein paar Lieder kannte ich allerdings nicht, trotzdem war es klasse. Oft hat man gar nicht gemerkt, dass der George Harrison gefehlt hat“, meinte hinterher Gerhard Burkei aus Zweibrücken. Pascal Steuer hatte Les Scarabées schon zehnmal gehört - kein Wunder, wohnt er doch selbst über der Grenze, nämlich in Forbach: „Die sind einfach sehr gut“, lautete sein Urteil. „Also wir haben gerätselt, ob der eine tatsächlich nicht dabei war oder ob das ein Gag war, dass sie heute nur zu dritt sind“, sagte Rafael Zajonz aus Zweibrücken. Außerdem: „Die Beatles, das ist einfach Unterhaltung pur, und das war auf witzige Art und Weise gemacht. Man kann sie natürlich nicht kopieren. Es war ein schöner, gelungener Abend.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung