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"Kultur ist die Visitenkarte einer Stadt"

"Kultur ist die Visitenkarte einer Stadt"

Homburg. "Das Kulturangebot einer Stadt kommt einer Visitenkarte gleich, die das Ansehen und die Anziehungskraft einer Kommune wesentlich prägt. Außerdem führt es Menschen zusammen, bereichert das Gemeinschaftsleben und trägt zur Steigerung der Lebensqualität bei." Wer dies sagt, muss es offenbar wissen

Homburg. "Das Kulturangebot einer Stadt kommt einer Visitenkarte gleich, die das Ansehen und die Anziehungskraft einer Kommune wesentlich prägt. Außerdem führt es Menschen zusammen, bereichert das Gemeinschaftsleben und trägt zur Steigerung der Lebensqualität bei." Wer dies sagt, muss es offenbar wissen. Peter Emser, Leiter des Amtes für Kultur und Tourismus in Homburg, nimmt im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung kein Blatt vor den Mund, wenn er beispielsweise sagt: "Unzweifelhaft ist bei den allermeisten anspruchsvollen Kulturreihen seit langem eine zurückgehende Tendenz bezüglich der Besucherzahlen zu erkennen." Dies sei aber kein lokalspezifisches Phänomen, sondern ein landes-, ja sogar bundesweiter Trend. Homburg stehe im Vergleich mit ähnlich großen und ähnlich strukturierten Städten sogar noch "relativ gut" da (siehe Grafik der Woche). Zahlreiche Städte hätten aufgrund dieser Entwicklung ihr Kulturangebot stark reduziert oder ganze Kulturreihen völlig eingestellt. Emser: "Die Besucherrückgänge in Homburg halten sich ja gerade deshalb in einem durchaus noch als moderat zu bezeichnenden Rahmen, weil wir bei unseren Meisterkonzerten, ganz besonders aber bei unserem Theaterangebot in einem Maße auf Besucherwünsche und -interessen eingehen, wie man es bundesweit schon fast als einmalig bezeichnen kann. Die Stückeauswahl erfolgt durch die Theaterbesucher." Bliebe also vor allem zu untersuchen, warum die Beliebtheit anspruchsvoller Kultur in ganz Deutschland rückläufig ist. Das Ergebnis fast aller Analysen: Eine sich verändernde Bevölkerungs- und Bildungsstruktur kann am Kulturkonsumverhalten der Menschen nicht spurlos vorübergehen. Ein wichtiger Grund der "klassischen Kulturenthaltung" sei die "Spaß- und Fungesellschaft" mit Tendenz zur leichten Event-Unterhaltung sei mittlerweile "unübersehbar bei uns angekommen". Emser: "Das ist weder gut noch schlecht, sondern ganz einfach real." Sollen wir deshalb also vielleicht das Angebot an anspruchsvoller Kultur einschränken oder sogar einstellen? Emser: "Ich bin fest davon überzeugt, dass sich diese Frage überhaupt nicht - zumindest aber noch lange Zeit nicht stellen wird." Würde man in Homburg die Kultur einschränken oder auf ganze Kultursparten verzichten wollen, käme das dem Entscheid gleich, eine Bahn- oder Busstrecke einzustellen, weil die Züge oder Busse nur noch zur Hälfte besetzt sind oder einen Fußballverein zu liquidieren, weil das Stadion nur noch halb gefüllt ist. Der Leiter des Amtes für Kultur und Tourismus: "Alle politisch verantwortlichen Kräfte in unserer Stadt stehen auch hinter unserer Kultur und wissen deren gesellschaftspolitischen Wert wohl zu schätzen, und das ist auch gut so." Fazit: "Das derzeitige Kulturangebot in Homburg kann sich sehen - und auch hören lassen."