1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

Landmarkt lockte mit regionalen Produkten nach Homburg

Landmarkt Homburg : Seltene Besucher beim Landmarkt

Drei Alpakas waren die Attraktion in Homburg. Aber auch ansonsten hatte die Veranstaltung einiges zu bieten.

Zugegeben, Alpakas gehören nicht wirklich zum natürlichen Tierbestand des Bliesgaus. Dass am Samstag aber eben drei dieser wirklich schnuffeligen Tiere, eigentlich zu Hause in den südamerikanischen Anden, eines der Highlights beim Landmarkt Saar-Pfalz in Homburg waren, zeigt, dass die Biosphären-Region Bliesgau durchaus in der Lage ist, sich auch abseits des Üblichen und Erwartbaren weiterzuentwickeln. Für die Besucher des Landmarktes, vor allem für die jüngeren, waren die drei Alpakas eine echte waschechte Überraschung – und die hatte Georg Lang vom Helenenhof in Erfweiler-Ehlingen mit nach Homburg gebracht.

Am Rondell der Eisenbahnstraße hatte er eine kleines Gehege aufgebaut, wer mochte, der konnte die drei Tiere durch den Zaun hinweg füttern oder ihnen einfach nur in die witzigen Gesichter schauen. Und diese Chance nutzten nicht wenige, gerade Kinder wollten den Tieren so nah sein wie möglich, reichten den ungewöhnlichen Gästen des Landmarktes immer wieder ein bisschen Futter durch die Gitterstäbe. Damit war Georg Langs Auftritt ein guter Ersatz für den Streichelzoo, der aus organisatorischen Gründen in diesem Jahr nicht dabei war.

Doch was bringt nun einen dazu, sich Alpakas zu verschreiben? Georg Lang: „Wir führen die Landwirtschaft auf dem Helenenhof in der dritten Generation, ich mache das aber auf zehn Hektar Land nur noch im Nebenerwerb. Wir müssen aber einfach Tiere um uns haben. Und dann sind wir über Ziegen und Schafe auf Alpakas gekommen.“ In Kursen habe man sich vorab dann die entsprechende Sachkunde im Umgang und im Nutzen der Tiere angegeignet, „und wir haben uns dann in die Alpakas verliebt, weil sie so knuffig sind“. Deswegen habe er direkt beim Züchten zehn dieser außergewöhnlichen Tiere gekauft. Mit diesen Tieren bietet der Helenenhof unter dem Label „Bliesgau-Alpaka“ unter anderem Alpaka-Wanderungen an, die Wolle der Tiere, die eben auch Nutztiere sind, werde vermarktet, derzeit noch mit Hilfe eines Großhändlers. „Im nächsten Jahr wollen wir Spinnkurse im Alpaka-Stall anbieten.“ Wenn man das Zuchtziel von 30 Tieren dann erreicht habe, wolle man in die Selbstvermarktung gehen, blickte Georg Lang in die Zukunft.

Die Alpakas von Helenenhof waren aber bei weitem nicht die einzige Neuigkeit, die der Landmarkt Saar-Pfalz zu bieten hatte. Tatsächlich hatten die Stadt Homburg und die Saarpfalz-Touristik als Veranstalter den Markt räumlich komplett neu angelegt, zum ersten Mal zogen sich die Stände der fast 60 Aussteller vom historischen Marktplatz bis zum Rondell an der Eisenbahnstraße. Dort gab es neben den Alpakas auch eine spezielles Programm für Kinder. Zwischen den beiden Polen boten Händler aus der ganzen Region ganz unterschiedliche Produkte an – von der Wildwurst über Honig und herbstlichem Obst und Gemüse bis hin zu selbst gebrautem Bier, Handarbeiten und vielem, vielem mehr. Was positiv erstaunte: Anders als bei manch anderen Veranstaltungen, die sich vom Marktplatz bis zum Rondell ziehen, war gerade die Eisenbahnstraße in allen Bereichen durchweg gut frequentiert.

Was den Landmarkt in diesem Jahr zudem recht einzigartig machte, dass waren Gruppen aus Homburgs Partnerstädten La Baule und Ilmenau, die zu den Jubiläumsfeierlichkeiten in die Kreis- und Universitätsstadt gereist waren (siehe Seite C 1). Das Blasorchester Ilmenau umrahmte gemeinsam mit den Jagdhornbläsern vom Bliesbergerhof die offizielle Eröffnung des Marktes am Morgen, eine Gruppe aus La Baule tanzte sich zu Dudelsackklängen und in Tracht die Eisenbahnstraße entlang. Ohne Zweifel: In diesem Jahr hatte der Landmarkt Saar-Pfalz einiges abseits des bislang Üblichen zu bieten.

Homburgs Bürgermeister Michael Forster betonte dann folgerichtig in seiner Begrüßung zum einen die Bedeutung der beiden Partnerschaften, würdigte aber auch den Landmarkt an sich als wichtige Institution, die mit ihren regionalen Angebot angesichts der aktuellen Diskussionen zum Thema Klima- und Umweltschutz absolut im Trend liege. „Wir bieten hier sehr viele regionale Produkte an. Und ich freue mich, dass so viele Händler aus der Region an diesem Markt teilnehmen.“