Hochwasser in der Region Homburg: „Land unter“ in den Blieswiesen

Hochwasser in der Region Homburg : „Land unter“ in den Blieswiesen

Die Lage bei Limbach war am Freitag kritisch, zwischen Ingweiler und Bierbach entspannte sie sich hingegen.

Mit einiger Sorge schauten und schauen die Menschen in den Himmel. Bleibt es regnerisch grau, oder zeigt sich doch vielleicht der berühmte Silberstreif am Horizont, eben der, der vom Ende des Regens kündet? Zumindest am Freitag blieb es nass und grau. Und mit jedem Tropfen, der stetig vom Himmel fiel, wuchs die Sorge, dass sich die Hochwasserlage entlang der Blies in Homburg, Bexbach und Kirkel weiter verschärfen könnte.

Bei einer Rundtour durch die üblicherweise am schnellsten betroffenen Gebiete zeigte sich am Freitag eine nicht wirklich eindeutige Lage: Kritisch schien die Situation am Blieslauf zwischen Limbach und Altstadt – kritisch deswegen, weil hier im Bereich der historischen Mühle und der Bliesstraße Gebäude schnell von einem Hochwasser betroffen sind und es auch gestern schon waren. So berichtete Limbachs Ortsvorsteher Max Victor Limbacher vor Ort davon, „dass schon in einigen Häusern dort das Wasser einen Meter hoch im Keller steht“. Dass man sich seitens der Gemeinde auf einen starken Anstieg der Blies vorbereitet habe, das hatte Kirkels Bürgermeister Frank John schon in der Mitte der Woche verdeutlicht. Am Freitag nun waren Trupps des Bauhofes unter anderem damit befasst, gemeinsam mit Anwohnern mittels Sandsäcken und Folien ein Gebäude zwischen historischer Mühle und dem Lauf der Blies zu sichern. Der Fluss selbst hatte sich sowohl in Richtung Limbach als auch in Richtung Altstadt bis weit an die bebaute Lage ausgebreitet, Altstadt bot fast schon ein See-Panorama.

Auch in den Blieswiesen bei Niederbexbach in Richtung Kohlhof galt am Freitag „Land unter“, vom Grün war nichts mehr zu sehen, stattdessen herrschte auch hier das trübe Braun der Hochwasserfluten vor. Ein vergleichbares Bild bot auch das Biotop vor Beeden, gleichwohl man den Eindruck gewinnen konnte, dass sich hier die Hochwasserlage in den Stunden davor etwas entspannt hatte – ein Eindruck, den auch der weitere Verlauf des Flusses bei Einöd, Wörschweiler und Ingweiler in Richtung Blieskastel vermittelte. Zwar standen da noch viele Wiesen und Felder unter Wasser und auch Wege, so der Radweg von Wörschweiler im Richtung Homburg unterhalb der Brücke zwischen Wörschweiler und Schwarzenacker, waren überflutet, die Landstraße L 212 zwischen dem Einöder Ortsteil Ingweiler und Wörschweiler war aber am Freitag zumindest wieder zu erkennen, gleichwohl die Strecke natürlich weiterhin gesperrt war.

Bei den Messdaten zu den Hochwasserständen zeigte sich am letzten Tag der Woche ebenfalls ein uneindeutiges Bild. So wies der Pegel der Blies in Neunkirchen ein Minus von fünf Zentimetern aus, in Blieskastel hingegen ein Plus von einem Zentimeter. Die Lage am Schwarzbach in Einöd war gleichbleibend bei 463 Zentimetern und erwies sich damit als „mittleres Hochwasser“. Das Hochwassermelde-Zentrum Saarland in Saarbrücken fasste am Freitagmorgen um zehn Uhr die Situation so zusammen: „Die Wasserstände an den Pegeln im Einzugsgebiet der Prims und der oberen Blies sind bereits stark gefallen. Aufgrund der noch für Freitag vorhergesagten Niederschläge wird sich die fallende Tendenz aber verlangsamen. An der unteren Blies, der Saar sowie der Nied werden die Wasserstände noch leicht ansteigen und dann längere Zeit auf sehr hohem Niveau stagnieren. Mit örtlichen Verkehrsbehinderungen ist weiterhin zu rechnen. Die Lage in den besonders hochwassergefährdeten Gebieten bleibt weiterhin angespannt.“

Auch wenn sich die Hochwasserlage im zwischen Wörschweiler und Homburg am Freitag ein bisschen weniger dramatisch zeigte, blieb so mancher Weg nach wie vor aufgrund der Fluten unpassierbar. Foto: Thorsten Wolf
Niederbexbach und seine „Seen-Landschaft“, hier verwandelte die Blies mit ihrem Hochwasser die Häuser an der Schmelzstraße zu einer ungewollten und unerwünschten See-Promenade. So wie hier sieht es derzeit auch in anderen Landstrichen rund um Homburg aus. Foto: Thorsten Wolf

Damit dürfte man sich in Homburg, Bexbach und Kirkel wohl darauf einstellen müssen, dass das Hochwasser, so es nicht weiter stark regnet, zumindest nur noch wenig ansteigt, wohl aber nicht so schnell abfließen wird. Am Freitagmittag zog Jan Emser von der Pressestelle der Stadt Homburg eine kleine Zwischenbilanz der Hochwasserlage in der Stadt: „Am Freitag gab es ein Wassereinbruch in einem Keller eines Restaurants in Einöd. Die Löschbezirke Homburg, Jägersburg und Höchen mussten zudem Wasser von einem Weiher im Bereich Altbreitenfelderhof abpumpen, um ein Überlaufen zu verhindern. Die Verbindungsstraße am Golfplatz Websweilerhof wurde vermutlich unterspült und musste vorübergehend gesperrt werden.“ In Jägersburg, so Emser, sei es nötig gewesen, Wasser im Bereich einer Trafostation abzupumpen, „auch mehrere Häuser waren von Überschwemmungen betroffen. Das Technische Hilfswerk war hier ebenfalls im Einsatz“. Schließlich sei es auch in Beeden im Bereich der Fischerhütte nötig gewesen, Wasser abzupumpen – und so um ein Überlaufen in Richtung Fischerhütte zu verhindern.

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