Landwirt: Verunglimpfung einer ganzen Branche

Homburg · In der Diskussion um Nitratbelastung im Grundwasser bezieht Richard Schreiner Stellung zur Blieskasteler Grünen-Initiatve.

 Richard Schreiner auf dem Kirchheimer Hof. Foto: Fredi Brabänder

Richard Schreiner auf dem Kirchheimer Hof. Foto: Fredi Brabänder

Foto: Fredi Brabänder

(ert) Zu der Initiative der Blieskasteler Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, die die Stadtverwaltung beauftragt hat, über die Nitratbelastung im Grundwasser von Blieskastel zu berichten und gegebenenfalls bei Grenzwertüberschreitungen mögliche Maßnahmen oder Initiativen vorzubereiten, um die Konzentration des Nitrats im Grundwasser zu verringern, hat jetzt der Vorsitzende der Landwirte im Saarpfalz-Kreis, Richard Schreiner, Stellung bezogen. Wie er mitteilt, werde von der saarpfälzischen Landwirtschaft nicht bestritten, dass es in der Bundesrepublik Deutschland Probleme mit Nitrat im Grundwasser gibt. Dies beschränke sich auf Regionen mit intensiver Landwirtschaft und Regionen mit sehr alten und undichten Kanalsystemen in Wohngebieten. Es werde von sogenannten diffusen Einträgen ins Grundwasser gesprochen, heiße konkret, man könne es nicht einem Verursacher zuordnen. "Die Situation in Blieskastel, mit der sich die Grünen-Fraktion beschäftigt, ist mitnichten mit intensiven landwirtschaftlich genutzten Regionen in der Bundesrepublik zu vergleichen beziehungsweise gleichzusetzen", so Schreiner. Es gebe nur noch wenige tierhaltende Landwirte.

Für eine Kuh von 600 Kilogramm Gewicht stünden zwei Hektar Futterfläche zur Verfügung. "Bei dieser Betrachtung ist die übrige Ackerfläche nicht eingerechnet, das heißt es stehen weitere Flächen zur Ausbringung von organischem Dünger (Mist, Gülle) zur Verfügung. Wir haben eine verhältnismäßige extensive Landbewirtschaftung, da auch unsere Getreideerzeugung ertragsmäßig durch die Bodengüte begrenzt wird", teilt Schreiner weiter mit. Die EU habe auch nicht mehr Düngung zugelassen als die Pflanzen benötigten. Diese Behauptung des grünen Fraktionschefs im Stadtrat, Lukas Paltz, sei nicht korrekt. Durch mehr Dünger, wie von den Grünen behauptet, wäre überhaupt kein Mehrertrag zu erzielen, es würde nur Geld kosten, und Geld zu verschenken, könne sich kein Betrieb leisten. Schreiner: "Durch die Bodenproben, die wir Landwirte ziehen und untersuchen lassen, wissen wir, was auf welchen Feldern zur Pflanzenernährung gedüngt werden muss beziehungsweise auch unterbleiben kann, wenn der Boden entsprechend versorgt ist. Darüber hinaus ist auch jährlich von uns eine Nährstoffbilanz zu erstellen, die den Kontrollbehörden vorgelegt wird."

Zusätzlich wirke hier auch noch die Pflanzenbauberatung der Landwirtschaftskammer positiv ein. Im Rahmen der Wasserrichtlinie, gebe es noch weitere Erfordernisse, die die Landwirtschaft einzuhalten habe, beispielsweise Abstandregelungen, Bodenbearbeitungs- und Fruchtfolgemaßnahmen, die zum Wasserschutz beitragen. "Aufgrund der gesamten Anforderungen, die wir Bauern einzuhalten haben und der extensiven Bewirtschaftung unserer hiesigen Landwirtschaft, weise ich eine solche Verallgemeinerung entschieden zurück. Betrachte es als eine gezielt Verunglimpfung einer ganzen Branche", so der Kreisvorsitzende der Landwirte. Nicht unerwähnt lassen wolle er, dass es im gesamten Saarpfalz-Kreis einen hohen Prozentsatz an Schutzgebieten gebe, in denen noch höhere Auflagen für die Bewirtschaftung bestehen und eine Düngung in keiner Form, außer aus der Luft, stattfinde.

"Unsere Region dient gerade aufgrund eines hervorragenden Grundwassers zur Versorgung von vielen Menschen im Saarland", teilt Richard Schreiner abschließend mit.

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