Kultur und Natur in einem

Die Anfang der 1960er Jahre erbaute Bliesgau-Festhalle ist in die Jahre gekommen. Derzeit herrscht noch Uneinigkeit, wie es weitergehen soll: Sanierung, Neubau oder eine Neukonzeption in Form eines Biosphärenhauses mit Veranstaltungshalle.

In die Diskussion um einen Neubau oder die Sanierung der Bliesgau-Festhalle in Blieskastel ist etwas Bewegung gekommen. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung einmütig zugestimmt, dass 50 000 Euro aus dem Programm Städtebauförderung Denkmalschutz beantragt werden, um eine Studie in Auftrag zu geben. Die Bliesgau-Festhalle und ihr Umfeld seien Bereiche der Altstadt, die schon länger im Fokus einer Umgestaltungs-, Umnutzungs- oder Neubaumaßnahme stehen, heißt es in der Verwaltungsvorlage von Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener . Welche Möglichkeiten sich hier bieten, solle im Rahmen einer "Ideen- und Konzeptentwicklung mit Machbarkeitsstudie" herausgearbeitet werden, so die Verwaltungschefin. Wie CDU-Fraktionschef Holger Schmitt in der jüngsten Sitzung des Stadtrates noch einmal betonte, mache sich auch seine Fraktion für die Bliesgau-Festhalle stark. Diese, Anfang der 1960er Jahre erbaute Halle sei sehr in die Jahre gekommen, eine Erneuerung oder gar ein Neubau sei notwendig. Blieskastel brauche wieder ein zeitgemäßes und attraktives Tagungs- und Veranstaltungszentrum.

Im Blieskasteler Stadtrat hatte im vergangenen Jahr ein Antrag breite Zustimmung erhalten, der das Projekt nach vorne bringen könnte. Der Rat hatte in seiner Dezember-Sitzung den Beschluss für ein Biosphärenhaus in Blieskastel gefasst. Eine gemeinsame Initiative mit dem Biosphärenzweckverband solle dazu gestartet werden. Basis für die Standortsuche des Biosphärenhauses sowie die weitere Planung sei nach Ansicht des Stadtrats der Projektvorschlag "Kultur und Natur - Alles unter einem Dach".

"Die Schaffung von Synergieeffekten und eine Zusammenlegung des Biosphärenhauses mit anderen Einrichtungen, insbesondere der Bliesgau-Festhalle, ist dabei zu prüfen", hieß es im Beschlusstext des Stadtrates. Auch die CDU Blieskastel, die mit den Grünen eine Koalition bildet, sehe große Vorteile einer gemeinsamen Nutzung der Einrichtungen. Veranstaltungshalle und Biosphärenhaus könnten "intelligent verbunden und dadurch finanzierbar gemacht werden". Von einem solchen Tagungs- und Veranstaltungszentrum könnte nicht nur die gesamte Kulturarbeit im Stadtgebiet profitieren. Auch für die Biosphäre stünde dieses Zentrum bereit. Hochwertige Veranstaltungen und Tagungen könnten leichter nach Blieskastel gebracht werden. Auch für die touristische Entwicklung und die Biosphäre wäre das Zentrum eine Bereicherung.

Wie CDU-Fraktionschef Holger Schmitt weiter erklärte, sei im aktuellen Rahmenkonzept des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau das Biosphärenhaus auch enthalten. Noch im Jahr 2016 wolle der Verband in einem ersten Schritt eine Grundkonzeption auf Basis der vorliegenden Gutachten und Überlegungen entwickeln. Zeitgleich beginne die Gewinnung und Abstimmung von Partnern und der Finanzierung. Nach einer weiteren Feinkonzeption sei die Umsetzung für das Jahr 2018 vorgesehen, so die Einschätzung.

blieskastel.de

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Auf einen BlickViele neue Akzente beinhaltet die Maßnahmenliste, die die Stadt Blieskastel in diesem Jahr zur Städtebauförderung anmeldet. Fördergelder, insgesamt sind 270 000 Euro beantragt, sollen auch private Hauseigentümer erhalten. So soll der Bereich Pfarrgasse/Brunnengässchen im "Hinnereck" aufgewertet werden. Die CDU will den "Schandfleck" um das sogenannte Taubenhaus beseitigen und spricht sich für einen Grunderwerb aus. Dies sei auch ein besonderes Anliegen von Ortsvorsteher Jürgen Trautmann, der bereits eine Initiative in Gang gesetzt habe. Das jüngste Projekt der Uni Kaiserslautern habe viele Anregungen und einen konstruktiven Dialog angestoßen. Projektideen sollen weiterentwickelt werden, wofür 20 000 Euro für die Bezuschussung angemeldet wurden. ert