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Laienarbeit in Pfarrei Heilig Kreuz Homburg trotzt dem Vatikan

Homburg und der Vatikan : Das Laien-Theater trifft die Kirche vor Ort

Die katholische Großpfarrei Heilig Kreuz in Homburg, in der insgesamt fünf Pfarreien zusammengefasst sind, soll künftig versuchsweise nicht mehr nur von einem Pfarrer, sondern einem fünfköpfigen Team geleitet werden.

Die Vorbereitung hierzu laufen seit längerem, und darüber haben wir auch bereits mehrfach berichtet. Es ist dies ein Versuchsobjekt der Diözese Speyer. Das Interessante und auch Neue daran ist: Zu diesem Leitungsteam sollen auch Ehrenamtliche gehören, kirchensprachlich Laien genannt. Die Betonung liegt auf „sollen“. Denn zu Wochenbeginn kam die Ernüchterung aus Rom, in der Fußballersprache würde man sie Blutgrätsche nennen. Bestrebungen, das Amt des Pfarrers einem Team an Priestern und Laien anzuvertrauen, stünden im Widerspruch zu einer „Instruktion“ der Kleruskongretion des Vatikans, heißt es da. Diese Instruktion wird übrigens ausdrücklich vom Papst gebilligt. Würde man sich daran halten, könnte man das Homburger Vorhaben getrost zu den Akten legen.

Man kann sich vorstellen, dass sich die Begeisterung im Bistum Speyer und in Homburg derzeit in Grenzen hält. Geht es doch darum, den Pfarreien vor Ort zu helfen, weiterhin ihren Dienst an den Gläubigen ausüben zu können, damit die ohnehin schon recht ausgedünnten Gemeinden weiterleben und -atmen können. Im Umkehrschluss müssten nämlich sehr bald weitere Einheiten zusammengelegt werden, die Wege für die Katholiken würden noch weiter – das kann niemand wollen. Der Einschätzung des Speyerer Generalvikars Andreas Stum, „das Modell der Leitung im Team ist kein Bedrohung, sondern eine Chance für die Gemeinden und auch für die Priester“, ist nichts hinzuzufügen. Wieder einmal steht sich die Neinsager- und Altherren-Riege in Rom selbst im Weg – ohne selbst eine andere, vernünftige Lösung aufzeigen zu können, die irgendjemanden weiterbringen könnte. Was soll dieses Laien-Theater? Es geht bei dem Einsatz der Laien doch nicht darum, die Pfarrer vor Ort zu ersetzen oder sie sogar zu verhindern. Es geht auch nicht darum, dass die Laien bei der nächsten Papstwahl mitwählen sollen. Es geht um nichts anderes als um Kirchenarbeit im 21. Jahrhundert, die von den Klerikalen nachweislich allein nicht mehr erledigt werden kann.

Man darf dem Bistum in Speyer und den Damen und Herren der Homburger Pfarrei nur Standfestigkeit bei ihrem Unterfangen wünschen. Im Übrigen zeigen heute schon unzählige engagierte Ehrenamtliche, zum Beispiel bei den Abenteuer-Gottesdiensten in Homburg, wie man das Konstrukt Kirche mit Leben füllen, wie man Kinder und Jugendliche für die Kirchenarbeit begeistern kann. Eine kleines Pflänzchen zwar, aber das muss man gießen – und nicht zertreten.