Lange Nacht der Industrie Saarland

Lange Nach der Industrie : Auf zur Langen Nacht der Industrie

16 Saar-Firmen öffnen an diesem Donnerstag, 27. September, für Besucher ihre Pforten. In Homburg sind Bosch und Michelin dabei.

Einmal im Jahr hat auch die Industrie ihren großen Auftritt: Heute Abend öffnen in elf deutschen Industrie-Regionen die Firmen ihre Werkstore, um Besuchern zu zeigen, was sie können, darunter auch das Saarland, das – trotz aller Dienstleistungs- und Kulturschwerpunkte –, immer auch ein Industrie-Standort geblieben ist. Was gut ist, denn vornehmlich in der Industrie wird Wohlstand geschaffen. Was sich auch in der Bezahlung niederschlägt. Wichtig: Nur, wer sich vorher angemeldet hat, darf auch rein. „Einfach so“ aufkreuzen geht nicht.

16 Firmen machen saarlandweit mit, aus dem Kreis Neunkirchen ist niemand dabei.

Aber einige sind aus dem Saarpfalz-Kreis beteiligt: Michelin und Bosch in Homburg, Festo in Rohrbach, Voit Automotive in St. Ingbert und Hager in Blieskastel.

Mit dieser landesweiten Veranstaltung am 27. September wollen der Verband der Metall-und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar) und die IHK Saarland junge Menschen für die Saarindustrie und industrienahe Forschung begeistern.

Zugleich möchten sie zeigen, dass es hierzulande attraktive Arbeits- und Ausbildungsangebote sowie spannende Forschungsprojekte gibt – also keinen Grund zur Abwanderung. Junge Menschen haben dadurch die Chance, Industrie „live“ zu erleben und sich über Ausbildungschancen und Berufswege direkt vor Ort zu informieren.

IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen betonte im Vorfeld: „Die Industrie ist der Schrittmacher der Saarwirtschaft und der wichtigste Motor für Innovation, Beschäftigung und Wachstum. Mit Blick auf den demografischen Wandel bedeutet das insbesondere auch, für ein ausreichendes Fachkräfteangebot zu sorgen. Ein Baustein dazu ist die Lange Nacht der Industrie. Auch ist es uns ein Anliegen, verstärkt Mädchen und junge Frauen anzusprechen und sie für eine Karriere in unserer Industrie zu begeistern.“

Die 16 Industriebetriebe aus unterschiedlichen Branchen öffnen ab 18 Uhr die Werkstore und gewähren den Besuchern einen direkten Einblick in die Unternehmen. Das ist wichtig, denn in den täglichen Nachrichten dreht sich, sofern vom Inland die Rede ist, fast alles nur um Politik- und Sozialthemen. Worum es fast nie geht, ist der Bereich, in dem die Mehrheit der Deutschen beschäftigt ist und der in erster Linie das Geld für die Sozialausgaben überhaupt erst verdient: die Industrie.

Entgegen einer verbreiteten Meinung wird die deutsche Industrie übrigens nicht von Großkonzernen dominiert, vielmehr zeichnet sie sich durch eine Mischung aus international agierenden Konzernen und gut aufgestellten mittelständischen Unternehmen aus. Im Saarland war das nicht immer so, da dominierten viele Jahre lang vor allem Großbetriebe die Industrie-Landschaft, die vorwiegend aus Kohle und Stahl bestand.

Doch auch hier hat sich einiges getan, wie man an diesem Abend sehen kann, denn mit der ISL Group oder Woll Maschinenbau behaupten sich auch kleinere Firmen am Markt.

Neben einem zentralen Auftakt in Saarbrücken gibt es einen weiteren Startpunkt in Saarlouis. Große Unternehmen, aber auch die so genannten „Hidden Champions“ werden zeigen, was und wie sie produzieren, wie sie ausbilden und welches Arbeitsumfeld sie ihren Fachkräften bieten.

Zusätzlich zur Besichtigung der Produktion erfahren die Besucher auch viel Wissenswertes über Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten in der Industrie. Kooperationspartner der diesjährigen Langen Nacht sind die Universität des Saarlandes, die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW), das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr sowie saaris. Schirmherrin der Veranstaltung ist Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. Medienpartner sind die Saarbrücker Zeitung und Radio Salü. Am Abend der Veranstaltung werden bis 22.30 Uhr nacheinander zwei Unternehmen besichtigt. ME-Saar-Hauptgeschäftsführer Joachim Malter erklärte dazu: „Die Teilnehmer werden auch dieses Mal wieder erleben, wie spannend und verantwortungsvoll die Arbeit in einem Industriebetrieb ist. Auch wollen wir das Interesse junger Menschen an spannenden Forschungsthemen und für ein ingenieurwissenschaftliches Studium wecken. Daher freut es uns, dass das ZeMA (Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik) dieses Jahr erneut teilnimmt.“

Die Busse starten wieder von Saarbrücken aus mit dem Ziel Festo oder Hager, Michelin oder Fresenius, Saargummi oder Deutsche Post AG. An Bord sind alle Interessenten, die mal einen Betrieb von innen sehen möchten.

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